46. Deutscher Sportärztekongress

Aktivität: Teilnahme an oder Organisation einer VeranstaltungKonferenzorganisation und -teilnahmeForschung

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Oliver Jan Quittmann - Vortragende*r

Stoßwellenbehandlung der Skelettmuskulatur. Wirkung auf Schädigungs- und Entzündungsmarker.

Einleitung / Problemstellung: Die extrakorporale Stoßwellenbehandlung wird bei unterschiedlichen Erkrankungen und zur Regeneration verschiedener Gewebe eingesetzt. Um zu untersuchen, inwieweit Stoßwellen Schädigungs- oder Entzündungsprozesse auslösen können, wurde in der vorliegenden Pilotstudie ihr Einfluss auf die Serumkonzentration der Creatinkinase (CK), Laktatdehydrogenase (LDH) Endostatin und den Hemmungsfaktor der Makrophagenmigration (MIF) untersucht.

Methodik: Vier gesunde, unverletzte, männliche Probanden zwischen 18 und 35 Jahren wurden einmalig auf dem M. quadriceps femoris mit fokussierten Stoßwellen behandelt. Venöse Blutabnahmen erfolgten unmittelbar vor (Pre) und nach der Behandlung (Post), sowie 2, 6 und 24 Stunden (h) im Anschluss. Die Serumkonzentrationen der untersuchten Parameter wurden mittels antikörperbasierter Nachweisverfahren (ELISA) bestimmt. Die Veränderungen wurden anschließend über Effektstärken (Cohen’s d) zum Ausgangswert analysiert.

Ergebnisse: Während sich die Schädigungsmarker CK und LDH durch die Stoßwellenbehandlung kaum veränderten, wurden die Entzündungsmarker deutlicher beeinflusst. So wies Endostatin eine mittlere bis hohe Abnahme zu Post (dPost = -0,76) und 2h (d2h = -0,57) auf. Obwohl die Werte nach 6h nahezu das Ausgangsniveau erreichten (d6h = 0,30), war eine erneute Reduktion nach 24h (d24h = -0,64) zu beobachten. Beim MIF zeigte sich eine kurzfristige Abnahme (dPost = -0,68), die nach 2h von einer deutlichen Erhöhung (d2h = 0,96) gefolgt war. Nach 6 und 24h normalisierten sich die MIF-Werte auf Ausgangsniveau (d6h = 0,18; d24h = -0,07).

Diskussion / Schlussfolgerungen: Anhand der Ergebnisse lässt sich vermuten, dass die einmalige Stoßwellenapplikation keine bedeutsame Schädigung der Skelettmuskulatur hervorruft. Allerdings scheinen Stoßwellen einen nicht zu vernachlässigen Einfluss auf muskuläre Entzündungsprozesse zu haben. Es erscheint daher notwendig, weitere Untersuchungen mit einem größeren Stichprobenumfang und längerem Messzeitraum durchzuführen, um die beobachtenden Tendenzen zu untermauern.
11.09.2015
46. Deutscher Sportärztekongress

ID: 979727

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