Wahrnehmungs-Handlungs-Zusammenhang und motorisches Lernen : von der Wahrnehmungskonstanz zur Handlungssicherheit

Heinz Mechling

Publikation: Beitrag in Buch/Bericht/KonferenzbandKonferenzbeitrag - Aufsatz in KonferenzbandForschung

Abstract

Die Untrennbarkeit von Sensorik und Motorik steht für lebende Organismen außer Frage. Für die Erklärung der zugrunde liegenden Elemente der Sensorik und der Motorik sowie für deren funktionellen Zusammenhang kann auf die Sinnenphysiologie und die Neurophysiologie zurückgegriffen werden. Kriterien einer umfassenden "exakten Bewegungswissenschaft" hat Bernstein (1988, S. 234) formuliert. Für die unbelebte Natur und für eine mechanische Betrachtung lebender Vorgänge reichen die Fragen aus: Wie geht diese Erscheinung vor sich? Warum geht sie gerade so vor sich? Für die angemessene Betrachtung der Bewegungsvorgänge lebender Organismen gilt für Bernstein die "unbestreitbare Zweckmäßigkeit aller Vorgänge", die zu der weiteren Frage führen muss: Wofür existieren und wem dienen die verschiedenen Anpassungsmechanismen im Organismus und welche der Beobachtung zugängliche Aufgabe haben sie zu lösen? Für eine "exakte Bewegungswissenschaft" müssen somit Antworten auf alle drei Fragen gefunden werden. Mit der 3. Frage nach dem "wofür?" (vgl. auch das "Finalitätspostulat" Nitsch, 1996) wird der untrennbare Zusammenhang von Wahrnehmung und Handlung gekennzeichnet. Gerade für die menschliche Bewegung und damit auch die sportliche Bewegung muss dieser Zusammenhang im Mittelpunkt bewegungswissenschaftlicher Fragen stehen. Nur dann ist anzunehmen, dass auch relevante Antworten auf bewegungspraktische Fragen in Verbindung mit dem motorischen Lernen gegeben werden können. Die bewegungswissenschaftlich ausgerichtete Sportwissenschaft muss sich aus der Anwendungsperspektive die Frage stellen: Wie kann die Sportpraxis in der Gestaltung von Lehr- Lern- und Traningssituationen für den Fertigkeitserwerb bzw. die Fertigkeitsoptimierung durch Ordnungs-, Systematisierungs- und Strukturierungsangebote unterstützt werden? Aus der grundlagenwissenschaftlichen Perspektive muss sie sich die Frage stellen: Von welchen Ausgangsperspektiven und wissenschaftlichen Grundlagen können diese Ordnungen, Systematisierungen und Strukturierungen vorgenommen werden? Wie werden die wissenschaftlichen Grundlagen kontinuierlich fundiert? Wie können die Praxishinweise zunehmend adäquater und präziser gestaltet werden? Aus der Einleitung
OriginalspracheDeutsch
TitelPrävention und Rehabilitation : Symposiumsbericht der DVS-Tagung der Sektionen Biomechanik, Sportmotorik und Trainingswissenschaft, 16.-18.02.2006 Bad Sassendorf; Wissenschaftliche Berichte und Materialien
Herausgeber*innenJürgen Freiwald, Thomas Jöllenbeck, Norbert Olivier
Seitenumfang9
Herausgeber (Verlag)Sportverlag Strauß
Erscheinungsdatum2007
Seiten271-279
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2007
Veranstaltunggemeinsames Symposium der dvs-Sektionen Biomechanik, Sportmotorik und Trainingswissenschaft - Bad Sassendorf, Deutschland
Dauer: 16.02.200618.02.2006
Konferenznummer: 7

Fachgebiete und Schlagwörter

  • Bewegungslehre
  • Entwicklungspsychologie
  • Motorik
  • Neurophysiologie
  • Psychophysiologie
  • Sensorik
  • Sinnesphysiologie

Zitation