Brain Natriuretic Peptide (BNP): Plasmakonzentrationen in Ruhe und nach Belastung bei gesunden Pro-banden und Patienten mit arterieller Hypertonie, Zustand nach akutem Koronarsyndrom und nach Herztransplantation - Einfluss einer patientenspezifischen, sporttherapeutischen Trainingsintervention

Publikation: Buch/BerichtDissertationsschrift

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Abstract

Einleitung: BNP ist ein Peptidhormon mit natriuretisch und vasodilatatorischer Wirkung. Es wird von Kardiomyozyten synthetisiert und sezerniert. Die Bestimmung findet bei kardiovaskulären Er-krankungen als Marker in Diagnose und Therapie und in der Verlaufsbeobachtung Anwendung. Ziel der Arbeit war es, Erkenntnisse über die zirkulierenden Plasmakonzentrationen (BNP-PK) in Ruhe und nach Belastung bei gesunden Probanden sowie bei Patienten kardiovaskulärer Krankheitsbilder zu gewinnen und den Einfluss sporttherapeutischer Intervention auf diese zu überprüfen. Methodik: Es wurden 64 Teilnehmer im Alter von 57,9 ± 6,7 Jahren eingeschlossen. Die BNP-PK wurde unter Ruhebedingungen sowie nach standardisierter Ergometerbelastung bestimmt. Die Interventionsgruppen (IG), bestehend aus Patienten mit arterieller Hypertonie Schweregrad I (IG-H), Patienten mit Zustand nach akutem Koronarsyndrom (IG-AKS) und herztransplantierten Patienten (IG-HTX) wurden vor/nach der Interventionsphase untersucht. Ergebnisse: BNP-PK in Ruhe: Die trainierten Probanden wiesen tendenziell niedrigere BNP-PK auf als die Untrainierten. Bei gesunden Probanden bestand kein Zusammenhang zwischen der BNP-PK und der körperlichen Leistungsfähigkeit. In den Patientengruppen bestand kein Zusammenhang zwischen der BNP-PK und der Belastbarkeit. Lediglich in der IG-AKS fand sich ein tendenzieller Zusammenhang zwischen der BNP-PK und der absoluten bzw. relativen Belastbarkeit. In der IG-HTX konnte eine negative Korrelation zwischen der BNP-PK in Ruhe und der postoperativen Zeitspanne nach HTX sowie der echokardio-graphisch bestimmten Verkürzungsfraktion beobachtet werden. Effekte der Belastungsuntersuchung auf die BNP-PK: Die akute körperliche Belastung führte in allen Studiengruppen zur Erhöhung der BNP-PK. Bei gesunden Probanden wurde ein Zusammenhang zwischen der BNP-PK nach Belastung sowie dem belastungsinduzierten Anstieg und der BNP-PK in Ruhe beobachtet. In den Patientengruppen konnte in der IG-AKS und der IG-H ein Zusammenhang zwischen der BNP-PK in Ruhe und der BNP-PK nach Belastung sowie dem belastungsinduzierten Anstieg der BNP-PK beobachtet werden. Die Therapie hatte in keiner der Interventionsgruppen einen Effekt auf die BNP-PK. Diskussion: Die BNP-PK weist insbesondere bei Patienten mit AKS und HTX eine sehr große inter- und intraindividuelle Varianz auf. Akute körperliche Belastung führt sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten der o. g. Krankheitsbilder zu ausgeprägten Anstiegen der BNP-PK. Fazit: Zur Vermeidung falsch positiver BNP-Befunde in der Klinik sind deshalb standardisierte Ruhebedingungen erforderlich. Die Belastbarkeit von Patienten kardiovaskulärer Krankheits-bilder wird durch die BNP-PK nicht valide reflektiert. Als Marker für die Erfolgskontrolle von sporttherapeutischen Interventionen erscheint die Nutzung der BNP-PK-Messung ungeeignet. Lediglich bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom deutete sich ein Zusammenhang an, der in Folgestudien kontrolliert werden muss.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
VerlagDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang218
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2005

Zitation