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Das Verfahren ELA in der orthopädischen Rehabilitation: Functional Capacity Evaluatiion (FCE)-basierte Vorhersage der beruflichen Wiedereingliederung

Publikation: Buch/BerichtDissertationsschrift

Abstract

Hintergrund
Functional Capacity Evaluation (FCE) findet in Deutschland primär in beruflich orientierten Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation Anwendung. FCE-Verfahren werden hierbei zur Erhebung der arbeitsbezogenen körperlichen Leistungsfähigkeit eingesetzt. Die Einschätzung erfolgt auf Grundlage motori-scher Aktivitätstests, mittels derer eine Simulation typischer Anforderungen der Arbeitswelt erfolgt. Verwendung finden die Testergebnisse unter anderem im Rahmen der bedarfsorientierten Therapieplanung sowie im Kontext der so-zialmedizinischen Beurteilung des Leistungsvermögens im Erwerbsleben.
Ziel
Untersucht wurde (1) die prognostische Validität des FCE-Verfahrens ELA hinsichtlich der beruflichen Wiedereingliederung (RTW) sowie (2) das Vorliegen eines die RTW-Prognose betreffenden, über Patientenangaben hinausgehen-den Informationsgewinns.
Methoden
Zur Beantwortung der Fragestellungen wurde eine multizentrische prospektive Kohortenstudie durchgeführt, an der sich vier ambulante Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation und 198 Patienten beteiligten. Die Rückkehr in Arbeit wurde als erfolgreich bewertet, sofern die Probanden zur Nachbefragung einer Erwerbstätigkeit nachgingen und zugleich (1) ein geringes Niveau an Ar-beitsunfähigkeitstagen bzw. (2) eine mindestens mittelmäßige Fähigkeit zur Bewältigung der körperlichen Arbeitsanforderungen berichteten. Auf Basis von Patientenangaben und Routinedaten sowie den Ergebnissen der zu Reha-Beginn bzw. Reha-Ende durchgeführten ELA-Testung wurden logistische Re-gressionsmodelle berechnet.
Ergebnisse
Hinsichtlich des zu Reha-Ende durchgeführten Tests erwies sich ein positives ELA-Ergebnis sowohl univariat (Odds Ratio – OR=13,4 [95%-KI: 5,3-34,0] bzw. OR=9,8 [95%-KI: 4,3-24,4]) als auch nach Kontrolle von Strukturdaten als starker RTW-Prädiktor (OR=10,5 [95%-KI: 3,9-27,8] bzw. OR=8,8 [95%-KI: 3,6-21,7]). Hinsichtlich der Rate der korrekten Klassifizierungen war dabei keine erhebliche Streuung auf Ebene der teilnehmenden Einrichtungen und Therapeuten zu beobachten. Der Informationsgewinn gegenüber einem auf Basis von Patientenangaben berechneten RTW-Prognosemodell erwies sich hinsichtlich des zu Reha-Beginn durchgeführten ELA-Tests als gering (OR=2,2 [95%-KI: 1,1-4,8]) bzw. nicht signifikant (OR=1,5 [95%-KI: 0,7-3,3]).
Schlussfolgerung
Das Verfahren ELA erwies sich sowohl univariat als auch noch Adjustierung für Strukturdaten als starker RTW-Prädiktor. Das Vorliegen eines Informati-onsgewinns gegenüber einem auf Basis von Patientenangaben berechneten RTW-Prognosemodell konnte nicht eindeutig bestätigt werden.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortHamburg
VerlagVerlag Dr. Kovac
Seitenumfang241
ISBN (Print)978-3-339-10270-6
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2018

Zitation