TY - CHAP
T1 - Stressbewältigung bei Sportlehramtsstudierenden: Der Einfluss von aktiven und evasiven Copingstrategien auf die wahrgenommene Stressintensität
AU - Hartmann, Ulrike Lena
AU - Schäfer, Alina
AU - Pels, Fabian
AU - Kleinert, Jens
N1 - Conference code: 52
PY - 2020
Y1 - 2020
N2 - Studien zeigen, dass Sportlehrkräfte unter Stress leiden (von Haaren-Mack, Schäfer, Pels & Kleinert, 2019). Daher ist es notwendig, bereits während des Studiums effektive Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Laut einer Querschnittstudie sind evasive Copingstrategien positiv mit dem Stresserleben assoziiert, während problemorientierte Strategien negativ mit dem Stresserleben assoziiert sind (Schäfer, Pels, von Haaren-Mack & Kleinert, 2019). Um Kausalzusammenhänge zu überprüfen, ist das Ziel der vorliegenden Studie, in einem experimentellen Design die Wirkung verschiedener Copingstrategien auf die wahrgenommene Stressintensität zu untersuchen. Es wird vermutet, dass evasive Copingstrategien die wahrgenommene Stressintensität verstärken, wohingegen aktive Copingstrategien die Stressintensität verringern.
Es wurden 35 Sportlehramtsstudierende (20 weiblich & 15 männlich, Alter: M = 23.65, SD = 2.60) randomisiert in drei Gruppen eingeteilt (evasives Coping n = 12, aktives Coping n = 12; Kontrollgruppe n = 11). Das experimentelle Paradigma bestand aus einer zweigeteilten Stressinduktion. Der erste Teil setze sich aus einer Coverstory und einem spontanen Vortrag zusammen. Nach einer kurzen Begrüßung (t0) wurde den Proband*innen als Coverstory mitgeteilt, das Ziel der Studie sei es, die Eignung für angehende Sportlehrkräfte zu testen. Um die Eignung zu beurteilen, sollten die Proband*innen in 10 Minuten einen Stundenverlaufsplan zu einem vorgegebenen Thema erarbeiten und anschließend präsentieren. Nach der Vorbereitungszeit wurden sie gebeten, einen spontanen Vortrag zu ihrer Berufseignung zu halten (t1: nach dem Vortrag). Im Anschluss erfolgte die Manipulation der Copingstrategien durch eine schriftliche Reflexionsaufgabe (aktiv: „Erstelle einen Handlungsplan“ oder evasiv: „Konzentriere dich auf deine situationsbezogenen Gefühle“) (t2: nach der Manipulation). Im zweiten Teil der Stressinduktion wurden sie gebeten, den Stundenverlaufsplan vor einer Kamera zu präsentieren (t3: nach der Präsentation). Mithilfe einer Visual Analogue Scale (Flynn, van Schaik & van Wersch, 2004) wurde die wahrgenommene Stressintensität, gemessen von überhaupt kein Stress bis sehr viel Stress, zu den vier Messzeitpunkten untersucht.
Die Ergebnisse einer 2x3 ANOVA zeigten einen signifikanten Interaktionseffekt zwischen der Zeit (von t2 bis t3) und den Untersuchungsgruppen (F(2, 32) = 3.89, p = .031, η2 = .20). Post-Hoc-Tests haben ergeben, dass zu Messzeitpunkt t3 die wahrgenommene Stressintensität in der aktiven Gruppe im Vergleich zur evasiven Gruppe signifikant geringer und in der evasiven Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher ausfiel.
Aus den Ergebnissen lässt sich folgern, dass in dieser Stichprobe aktive und evasive Copingstrategien unterschiedliche Auswirkungen auf die wahrgenommene Stressintensität zu t3 hatten. Es kann die Vermutung aufgestellt werden, dass sich durch die Manipulation in der Gruppe der aktiven Copingstrategien die kognitive Bewertung der Situation funktional verändert hat, da die Gruppe die Aufgabe hatte einen Handlungsplan zu erstellen. In der Gruppe der evasiven Copingstrategien sollten die Teilnehmenden ihre Gefühle reflektieren, wodurch möglicherweise keine Veränderungen im kognitiven Bewertungsprozess entstanden ist. In zukünftigen Studien sollte die Interaktion von mehreren verschiedenen Copingstrategien in stressreichen Situationen untersucht werden.
AB - Studien zeigen, dass Sportlehrkräfte unter Stress leiden (von Haaren-Mack, Schäfer, Pels & Kleinert, 2019). Daher ist es notwendig, bereits während des Studiums effektive Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Laut einer Querschnittstudie sind evasive Copingstrategien positiv mit dem Stresserleben assoziiert, während problemorientierte Strategien negativ mit dem Stresserleben assoziiert sind (Schäfer, Pels, von Haaren-Mack & Kleinert, 2019). Um Kausalzusammenhänge zu überprüfen, ist das Ziel der vorliegenden Studie, in einem experimentellen Design die Wirkung verschiedener Copingstrategien auf die wahrgenommene Stressintensität zu untersuchen. Es wird vermutet, dass evasive Copingstrategien die wahrgenommene Stressintensität verstärken, wohingegen aktive Copingstrategien die Stressintensität verringern.
Es wurden 35 Sportlehramtsstudierende (20 weiblich & 15 männlich, Alter: M = 23.65, SD = 2.60) randomisiert in drei Gruppen eingeteilt (evasives Coping n = 12, aktives Coping n = 12; Kontrollgruppe n = 11). Das experimentelle Paradigma bestand aus einer zweigeteilten Stressinduktion. Der erste Teil setze sich aus einer Coverstory und einem spontanen Vortrag zusammen. Nach einer kurzen Begrüßung (t0) wurde den Proband*innen als Coverstory mitgeteilt, das Ziel der Studie sei es, die Eignung für angehende Sportlehrkräfte zu testen. Um die Eignung zu beurteilen, sollten die Proband*innen in 10 Minuten einen Stundenverlaufsplan zu einem vorgegebenen Thema erarbeiten und anschließend präsentieren. Nach der Vorbereitungszeit wurden sie gebeten, einen spontanen Vortrag zu ihrer Berufseignung zu halten (t1: nach dem Vortrag). Im Anschluss erfolgte die Manipulation der Copingstrategien durch eine schriftliche Reflexionsaufgabe (aktiv: „Erstelle einen Handlungsplan“ oder evasiv: „Konzentriere dich auf deine situationsbezogenen Gefühle“) (t2: nach der Manipulation). Im zweiten Teil der Stressinduktion wurden sie gebeten, den Stundenverlaufsplan vor einer Kamera zu präsentieren (t3: nach der Präsentation). Mithilfe einer Visual Analogue Scale (Flynn, van Schaik & van Wersch, 2004) wurde die wahrgenommene Stressintensität, gemessen von überhaupt kein Stress bis sehr viel Stress, zu den vier Messzeitpunkten untersucht.
Die Ergebnisse einer 2x3 ANOVA zeigten einen signifikanten Interaktionseffekt zwischen der Zeit (von t2 bis t3) und den Untersuchungsgruppen (F(2, 32) = 3.89, p = .031, η2 = .20). Post-Hoc-Tests haben ergeben, dass zu Messzeitpunkt t3 die wahrgenommene Stressintensität in der aktiven Gruppe im Vergleich zur evasiven Gruppe signifikant geringer und in der evasiven Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher ausfiel.
Aus den Ergebnissen lässt sich folgern, dass in dieser Stichprobe aktive und evasive Copingstrategien unterschiedliche Auswirkungen auf die wahrgenommene Stressintensität zu t3 hatten. Es kann die Vermutung aufgestellt werden, dass sich durch die Manipulation in der Gruppe der aktiven Copingstrategien die kognitive Bewertung der Situation funktional verändert hat, da die Gruppe die Aufgabe hatte einen Handlungsplan zu erstellen. In der Gruppe der evasiven Copingstrategien sollten die Teilnehmenden ihre Gefühle reflektieren, wodurch möglicherweise keine Veränderungen im kognitiven Bewertungsprozess entstanden ist. In zukünftigen Studien sollte die Interaktion von mehreren verschiedenen Copingstrategien in stressreichen Situationen untersucht werden.
M3 - Konferenzbeitrag - Abstract in Konferenzband
SP - 212
BT - Zukunft der Sportpsychologie
A2 - Amesberger, Günter
A2 - Würth, Sabine
A2 - Finkenzeller, Thomas
PB - Universität Salzburg
CY - Salzburg
T2 - Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie
Y2 - 21 May 2020 through 23 May 2020
ER -