Sarcopenic Obesity: Influences of Resistance Training on Muscle Mass and Muscle Funktion, and Predictors of Muscle Mass in Elderly Women and Men

Katja Stöver

Publikation: Buch/BerichtDissertationsschrift

Abstract

Hintergrund Der physiologische Alterungsprozess des muskuloskelettalen Systems beinhaltet sowohl Veränderungen auf der funktionellen als auch auf der strukturellen Ebene. Diese Veränderungen betreffen z.B. die Muskelmasse, die Körperzusammensetzung und kontraktile Elemente des Muskels. Der altersbedingte Verlust an Muskelmasse und Muskelfunktion heißt Sarkopenie. Die ersten Definitionen von Sarkopenie basierten ausschließlich auf Messungen der skelettalen Muskelmasse in Relation zur Körpergröße. Inzwischen empfiehlt die "European Working Group on Sarcopenia in Older People” (EWGSOP) zur Definition von Sarkopenie neben Muskelmasse auch Muskelkraft und Alltagsfunktion zu benutzen. Bei vielen älteren Menschen ist neben dem Verlust an Muskelmasse eine Zunahme der Fettmasse zu beobachten. Der Begriff der „sarkopenischen Adipositas“ (SO) bezeichnet diesen metabolischen Zustand der erhöhten Fettmasse bei gleichzeitiger reduzierter Muskelfunktion. Intensives Krafttraining ist eine wirksame Methode, um der Entwicklung von Sarkopenie entgegen zu wirken. Durch Krafttraining verbessert sich nicht nur die Muskelkraft, sondern es können auch die funktionelle Leistungsfähigkeit, die Aktivitäten des täglichen Lebens sowie die Lebensqualität von älteren Menschen gesteigert werden. Aktuell sind keine Interventionsstudien verfügbar, die gezielt an ältere Menschen mit SO adressiert sind und spezielle Krafttrainingsprogramme enthalten. Ziele Das erste Ziel war es, die Leistungen von älteren, adipösen Frauen und Männern mit und ohne Sarkopenie hinsichtlich Muskelmasse, Muskelkraft und Alltagsfunktionen vor und nach einem Krafttraining zu vergleichen. Das zweite Ziel war es, zu überprüfen inwieweit sich die Modalitäten von bisher existierenden Empfehlungen für Krafttraining bei älteren, gesunden Menschen und mit Diabetes Typ II auf ältere Menschen mit SO übertragen lassen. Das dritte Ziel war es, die Zusammenhänge von Muskelmasse mit Körperzusammensetzung, Muskelfunktion und körperlicher Aktivität bei älteren Männern mit und ohne Sarkopenie zu untersuchen. In einem zweiten Schritt der Analyse war es das Ziel festzustellen, welche Faktoren den größten Einfluss auf Muskelmasse haben. Methoden Sarkopenie wurde anhand der “Short Physical Performance Battery (SPPB)”, der Handgriffkraft, des skeletalen Muskelindexes (SMI) und der Gehgeschwindigkeit über 6m gemessen. Des Weiteren wurden die dynamische und isometrische Maximalkraft an Bein- und Brustpresse gemessen sowie der „modifizierte Physical Performance Test“ (PPT) und der „Functional Reach Test“ (FRT) verwendet. Die Studienteilnehmer waren ältere Frauen und Männer (≥ 65 Jahre) mit oder ohne Adipositas (BMI ≥ oder < 30 kg/m2) sowie ohne schwerwiegende Erkrankungen. Sie wurden in Gruppen mit Sarkopenie (SAR) und ohne Sarkopenie (NSAR) eingeteilt. Die Intervention bestand aus einem progressiven Krafttraining, das zwei Mal pro Woche für die Dauer von 16 Wochen stattfand. Die Intensität steigerte sich bis auf 80-85% der dynamischen Maximalkraft bei drei Sätzen mit 8-12 Wiederholungen. Das Training beinhaltete sechs Übungen für die großen Muskelgruppen. Ergebnisse Die Teilnehmer der SAR-Gruppen konnten ihre Leistungsfähigkeit bei der Handgriffkraft, Ganggeschwindigkeit, den Ergebnissen von SPPB und modifziertem PPT nach dem Training signifikant steigern. Beim SPPB und modifiziertem PPT konnten sie die Ausgangswerte der NSAR-Gruppen erreichen. Die Ergebnisse zeigten einen Zuwachs an dynamischer Maximalkraft der oberen und unteren Extremitäten in allen NSAR- und SAR-Gruppen. Der SMI blieb bei allen Gruppen unverändert. Die Teilnahmequote für das Training lag durchschnittlich bei über 80%, wobei insgesamt sieben Personen die Teilnahme an der Intervention vorzeitig beendeten. Die Korrelationsanalyse ergab starke Zusammenhänge zwischen SMI und Ganggeschwindigkeit, Handgriffkraft sowie isometrischer Maximalkraft an Bein- und Brustpresse. Die Regressionsanalyse zeigte, dass Handgriffkraft und Ganggeschwindigkeit die Schlüsselprädiktoren für SMI sind. Diskussion und Schlussfolgerung Ältere, adipöse Frauen und Männer mit Sarkopenie konnten ihre Maximalkraft und ihre Alltagsfunktionen durch ein intensives Krafttraining signifikant verbessern. Die Steigerungen in diesem Bereich können die funktionelle Unabhängigkeit im täglichen Leben unterstützen und körperlicher Behinderung sowie Stürzen vorbeugen. Die bisher existierenden Trainingsempfehlungen mussten für diese Zielgruppe angepasst werden, insbesondere sind ein sanfter Einstieg und eine langsamere Progression bei der Erhöhung der Trainingsgewichte notwendig. Als Konsequenz aus den Ergebnissen der Regressionsanalyse ist die Empfehlung, hinsichtlich der Bestimmung von Sarkopenie, in der klinischen Praxis zunächst Ganggeschwindigkeit und Handgriffkraft zu messen, gefolgt von der Messung der Muskelmasse. Die Verbesserung verschiedener Kraftparameter sowie der Alltagsfunktionen nach dem Krafttraining waren vielversprechend, aber es konnte keine Steigerung der Muskelmasse nachgewiesen werden. Daher sind zukünftige Studien mit komplexen Interventionsstrategien, die eine Veränderung der Ernährung beinhalten, bei älteren, adipösen Personen mit und ohne Sarkopenie zu empfehlen.
OriginalspracheEnglisch
ErscheinungsortKöln
VerlagDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang43
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2017

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