Truck active – Eine Intervention zur Steigerung körperlicher Aktivität durch den positiven Einfluss der subjektiven und objektiven Bedingungen der Verhaltenskontrolle

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Abstract

LKW-Fahrer sind Belastungen (Zeitdruck,Schlafmangel) ausgesetzt,die sich negativ auf die Gesund-heit auswirken (Gilson et al.,2017). Körperliche Aktivität (kA) kann diesen Auswirkungen positiv entge-genwirken,jedoch sind die Möglichkeiten der Verhaltenskontrolle bei LKW-Fahrern eingeschränkt: ob-jektiv,da kaum Bewegungsmöglichkeiten im Berufsalltag vorhanden sind und subjektiv,da oft nur we-nige positive Assoziationen in Zusammenhang mit kA bestehen. Die objektive Verhaltenskontrolle kann z.B. über die Veränderung von Umweltfaktoren beeinflusst werden,die kA erst möglich macht. Die sub-jektive Verhaltenskontrolle (Selbstwirksamkeit) kann u.a. über die Wahrnehmung erfolgreicher Hand-lungsausführung gestärkt werden (Bandura,1986). Das Ziel der Studie ist es,den Einfluss einer Inter-vention,die auf die Verbesserung objektiver wie auch subjektiver Verhaltenskontrollaspekte abzielt,auf das Aktivitätsverhalten von LKW-Fahrern zu überprüfen. Neben einer Steigerung der kA durch die In-tervention ist weiterhin anzunehmen,dass die Verhaltenskontrolle mit der motivationalen Qualität,d.h. dem Internalisierungsgrad (Deci & Ryan,1985) zusammenhängt.Die Stichprobe der 12-wöchigen In-tervention besteht aus 140 LKW-Fahrern (MAlter=47.8; SD=10.1; 94.3% männlich). Zu Beginn wurde den Teilnehmenden ein fahrzeugintegriertes Trainingsgerät (TopFit-Set) ausgehändigt (objektive Verhal-tenskontrolle). Die Teilnehmenden der Interventionsgruppe (IG,n=111) erhielten darüber hinaus 4 Coachings (je 15 min),die systematisch subjektive Verhaltenskontrollaspekte fokussierten. Die einge-setzte Kontrollgruppe (KG,n=29) erhielt nur das TopFit-Set. Die kA wurde in Trainingsminuten pro Wo-che erfasst,die subjektive Verhaltenskontrolle mithilfe der übersetzten Form des MSES (Rodgers et al.,2008) und der Internalisierungsgrad mithilfe einer deutschen Form des BRSQ-24 (Lonsdale,Hodge & Rose,2008).Die kA belief sich durchschnittlich auf 79.1 Minuten pro Woche (SD=97.1). IG (M=78.7; SD=102.3) und KG (M=80.8; SD=73.9) unterschieden sich hierbei nicht (t(121)=-.15; p=.93). Ebenso unterschieden sie sich nicht bezüglich der subjektiven Verhaltenskontrolle und des Internalisierungs-grads.Die Ergebnisse zeigen,dass die Manipulation der objektiven Verhaltenskontrolle zu einem ge-steigerten Umfang der kA führte,der Bewegungsempfehlungen von 150 Min/Woche (Rütten & Pfeiffer,2016) nahekommt. Das Coaching hatte keinen Mehrwert. Möglicherweise besitzt die Manipulation der objektiven Verhaltenskontrolle durch die alleinige Aushändigung des TopFit-Sets einen hohen Aktivi-tätsanreiz. Der Nutzen des Coachings wird ggf. erst innerhalb einer Follow-up-Untersuchung sichtbar,wenn der initiative Aktivitätsanreiz des TopFit-Sets sinkt und Selbstwirksamkeitsaspekte sowie der In-ternalisierungsgrad für die Aufrechterhaltung der kA in den Vordergrund treten. Der Unterschied der Gruppengrößen,der als Limitation der Studie gilt,konnte aus organisatorischen Gründen nicht (u.a. Dropouts) vermieden werden.
Original languageGerman
Title of host publicationZukunft der Sportpsychologie : zwischen Verstehen und Evidenz; Book of Abstracts ; virtuelle Online-Tagung ; 52. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie 21. bis 23. Mai 2020, Salzburg
EditorsGünter Amesberger, Sabine Würth, Thomas Finkenzeller
Number of pages1
Place of PublicationSalzburg
PublisherUniversität Salzburg
Publication date21.05.2020
Pages206
Publication statusPublished - 21.05.2020
EventJahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie: Zukunft der Sportpsychologie - Salzburg, Austria
Duration: 21.05.202023.05.2020
Conference number: 52

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