1. Kölner Wissenschaftsshow

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Oliver Jan Quittmann - Vortragender

Road to Tokyo 2020: Die Leiden des jungen Lenatz

Seit 4 ½ Jahren bestimmt Triathlon den Alltag von Benjamin Lenatz. Ursprünglich von seiner Frau infiziert widmet er jede freie Minute seinem großen Traum – der Teilnahme bei den Paralympics in Tokio 2020. Dazu muss er das Leben eines Topmanagers führen: Training absolvieren, Wettkämpfe planen, Material beschaffen, Reparaturen vornehmen und sich um Sponsoren bemühen. Kein leichtes Unterfangen für jemanden der für sein Ziel trotzdem 50% Arbeiten muss.
In unserem Beitrag geht es um seine Geschichte, seinen Traum, sein Team und die trainingswissenschaftliche Betreuung. Dabei soll den Zuschauern ein möglichst plastischer Einblick in die Sportart Paratriathlon gegeben werden. Wie funktioniert Triathlon, wenn man Rollstuhlnutzer ist? Welche Materialien sind dazu nötig? Mit welchen Entbehrungen, Rückschlägen und Herausforderungen geht das einher? Alles das wird im Rahmen des Beitrags thematisiert.
Im Alter von 18 Jahren hatte Benny einen Quad-Unfall der mit einer inkompletten Querschnittslähmung (Höhe Th12-L1) einher ging. Doch nach dem Aufenthalt im Krankenhaus widmete er sich schnell dem Sport zu. Von Handcycling über Monoski begeisterte ihn dabei vor allem die Sportart Rollstuhlbasketball. Hier konnte er bereits als Mitglied der U22 Nationalmannschaft sowie als Bundesligaathlet der Köln 99ers sein sportliches Talent beweisen. Doch 2013, als er gemeinsam mit seiner Freundin Frauke über die Ziellinie seines ersten Triathlons rollte, war es um ihn geschehen. Er war vom Triathlonvirus infiziert.
Um seinen Einstieg in diese Sportart bestmöglich gestalten zu können, wandte er sich an Univ-Prof. Dr. Thomas Abel, der ihn zu einem Treffen an der Deutschen Sporthochschule einlud. Im Rahmen des Gespräches bat er seine damalige, studentische Hilfskraft (Oliver Quittmann) Benny mit den ersten Trainingsplänen zu unterstützen. Obwohl Oliver damals schon die Triathlon C-Trainer Lizenz erworben und bereits auf einige Trainingsjahre im Triathlon zurückblicken konnte, war dies kein leichtes Unterfangen.
Denn der Triathlon von Rollstuhlnutzern unterscheidet sich dabei erheblich vom Triathlon der Fußgänger. Egal ob Schwimmen, Handcycling oder Rennrollstuhlfahren – alle Disziplinen müssen mit den Armen absolviert werden, was besondere Herausforderungen für das Training mit sich bringt. „Wie viel (intensives) Training kann man absolvieren?“ und „Welche Disziplin sollte man eher am Ende des Tages einplanen?“ sind dabei zwei der vielen Fragen, auf die wir im Laufe der Zeit Antworten gefunden haben.
Über die Jahre bildete sich ein immer größer werdendes Team um den mitreißenden Hückeswagener, die ihm in allen Bereichen versuchen bestmöglich zu unterstützen. Allem voran seine Frau, die ihm moralisch und organisatorisch zu jeder Tages- und Nachtzeit den Rücken freihält. Sein Coach Patrick, der ihn nicht nur motivational unterstützt und gezielt an Bennys Potentialen im Bereich des Krafttrainings arbeitet. Und seine Familie, Freunde, Fans und Sponsoren, ohne die das alles nicht möglich wäre.
Derzeit befindet sich Benny in der heißen Phase seiner Vorbereitungen für die Paralympics in Tokio 2020. Ab Juni diesen Jahres zählen die Platzierungen in den Wettkämpfen für die Qualifikationsliste für Tokio. Die Ergebnisse der letzten Untersuchungen sprechen für sich – Benny ist momentan in Topform. Auch beim ersten Wettkampf der Saison konnte er einen starken 2. Platz im australischen Devonport belegen. Doch seine Kontrahenten sind auch nicht untätig. Es bleibt also spannend…
19.05.2019
1. Kölner Wissenschaftsshow

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