Die Rolle des Netzwerkmanagements in einer überbetrieblichen Bewegungsnachbarschaft - Ergebnisse aus dem "KomRüBer"-Projekt

Publikation: Beitrag in Buch/Bericht/KonferenzbandKonferenzbeitrag - Abstract in KonferenzbandForschungBegutachtung

Abstract

Einleitung: Überbetriebliche Vernetzung und Beratung ist im Leitfaden Prävention ein eigenständiges Handlungsfeld der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und soll insbesondere Klein- und Kleinstunternehmen (KKU) den Zugang zu BGF-Angeboten ermöglichen (GKV-Spitzenverband, 2021). Bisher ist jedoch wenig darüber bekannt, wie derartige Netzwerke systematisch entwickelt und aufrechterhalten werden können (Timm et al., 2021). Daher wurde in einem Modellprojekt folgende Fragestellung untersucht: Welche Tätigkeiten und Kompetenzen sind notwendig, um eine überbetriebliche Bewegungsnachbarschaft zu managen?

Methode: Im Projekt „KomRüBer“ (Schaller & Hoffmann, 2021; gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit, ZMVI1-2519FSB112) wurde ein überbetriebliches Bewegungsnetzwerk durch eine:n Bewegungsnachbarschaftsmanager:in (BNM) aufgebaut und umgesetzt. Zur Identifikation der Tätigkeiten und benötigten Kompetenzen eine:r BNM wurden 14 qualitative Leitfadeninterviews mit verschiedenen Stakeholdern (4 Männer, 10 Frauen; 8 Netzwerkpartner, 4 BGF-Anbieter, 2 Unternehmensvertretungen) durchgeführt. Die Interviews wurden transkribiert und nach der strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet.

Ergebnisse: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass das Netzwerkmanagement die folgenden Tätigkeiten umfasst: Projektleitung und -koordination, Netzwerkaufbau und -pflege, Konzeption, Organisation und Qualitätssicherung der BGF-Angebote sowie Außendarstellung des Netzwerks. Dazu sind sowohl Fachkenntnisse als auch persönliche Kompetenzen erforderlich.

Diskussion: Dem BNM wurde eine zentrale Rolle beim Aufbau überbetrieblicher Netzwerke zugeschrieben. Vor dem Hintergrund des Präventionsleitfadens gilt es allerdings zu klären, welche Qualitätskriterien im Sinne der Anbieterqualifikationen eine solche Rolle erfüllen muss und wie diese finanziert und strukturell verankert werden kann.

Literatur:
GKV-Spitzenverband (Hrsg.). (2021). Leitfaden Prävention. Handlungsfelder und Kriterien nach § 20 Abs. 2 SGB V. Berlin. Schaller, A. & Hoffmann, C. (2021). Impact Model-Based Physical-Activity Promotion at the Workplace: Study Protocol for a Mixed-Methods Study in Germany (KomRueBer Study). International Journal of Environmental Research and Public Health, 18(11). https://doi.org/10.3390/ijerph18116074 Timm, I., Rapp, S., Jeuter, C., Bachert, P., Reichert, M., Woll, A. et al. (2021). Interorganizational Networks in Physical Activity Promotion: A Systematic Review. International Journal of Environmental Re-search and Public Health, 18(14). https://doi.org/10.3390/ijerph18147306
OriginalspracheDeutsch
TitelLeistung steuern. Gesundheit stärken. Entwicklung fördern. : 26. dvs-Hochschultag, Bochum, 20.–22. September 2023 : Abstracts
Herausgeber*innenThorsten Schlesinger, Elke Grimminger-Seidensticker, Alexander Ferrauti, Michael Kellmann, Christian Thiel, Lisa Kullik
Seitenumfang1
ErscheinungsortHamburg
Herausgeber (Verlag)Feldhaus Edition Czwalina
Erscheinungsdatum2023
Seiten163
ISBN (Print)978-3-88020-713-4
ISBN (elektronisch)978-3-88020-714-1
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2023
VeranstaltungSportwissenschaftlticher Hochschultag der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs): Leistung steuern. Gesundheit stärken. Entwicklung fördern. - Bochum
Dauer: 20.09.202322.09.2023
Konferenznummer: 26

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