Abstract
Der Nachwuchsfußball, insbesondere der Übergangsbereich, ist einer der wettbewerbsintensivsten Bereiche der Sportart Fußball (Haugaasen & Jordet, 2012). Im Mittelpunkt steht die Idee, die vielversprechendsten jungen Talente zu identifizieren (Talentidentifikation) und sie nachfolgend durch professionalisierte Trainingsprogramme so zu fördern, dass sie ihr Leistungsmaximum erreichen können (Talententwicklung; Güllich, 2013). Ferner hat die Professionalisierung des Sports, die bereits im Nachwuchsbereich einsetzt, psychologische Leistungsfaktoren in den Vordergrund gerückt (Sieber & Mempel, 2015). Die vorliegende Studie berücksichtigt die beiden skizzierten Entwicklungen und untersucht, welches psychologische Potential zur Leistungsentwicklung im Rahmen von Talententwicklung im Übergangsbereich des Nachwuchsleistungsfußballs besteht. Im Sinne eines multidimensionalen Talentverständnisses (Zentgraf & Raab, 2023; Williams et al., 2020 für den Fußball) werden theorie- und empiriebasiert ausgewählte psychologische Konstrukte betrachtet. Diese umfassen motivational-volitionale Aspekte wie implizite Motive (z. B. Bentler et al., 2021), Selbstwirksamkeit (z. B. Musculus et al., 2018), Zielorientierung (z. B. Höner & Feichtinger, 2016) und Volition (z. B. Feichtinger & Höner, 2014), emotionale Aspekte wie Wettkampfangst (z. B. Feichtinger & Höner, 2014) sowie kognitive Aspekte, insbesondere fußballspezifische Entscheidungsprozesse (z. B. Musculus et al., 2018). Es wird erwartet, dass diese Variablen positiv mit der abhängigen Variable Spieldauer sowie der Nominierung in der Juniorennationalmannschaft zusammenhängen. Methodisch werden dazu im Zuge einer längsschnittlichen Untersuchung über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren die Veränderungen relevanter psychologischer Konstrukte bei jugendlichen Fußballspielern im Übergangsbereich (U16, U17, U19) erfasst und mit ihrer fußballerischen Leistung sowie ihrem sportlichen Erfolg in Zusammenhang gebracht. Der vorliegende Konferenzbeitrag nutzt die Daten des ersten Erhebungszeitpunkts und zeigt Zusammenhänge mit den Leistungsdaten auf. Darüber hinaus werden Umweltfaktoren und weitere Kontrollvariablen über verschiedene Erhebungsmethoden erfasst. Neben Selbstauskünften der Spieler fließen auch Trainerbewertungen sowie physiologische Daten in die Analyse ein, wobei eine hohe Übereinstimmung der verschiedenen Datenquellen erwartet wird. Die Studie basiert auf den Daten von 113 Nachwuchsspielern aus zwei deutschen Nachwuchsleistungszentren. Die geplante Datenanalyse beginnt nach Abschluss der Präregistrierung auf der Open Science Framework-Plattform) im Februar 2025. Die Ergebnisse der Studie werden anschließend im Kontext des aktuellen Forschungsstands diskutiert, um praxisrelevante Implikationen für Theorie, Praxis und zukünftige Forschungsansätze in der Talententwicklung aufzuzeigen. Das Studienvorhaben leistet damit einen Beitrag zur systematischen Untersuchung psychologischer Einflussfaktoren auf die Talentförderung und gibt Einblicke in die Gestaltung professioneller Entwicklungsprogramme im Übergangsbereich des Nachwuchsfußballs.
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Titel | ABSTRACTBAND 57. JAHRESTAGUNG DER ASP : Advances in recovery and stress research |
| Seitenumfang | 1 |
| Herausgeber (Verlag) | Ruhruniversität |
| Erscheinungsdatum | 2025 |
| Seiten | 61 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 2025 |
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