Die Zusammenarbeit vom haupt- und ehrenamtlichen Führungskräften im organisierten Sport als Spannungsfeld freiwilliger Vereinigungen: Bewältigungsmuster organisationsgenerierter Konfkliktpotenziale unter besonderer Berücksichtigung von Geschlechterdifferenzen

Publikation: Buch/BerichtDissertationsschrift

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Abstract

Freiwillige Sportvereinigungen stehen aufgrund sich ausdifferenzierender Erwartungen und Möglichkeiten im Freizeitverhalten ihrer Mitglieder vor neuen Herausforderungen. Insbesondere größere Sportvereine und -verbände erleben dies als Professionalisierungsdruck. Dieser manifestiert sich dahingehend, dass traditionell ehrenamtliche Beschäftigungsressourcen überfordert und Hauptamtliche zunehmend in die Vereinigungen implementiert werden. Da haupt- und ehrenamtliche Beschäftigung grundlegend unterschiedliche Strukturen aufweist, lässt eine Kooperation der beiden Strukturformen eine Fülle von Konfliktpotenzialen vermuten. In der organisations-soziologischen und sportwissenschaftlichen Literatur werden diese Konflikte identifiziert und theoretisch beleuchtet, aber bislang kaum empirisch überprüft. Die vorliegende Arbeit will diese Forschungslücke schließen. Sie konzentriert sich auf die Zusammenarbeit auf Führungsebene, d.h. auf die Kooperation von ehrenamtlichem Präsidium und hauptamtlicher Geschäftsführung. Neben der Überprüfung real existierender Konflikte in der Zusammenarbeit werden insbesondere auch die Bewältigungs-formen bestehender Konflikte beleuchtet. Diese Betrachtung erfolgt unter dem Fokus der Geschlechter-differenzierung. Die Arbeit verfolgt somit drei inhaltliche Stränge: Die Fragen nach Art und Ausmaß bestehender Konflikte, nach dem Umgang mit strukturinduzierten Konflikten und nach geschlechtsspezifischen Unterschieden im Konflikt-lösungsverhalten. Den theoretischen Hintergrund bilden konflikttheoretische, insbesondere systemtheoretische und konstruktivistische Ansätze. Als Untersuchungsmethode dient eine explorativ angelegte leitfadengestützte Interviewstudie mit erfahrenen Führungspersonen in Sportverbänden. Es wurden 12 Interviews mit den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Führungspersonen aus sechs Landesfachverbänden der Sportarten Turnen und Judo durchgeführt. Die Zusammensetzung der Stichprobe berücksichtigte in erster Linie die Geschlechter-konstellation. So waren je zwei Führungsduos gemischt-geschlechtlich, ausschließlich männlich oder ausschließlich weiblich und rekrutierten sich paritätisch aus den alten und neuen Bundesländern.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
VerlagDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang309
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2009

Zitation