Die Wirkung von Sportkompressionstextilien auf die Leistungs- und Regenerationsfähigkeit bei Amateur- und Profisportlern

  • Hermann Meyer

Publikation: Buch/BerichtDissertationsschrift

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Abstract

In drei verschiedenen Studien wurde die Wirkung von Sportkompressionstextilien auf die Leistungs- und Regenerationsfähigkeit untersucht. Zuerst wurde bei 43 Probanden (21 Männer; 22 Frauen; 22,0 ± 4,3 Jahre; 177,2 ± 9,4 cm; 67,9 ± 13,6 kg) der Einfluss von Sportkompressionsstrümpfen auf die Leistung der Muskelpumpe während der Bewegung mittels Plethysmographie untersucht. Die Pumpleistung war unter Kompressionsbedingungen von 1,15 ± 0,7 ml/100ml auf 1,56 ± 0,6 ml/100ml signifikant (p = 0,000) gesteigert. In einer weiteren Studie wurde der Einfluss von Kompressionsklasse II Hosen (Tights: n = 13; 28,1 ± 7,8 Jahre; 183 ± 8 cm; 78,4 ± 14,9 kg;) und Sportkompressionsstrümpfen (Socks: n = 10; 27,4 ± 7,1 Jahre; 181 ± 5 cm; 73,7 ± 8,7 kg) während einer mehrstündigen Sitzphase, unter regelmäßiger Messung des Beinvolumens, untersucht. Im Anschluss erfolgte ein Ergometertest bis zur Ausbelastung mit Messung der relativen maximalen Abbruchleistung (Wmax/kg) und der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max). Nach der Ausbelastung wurde die wahrgenommene körperliche Verfassung (WKV) der Probanden mittels Fragebogen bestimmt. Während das Beinvolumen im Verlauf der Sitzphase ohne Kompression zunimmt, wird das Beinvolumen bei den verschiedenen Kompressionsbedingungen reduziert (Tights: ohne Kompression: +0,7 ± 0,8 %; Mit Kompression: -2,3 ± 0,8 %; p= 0,000; Socks: ohne Kompression: +1,0 ± 2,0 %; Mit Kompression: -2,7 ± 1,2 %; p= 0,005). Es besteht eine Korrelation zwischen dem Beinvolumen und der WKV (Aktiviertheit: r = -0,43; p = 0,008; Trainiertheit: r = -0,454; p = 0,005). Je stärker die Beine während der Sitzphase anschwellen desto schlechter ist die WKV und umgekehrt. Eine Steigerung der Wmax/kg ist nur für die Kompressionsstrümpfe signifikant (Ohne Kompression: 5,6 ± 0,5 W/kg; Socks: 5,7 ± 0,4 W/kg; p = 0,03). Die VO2max der Probanden bleibt unbeeinflusst. In der abschließenden Studie wurde die Wirkung von Ober- und Unterschenkelkompression bei hoch intensiven Intervallbelastungen auf dem Fahrradergometer in zwei Probandengruppen mit unterschiedlichem Leistungsniveau getestet (Gruppe Breitensport: 36,1 ± 9,2 Jahre; 182 ± 7 cm; 79,2 ± 10,0 kg; Gruppe Leistungssport: 27,7 ± 7 Jahre; 181 ± 5 cm; 73,6 ± 5,9 kg). Für das gesamte Probandenkollektiv besteht eine signifikante Steigerung der mittleren Leistung (Ohne Kompression: 680,63 ± 114,69 W; Mit Kompression: 707,39 ± 110,38 W; p = 0,044), der erreichten Maximalwerte (Ohne Kompression: 856,10 ± 142,82 W; Mit Kompression: 885,92 ± 134,43 W; p = 0,043) und der WKV (Aktiviertheit: 1,7 ± 1,4 ohne Kompression; 2,3 ± 1,4 mit Kompression; p = 0,025; Trainiertheit: 2,3 ± 1,1 ohne Kompression; 3,0 ± 1,1 mit Kompression; p = 0,002) unter Kompressionsbedingungen. Die Parameter Laktat und Kreatinkinase bleiben unbeeinflusst.
Schlüsselwörter: Sportkompression; Kompression; Kompressionsstrümpfe; Intervalltraining; Sprinttraining; Muskelpumpe, Beinvolumen; Radsport
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
VerlagDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang170
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2016

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