Unterschiede in der metabolischen Leistung über 200 m in den vier Lagen im Hochleistungsschwimmen

Publikation: Beitrag in Buch/Bericht/KonferenzbandKonferenzbeitrag - Abstract in KonferenzbandForschungBegutachtung

Abstract

Einleitung
Die Unterschiede in den Wettkampfzeiten zwischen den Schwimmlagen resultieren aus mechanischen sowie metabolischen Faktoren. Frühere Untersuchungen deuten darauf hin, dass alternierende Schwimmarten (Kraul und Rücken) effizienter sind als simultane Schwimmarten (Schmetterling und Brust) (Barbosa et al., 2006). Ob sich diese Unterschiede jedoch auch in der maximalen metabolischen Leistung, wie der maximalen Sauerstoffaufnahme (V̇O2peak), widerspiegeln, bleibt aufgrund des bisherigen Forschungsfokus auf das Kraulschwimmen unklar. Ziel der Studie war es daher, mögliche Unterschiede in der maximalen metabolischen Leistung über 200 m in allen vier Schwimmlagen unter Berücksichtigung beider Geschlechter zu untersuchen, um zu evaluieren, ob eine schwimmartspezifische Diagnostik im Hochleistungsschwimmen erforderlich ist.
Methode
Achtzehn männliche und 20 weibliche (inter-)nationale Schwimmer:innen (V̇O2peak = 4.38, SD = 0.92 L∙min-1) absolvierten an separaten Tagen zwei 200-m Tests, einen in Kraul und einen in der jeweiligen Hauptschwimmart (Schmetterling: N = 11, Rücken: N = 11, Brust: N = 16). V̇O2peak (ermittelt aus einer ~ 30-s Atemgasanalyse und korrigiert mittels Herzfrequenzkinetik) und die höchste Laktatkonzentration (Lapeak; gemessen zwischen der 1. und 7. Minute) wurden nach der Belastung ermittelt. Unterschiede zwischen den Schwimmlagen wurden mit gepaarten t-Tests analysiert.
Ergebnisse
Signifikant höhere V̇ O2peak-Werte wurden im Kraulschwimmen im Vergleich zum Brustschwimmen festgestellt (ΔM = 0.28, SD = 0.39 L∙min-1, p = .02), während sich Schmetterling (M = 0.26, SD =
0,64 L∙min-1) und Rückenschwimmen nicht signifikant unterschieden (M = 0.18, SD = 0.71 L∙min-1, p ≥ .26). Lapeak zeigte im Kraulschwimmen signifikant niedrigere Werte im Vergleich zum Brustschwimmen (M = -1.12, SD = 1.46 mmol∙L-1, p = .01), während für Schmetterling (M = 0.45, SD = 2.42 mmol∙L-1) und Rückenschwimmen (M = -0.63, SD = 1.13 mmol∙L-1, p ≥ .09) keine signifikanten Unterschiede festgestellt wurden.
Diskussion
Die deutlichsten Unterschiede traten zwischen Kraul- und Brustschwimmen auf. Letzteres wies eine niedrigere V̇O2peak auf, was auf unterschiedliche Beiträge der Extremitäten und damit der Muskelaktivierung zurückzuführen sein könnte. Im Gegensatz dazu war Lapeak im Brustschwimmen signifikant höher, was auf einen höheren anaeroben Energiebeitrag hindeutet, die die geringere V̇O2peak kompensieren könnte. Insgesamt zeigte sich über alle Schwimmlagen hinweg eine deutliche intraindividuelle Variabilität in V̇O2peak und Lapeak, besonders beim Schmetterlingsstil, was die Notwendigkeit schwimmartspezifischer metabolischer Diagnostiken im Hochleistungsschwimmen betont.
Literatur
Barbosa, T. M., Fernandes, R., Keskinen, K. L., Colašo, P., Cardoso, C., Silva, J., & Vilas-Boas, J. P. (2006). Evaluation of the energy expenditure in competitive swimming strokes. International Journal of Sports Medicine, 27(11), 894–899.
OriginalspracheDeutsch
TitelSportwissenschaft: Vielfalt und Nachhaltigkeit? : Kongress der Universität Münster anlässlich des 27. Hochschultages der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft Münster · 16. – 19. September 2025 Abstracts
Herausgeber*innenBernd Strauß, Maike Tietjens, Edda van Meurs, Lena Henning
Seitenumfang1
Band304
ErscheinungsortHamburg
Erscheinungsdatum2025
Seiten298
ISBN (elektronisch)978-3-88020-728-8
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2025
Veranstaltung27. sportwissenschaftlicher Hochschultag der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) Sportwissenschaft: Vielfalt & Nachhaltigkeit!?: Vielfalt & Nachhaltigkeit!? - Münster
Dauer: 16.09.202519.09.2025
https://www.uni-muenster.de/Sportwissenschaft/dvs-hochschultag/index.html

Zitation