Betriebliche Gesundheitsförderung: Entwicklung und Evaluation eines Interventionskonzeptes zur Prävention kardiovaskulärer Risikoparameter bei Beschäftigten in KMU

Birgit Schauerte

Publikation: Buch/BerichtDissertationsschrift

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Abstract

Betriebliche Gesundheitsförderung: Entwicklung und Evaluation eines Interventionskonzeptes zur Prävention kardiovaskulärer Risikoparameter bei Beschäftigten in KMU Einleitung: Gesellschaftliche Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte begünstigen durch Inaktivität und hyperkalorische Ernährung einen Lebensstil, der die steigenden Übergewichtsprävalenzen und deren Komorbiditätenin der Erwerbsbevölkerung erklärt. Unternehmen werden zukünftig für den Erhalt der Leistungsfähigkeit ihrer Beschäftigten verstärkt in wirkungsvolle und adressatengerechte Präventionsmaßnahmen investieren müssen. Diesbezüglich wurde im Rahmen der vorliegenden Studie ein Interventionskonzept zur Prävention kardiovaskulärer Risikoparameter bei Beschäftigten in klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) entwickelt und umgesetzt sowie die Effekte der Interventionen auf kardiovaskuläre Risikoparameter und das Gesundheits-verhalten untersucht. Methodik: Das 14-wöchige Interventionskonzept berücksichtigte verhaltensmodifizierende, bewegungs- und ernährungsbasierte Inhalte. Der Untersuchungsansatz umfasste drei Messzeit-punkte (t0 Eingangsanalyse, t1 nach der 14-wöchigen Intervention, t2 nach der 24-wöchigen Vernetzungsphase) mit Erhebung kardiovaskulärer Risikoparameter (anthropometrische Daten, Lipidprofil, Blutdruck) und den Einsatz eines Fragebogens zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten bei 170 Beschäftigten in 16 KMU. Davon bildeten 120 Beschäftigte die Interventionsgruppe (IG) und 50 Beschäftigte die Vergleichsgruppe (VG). Das Konzept umfasste individuelle Beratungsgespräche, Seminare zum Thema „Gesunde Ernährung“ und „Barrieremanagement“ sowie angeleitete Bewegungseinheiten. Innerhalb der IG nahmen die Treatment-Komplett-Teilnehmer (n=66) an allen Interventionen teil, 44 entschieden sich nur für eine Maßnahme und 10 Teilnehmer nahmen, trotz individueller Beratung, an keiner Intervention teil. Durch die anschließende Vernetzung der Beschäftigten zu regionalen Gesundheitsanbietern konnte eine Verstetigung der Effekte erreicht werden. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass sich das kardiovaskuläre Risikoprofil bei den Beschäftigten der IG durch das Präventionskonzept signifikant reduziert hat. Neben einer signifikanten Reduzierung des Körpergewichts,des BMIs, des Taillenumfangsund des prozentualen Körperfettgehaltes nach der Intervention (t1)und bis zur Abschlussuntersuchung (t2) konnten auch signifikante Veränderungen beim Gesamt-C und beim LDL-C nach der Intervention (t1) sowie beim HDL-C und systolischen Blutdruck bis zur Abschlussuntersuchung (t2) nachgewiesen werden. In Bezug auf Veränderungen beim Gesundheitsverhalten belegte die Fragebogenauswertung nur in der IG signifikante Effekte hinsichtlich einer Steigerung der körperlichen Aktivität und eines gesunden Ernährungsverhaltens unter anderem durch eine Steigerung des Obst- und Gemüseverzehrs zu t1 und t2. Deutlich wird auch, dass sich die stärksten Effekte in allen Parametern für die Treatment-Komplett-Teilnehmer zeigten, diean den ernährungs- bzw. verhaltensmodifizierenden Interventionen und den angeleiteten Bewegungseinheiten teilnahmen. In anderen Treatmentgruppen, die isoliert nur an den Bewegungs- oder Ernährungsinterventionen teilnahmen, konnten keine Effekte auf die beschriebenen kardiovaskulären Risikoparameter und auf das Gesundheitsverhalten ermittelt werden. Diskussion: Aus den Ergebnissen der Studie lässt sich ableiten, dass für betriebliche Gesundheits-projekte, die auf die Prävention kardiovaskulärer Risikoparameter abzielen, eine Kombination aus Maßnahmen zur Ernährungsumstellung und zur Steigerung der körperlichen Aktivität, ergänzt durch verhaltensmodifizierende Interventionen, zielführend sind. Zukünftige Präventionskonzepte im betrieblichen Setting sollten über die Gestaltung bewegungsförderlicher Arbeitswelten und eine gesundheitsbewusste Verpflegung sowie die gezielte Nutzung des sozialen Arbeitsumfeldes gesundheitsorientierte Verhaltensänderungen auf Beschäftigtenebene unterstützen. Diese Interventionen auf der Verhältnisebene und die Vernetzung zu regionalen Gesundheitsanbietern können einen entscheidenden Beitrag zur Verstetigung der Effekte leisten.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
VerlagDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang184
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2014

Zitation