Ein zusätzlicher Trainingsreiz

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Herr Drescher, treiben Sie Sport?

Uwe Drescher: Ich gehe mehrmals in der Woche laufen.

Wie trainieren Sie denn – lange und gleichmäßig, oder kurz und knackig?

Drescher: Von allem ein bisschen. Ich persönlich habe den Eindruck, dass man den besseren Nutzen aus dem Sport ziehen kann, wenn man die Intensitäten wechselt.

Sie wollen nun in einer Studie (siehe Kasten) herausfinden, ob solches Intervalltraining oder Dauerbelastung schnellere Fortschritte bei der Fitness bringt. Haben Sie einen begründeten Verdacht?

Drescher: Das ist schwer zu sagen, weil die Studien, die es dazu gibt, kaum vergleichbar sind. Einige kommen zu dem Ergebnis, die Dauermethode ist effektiver, einige sehen die Intervallmethode vorn, andere sagen, beide sind gleich wirkungsvoll. Klar ist: Das Intervalltraining braucht weniger Zeit. Wenn also beide Methoden gleich effektiv wären, würde ich das Intervalltraining vorziehen.

Wie unterscheiden sich die Methoden physiologisch?

Drescher: Beim Dauertraining bringt man sein Herz-Kreislauf-System vom Ruhezustand auf ein gewisses Level und bleibt dort. Bei der Intervallmethode gibt es immer wieder dynamische Wechsel, die Herzfrequenz geht mal rauf und mal runter. Das ist ein zusätzlicher Trainingsreiz. Wahrscheinlich ist deshalb die Intervallmethode von der regulativen Anpassung her die effektivere.

Ist es für Einsteiger nicht sinnvoll, beim Sport zunächst mal nicht an seine Grenzen zu gehen?

Drescher: Intervalltraining heißt nicht, an die Grenze zu gehen. Sondern nur, dass es verschiedene Belastungsintensitäten gibt.

Eine Kritik am Intervalltraining ist: Die Verletzungsgefahr ist größer. Stimmt das?

Drescher: Grundsätzlich gilt: Je höher die Intensität des Trainings, desto höher wahrscheinlich das Verletzungsrisiko. Meist werden Pausen zu wenig berücksichtigt – die sind aber genauso wichtig wie das Training an sich.

Gesetzt den Fall, Intervalltraining setzt sich im Breitensport durch: Muss man sich im Park dann vor rasenden Joggern fürchten?

Drescher: Schon wer im Kölner Stadtwald mit seinen Steigungen joggen geht, macht ein variierendes Training. Mit der Geschwindigkeit zu spielen würde man eher als Fahrtspiel bezeichnen. Ob sich Intervalltraining durchsetzt, weiß ich nicht. Angst vor rasenden Joggern habe ich noch nicht.

Das Gespräch führte Michael Aust

Dr. Uwe Drescher ist Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln.

#Infobox:
Untrainierte Männer für Studie gesucht

Ist Intervalltraining oder Dauerbelastung die bessere Methode, um fit zu werden? Die Deutsche Sporthochschule Köln sucht ab sofort untrainierte, männliche Probanden für eine wissenschaftliche Studie, die das herausfinden will. Die Männer sollten gesund und zwischen 18 und 50 Jahre alt sein – und von Mitte Juli bis Mitte September 2014 drei Mal pro Woche an einem einstündigen Trainingsprogramm in Köln teilnehmen können. Anmeldung unter:

Uwe Drescher, Institut für Physiologie und Anatomie, 02 21/49 82 67 61 (Mo-Do, 10-12 Uhr), drescher@dshs-koeln.de

Quellenangaben

TitelEin zusätzlicher Trainingsreiz
BekanntheitsgradLokal
Medienbezeichnung/OutletKölner Stadtanzeiger
MedienformatWeb
LandDeutschland
Datum der Veröffentlichung15.06.14
Produzent/AutorMichael Aust
PersonenUwe Drescher

Beschreibung

Herr Drescher, treiben Sie Sport?

Uwe Drescher: Ich gehe mehrmals in der Woche laufen.

Wie trainieren Sie denn – lange und gleichmäßig, oder kurz und knackig?

Drescher: Von allem ein bisschen. Ich persönlich habe den Eindruck, dass man den besseren Nutzen aus dem Sport ziehen kann, wenn man die Intensitäten wechselt.

Sie wollen nun in einer Studie (siehe Kasten) herausfinden, ob solches Intervalltraining oder Dauerbelastung schnellere Fortschritte bei der Fitness bringt. Haben Sie einen begründeten Verdacht?

Drescher: Das ist schwer zu sagen, weil die Studien, die es dazu gibt, kaum vergleichbar sind. Einige kommen zu dem Ergebnis, die Dauermethode ist effektiver, einige sehen die Intervallmethode vorn, andere sagen, beide sind gleich wirkungsvoll. Klar ist: Das Intervalltraining braucht weniger Zeit. Wenn also beide Methoden gleich effektiv wären, würde ich das Intervalltraining vorziehen.

Wie unterscheiden sich die Methoden physiologisch?

Drescher: Beim Dauertraining bringt man sein Herz-Kreislauf-System vom Ruhezustand auf ein gewisses Level und bleibt dort. Bei der Intervallmethode gibt es immer wieder dynamische Wechsel, die Herzfrequenz geht mal rauf und mal runter. Das ist ein zusätzlicher Trainingsreiz. Wahrscheinlich ist deshalb die Intervallmethode von der regulativen Anpassung her die effektivere.

Ist es für Einsteiger nicht sinnvoll, beim Sport zunächst mal nicht an seine Grenzen zu gehen?

Drescher: Intervalltraining heißt nicht, an die Grenze zu gehen. Sondern nur, dass es verschiedene Belastungsintensitäten gibt.

Eine Kritik am Intervalltraining ist: Die Verletzungsgefahr ist größer. Stimmt das?

Drescher: Grundsätzlich gilt: Je höher die Intensität des Trainings, desto höher wahrscheinlich das Verletzungsrisiko. Meist werden Pausen zu wenig berücksichtigt – die sind aber genauso wichtig wie das Training an sich.

Gesetzt den Fall, Intervalltraining setzt sich im Breitensport durch: Muss man sich im Park dann vor rasenden Joggern fürchten?

Drescher: Schon wer im Kölner Stadtwald mit seinen Steigungen joggen geht, macht ein variierendes Training. Mit der Geschwindigkeit zu spielen würde man eher als Fahrtspiel bezeichnen. Ob sich Intervalltraining durchsetzt, weiß ich nicht. Angst vor rasenden Joggern habe ich noch nicht.

Das Gespräch führte Michael Aust

Dr. Uwe Drescher ist Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln.

#Infobox:
Untrainierte Männer für Studie gesucht

Ist Intervalltraining oder Dauerbelastung die bessere Methode, um fit zu werden? Die Deutsche Sporthochschule Köln sucht ab sofort untrainierte, männliche Probanden für eine wissenschaftliche Studie, die das herausfinden will. Die Männer sollten gesund und zwischen 18 und 50 Jahre alt sein – und von Mitte Juli bis Mitte September 2014 drei Mal pro Woche an einem einstündigen Trainingsprogramm in Köln teilnehmen können. Anmeldung unter:

Uwe Drescher, Institut für Physiologie und Anatomie, 02 21/49 82 67 61 (Mo-Do, 10-12 Uhr), drescher@dshs-koeln.de

Zeitraum15.06.2014

ID: 3715896

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