TY - BOOK
T1 - Das Stresslabor: Theorie- und evidenzbasierte Entwicklung und Evaluation einer Intervention zur Bewältigung stressreicher Unterrichtssituationen für angehende Sportlehrkräfte
AU - Hartmann, Ulrike
N1 - Kumulative Dissertation
PY - 2026
Y1 - 2026
N2 - Sportlehrkräfte sehen sich im beruflichen Alltag vielfältigen Anforderungen ausgesetzt und erleben häufig Stress. Um mit diesen Anforderungen im späteren Berufsalltag bestmöglich umgehen zu können, sollten sich bereits Sportlehramtsstudierende mit unterrichtsbezogenen Stressursachen sowie mit geeigneten Bewältigungsstrategien auseinandersetzen. Bislang mangelt es jedoch an Untersuchungen, die unterrichtsbezogene Stressursachen von Sportlehramtsstudierenden systematisch erfassen. Ebenso konnten bislang keine Interventionsansätze gefunden werden, die zum Ziel haben, Sportlehramtsstudierenden einen Umgang mit Stress zu vermitteln. Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Dissertation das übergeordnete Ziel, eine Intervention zum Umgang mit Stress für Sportlehramtsstudierende theorie- und evidenzbasiert zu entwickeln und zu evaluieren.
Um die erste Forschungslücke zu schließen, wurden potenzielle Stressursachen von erfahrenen Sportlehrkräften, Sportlehrkräften im Vorbereitungsdienst und Sportlehramtsstudierenden untersucht und miteinander verglichen (Publikation I). Die Ergebnisse der Querschnittsstudie zeigten, dass es Unterschiede in der Wahrnehmung von Stressursachen zwischen Sportlehrkräften unterschiedlicher Berufsphasen gab. Unter anderem nahmen Sportlehramtsstudierende konkrete Unterrichtssituationen (z.B. Disziplinprobleme der Schüler*innen) häufiger als Stressursache wahr, als erfahrene Sportlehrkräfte und Sportlehrkräfte im Vorbereitungsdienst. Daraus kann geschlossen werden, dass Sportlehramtsstudierende gerade auf den Umgang mit Stress in Unterrichtssituationen vorbereitet werden sollten.
Auf Grundlage dieser und weiterer Ergebnisse wurde anschließend eine Intervention zum Umgang mit Stress in Unterrichtssituationen für Sportlehramtsstudierende theorie- und evidenzbasiert entwickelt und anschließend evaluiert (Publikation II, III, IV). Entwickelt wurde die Intervention, genannt das Stresslabor, bestehend aus einer vorgeschalteten e-Learning Einheit zur Wissensvermittlung von stressrelevanten Themen sowie einer darauffolgenden praktischen Präsenzeinheit, in der die Teilnehmenden Stressbewältigungskompetenzen anhand videobasierter, realitätsnaher Unterrichtssituationen erproben können. Das Stresslabor wurde in mehreren Schritten evaluiert. Zuerst wurden mithilfe von Laborstudien die Zufriedenheit der Sportlehramtsstudierenden und die subjektiven Stressbewältigungskompetenzen (Wissen und praktische Fähigkeiten) nach der Teilnahme an der e-Learning Einheit und der praktischen Einheit analysiert (Publikation II). Ergebnisse zeigten, dass Sportlehramtsstudierende eine hohe Zufriedenheit mit den Interventionseinheiten äußerten. Nach der Teilnahme an der e-Learning Einheit berichteten sie über ein hohes Maß an Wissen und nach der Teilnahme an der praktischen Einheit über ein hohes Maß an praktischen Fähigkeiten zur Stressbewältigung (z.B. Stressbewältigungsstrategien). Da mithilfe der Laborstudien nicht geklärt werden konnte, ob die Teilnahme am Stresslabor tatsächlich zu einem Lernerfolg führt, wurde im Anschluss eine cluster-randomisierte Interventionsstudie durchgeführt (Publikation III). Ziel der dieser Studie war es, zu überprüfen, ob die Teilnahme am Stresslabor zu mehr subjektiven Stressbewältigungskompetenzen (Wissen und praktische Fähigkeiten) bei Sportlehramtsstudierenden führt und ob die Teilnahme an der e-Learning Einheit vor der praktischen Einheit den Lernerfolg begünstigt. Die Ergebnisse zeigten, dass Sportlehramtsstudierende nach der Teilnahme von mehr Wissen und praktischen Fähigkeiten im Umgang mit Unterrichtssituationen berichteten als vor der Teilnahme. Dabei nahmen die Sportlehramtsstudierenden, die beide Einheiten des Stresslabors absolviert hatten, mehr subjektive Stressbewältigungskompetenzen wahr als jene, die ausschließlich an der praktischen Einheit teilgenommen haben. Um den zugrunde liegenden Mechanismus dieses Ergebnisses zu erforschen, wurde anschließend untersucht, ob die Zufriedenheit mit dem Stresslabor den Lernerfolg der Sportlehramtsstudierenden begünstigt haben könnte (Publikation IV). Die Ergebnisse verdeutlichten, dass die Sportlehramtsstudierenden zwar zufriedener mit dem Stresslabor waren, als die Sportlehramtsstudierenden, die nur an der praktischen Einheit teilgenommen haben, aber die Zufriedenheit keinen begünstigenden Einfluss auf den Lernerfolg hatte.
Im Rahmen der vorliegenden Dissertation wurde die erste Intervention entwickelt und evaluiert, die Sportlehramtsstudierende auf den Umgang mit Stress in Unterrichtssituationen vorbereitet. Die vorliegenden Befunde zeigen, dass sich das Stresslabor eignet, um Teilnehmenden subjektive Stressbewältigungskompetenzen zu vermitteln und diese zu erproben. Damit leistet die vorliegende Dissertation einen wichtigen Beitrag für die Forschung und auch für die Praxis im Kontext der (Sport-)Lehrkräftebildung. In zukünftigen Studien sollte die Übertragbarkeit des Gelernten auf reale Unterrichtssituationen und die Nachhaltigkeit des Lernerfolgs überprüft werden. In Bezug auf die Praxis kann das Stresslabor sowohl an Institutionen der Sportlehrkräftebildung implementiert werden als auch für die allgemeine Lehrkräftebildung modifiziert werden.
AB - Sportlehrkräfte sehen sich im beruflichen Alltag vielfältigen Anforderungen ausgesetzt und erleben häufig Stress. Um mit diesen Anforderungen im späteren Berufsalltag bestmöglich umgehen zu können, sollten sich bereits Sportlehramtsstudierende mit unterrichtsbezogenen Stressursachen sowie mit geeigneten Bewältigungsstrategien auseinandersetzen. Bislang mangelt es jedoch an Untersuchungen, die unterrichtsbezogene Stressursachen von Sportlehramtsstudierenden systematisch erfassen. Ebenso konnten bislang keine Interventionsansätze gefunden werden, die zum Ziel haben, Sportlehramtsstudierenden einen Umgang mit Stress zu vermitteln. Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Dissertation das übergeordnete Ziel, eine Intervention zum Umgang mit Stress für Sportlehramtsstudierende theorie- und evidenzbasiert zu entwickeln und zu evaluieren.
Um die erste Forschungslücke zu schließen, wurden potenzielle Stressursachen von erfahrenen Sportlehrkräften, Sportlehrkräften im Vorbereitungsdienst und Sportlehramtsstudierenden untersucht und miteinander verglichen (Publikation I). Die Ergebnisse der Querschnittsstudie zeigten, dass es Unterschiede in der Wahrnehmung von Stressursachen zwischen Sportlehrkräften unterschiedlicher Berufsphasen gab. Unter anderem nahmen Sportlehramtsstudierende konkrete Unterrichtssituationen (z.B. Disziplinprobleme der Schüler*innen) häufiger als Stressursache wahr, als erfahrene Sportlehrkräfte und Sportlehrkräfte im Vorbereitungsdienst. Daraus kann geschlossen werden, dass Sportlehramtsstudierende gerade auf den Umgang mit Stress in Unterrichtssituationen vorbereitet werden sollten.
Auf Grundlage dieser und weiterer Ergebnisse wurde anschließend eine Intervention zum Umgang mit Stress in Unterrichtssituationen für Sportlehramtsstudierende theorie- und evidenzbasiert entwickelt und anschließend evaluiert (Publikation II, III, IV). Entwickelt wurde die Intervention, genannt das Stresslabor, bestehend aus einer vorgeschalteten e-Learning Einheit zur Wissensvermittlung von stressrelevanten Themen sowie einer darauffolgenden praktischen Präsenzeinheit, in der die Teilnehmenden Stressbewältigungskompetenzen anhand videobasierter, realitätsnaher Unterrichtssituationen erproben können. Das Stresslabor wurde in mehreren Schritten evaluiert. Zuerst wurden mithilfe von Laborstudien die Zufriedenheit der Sportlehramtsstudierenden und die subjektiven Stressbewältigungskompetenzen (Wissen und praktische Fähigkeiten) nach der Teilnahme an der e-Learning Einheit und der praktischen Einheit analysiert (Publikation II). Ergebnisse zeigten, dass Sportlehramtsstudierende eine hohe Zufriedenheit mit den Interventionseinheiten äußerten. Nach der Teilnahme an der e-Learning Einheit berichteten sie über ein hohes Maß an Wissen und nach der Teilnahme an der praktischen Einheit über ein hohes Maß an praktischen Fähigkeiten zur Stressbewältigung (z.B. Stressbewältigungsstrategien). Da mithilfe der Laborstudien nicht geklärt werden konnte, ob die Teilnahme am Stresslabor tatsächlich zu einem Lernerfolg führt, wurde im Anschluss eine cluster-randomisierte Interventionsstudie durchgeführt (Publikation III). Ziel der dieser Studie war es, zu überprüfen, ob die Teilnahme am Stresslabor zu mehr subjektiven Stressbewältigungskompetenzen (Wissen und praktische Fähigkeiten) bei Sportlehramtsstudierenden führt und ob die Teilnahme an der e-Learning Einheit vor der praktischen Einheit den Lernerfolg begünstigt. Die Ergebnisse zeigten, dass Sportlehramtsstudierende nach der Teilnahme von mehr Wissen und praktischen Fähigkeiten im Umgang mit Unterrichtssituationen berichteten als vor der Teilnahme. Dabei nahmen die Sportlehramtsstudierenden, die beide Einheiten des Stresslabors absolviert hatten, mehr subjektive Stressbewältigungskompetenzen wahr als jene, die ausschließlich an der praktischen Einheit teilgenommen haben. Um den zugrunde liegenden Mechanismus dieses Ergebnisses zu erforschen, wurde anschließend untersucht, ob die Zufriedenheit mit dem Stresslabor den Lernerfolg der Sportlehramtsstudierenden begünstigt haben könnte (Publikation IV). Die Ergebnisse verdeutlichten, dass die Sportlehramtsstudierenden zwar zufriedener mit dem Stresslabor waren, als die Sportlehramtsstudierenden, die nur an der praktischen Einheit teilgenommen haben, aber die Zufriedenheit keinen begünstigenden Einfluss auf den Lernerfolg hatte.
Im Rahmen der vorliegenden Dissertation wurde die erste Intervention entwickelt und evaluiert, die Sportlehramtsstudierende auf den Umgang mit Stress in Unterrichtssituationen vorbereitet. Die vorliegenden Befunde zeigen, dass sich das Stresslabor eignet, um Teilnehmenden subjektive Stressbewältigungskompetenzen zu vermitteln und diese zu erproben. Damit leistet die vorliegende Dissertation einen wichtigen Beitrag für die Forschung und auch für die Praxis im Kontext der (Sport-)Lehrkräftebildung. In zukünftigen Studien sollte die Übertragbarkeit des Gelernten auf reale Unterrichtssituationen und die Nachhaltigkeit des Lernerfolgs überprüft werden. In Bezug auf die Praxis kann das Stresslabor sowohl an Institutionen der Sportlehrkräftebildung implementiert werden als auch für die allgemeine Lehrkräftebildung modifiziert werden.
M3 - Dissertationsschrift
BT - Das Stresslabor: Theorie- und evidenzbasierte Entwicklung und Evaluation einer Intervention zur Bewältigung stressreicher Unterrichtssituationen für angehende Sportlehrkräfte
PB - Deutsche Sporthochschule Köln
CY - Köln
ER -