Institut für Soziologie und Genderforschung

Organisation: Institut

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Kontaktinformationen

Am Sportpark Müngersdorf 6
50933
Köln
IG II und IG III
Deutschland
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Organisationsprofil

Das Institut für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln deckt ein breites Forschungsfeld ab, in dem sowohl grundlagenorientierte als auch angewandte Forschung stattfindet. Gleichzeitig ist das Institut in nahezu allen Studiengängen der DSHS vertreten. Gegenstand der Forschungen des Instituts ist alles, was Sozialität ausmacht, d.h. konkret, die wechselseitige Konstitution von sozialen Strukturen (bspw. gesellschaftliche Normen, Organisationskulturen) und sozialem Handeln in sportbezogenen Kontexten (bspw. im Sportunterricht, in der Sportberichterstattung).

Mit dieser Perspektive werden in den beiden Arbeitsbereichen ‚Sportsoziologie‘ und ‚Gender-& Diversity Studies‘ unterschiedliche gesellschaftliche Phänomene fokussiert und analysiert, z.B. der Zusammenhang von Alter(n), Altersbilder und Sportengagement, die geschlechtsbezogene Stereotypisierung von Sportler/-innen in den Medien, der Umgang mit Vielfalt im Sportunterricht oder die Ursachen und Rahmenbedingungen für sexualisierte Gewalt im Sport.

 Folgende Leitideen sind für unsere Forschung und Lehre relevant:

  • eine theoriegeleitete empirische Forschung durchzuführen, die verschiedene Bezugsrahmen nutzt und unterschiedliche Methoden (u.a. Befragung, Interview, Beobachtung, Inhaltsanalyse) einsetzt;
  • die internationale Vernetzung mit Kolleg/-innen in den internationalen Verbänden für Sportsoziologie (u.a. ISSA, EASS) zu pflegen und in konkreten Forschungskooperationen umzusetzen;
  • Forschung und Lehre zu verbinden, so dass Studierenden mit aktuellen Themen Reflexionswissen und Kompetenzen vermittelt bekommen;
  • den Transfer der Forschungsergebnisse in die Gesellschaft zu begleiten, so dass diese als Handlungswissen für Institutionen und den organisierten Sports zur nutzbar werden können.

Unsere Forschungsprojekte werden von unterschiedlichen Drittmittelgebern finanziell unterstützt, bspw. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung [Safe Sport, Gender Bias in der Sportmedizin; Schulfach Sport 2020], Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW [Alter(n), Altersbilder und somatische Kultur], Bundesanstalt für Straßenwesen [Geschlechtsspezifische Unfallprävention], Krupp Stiftung Essen [1. Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht], Europäische Kommission / ERASMUS+ [Voices for truth and dignity] und  DOSB / LSB NRW [Sport ist Fair; Gender Mainstreaming im Sport].

Institut für Soziologie und Genderforschung, Abteilung Sportsoziologie

In dem Arbeitsbereich Sportsoziologie rücken auf verschiedenen Ebenen Fragen des Zusammenhanges von Sport und Gesellschaft ins Zentrum des Interesses. Sie werden mit der analytischen Perspektive der wechselseitigen Konstitution von sozialen Strukturen und sozialem Handelns theoretisch entwickelt und empirisch bearbeitet.

Ein Interesse richtet sich hierbei auf die Entwicklung von Sportwissenschaft als Beruf. Hierzu  hat das Institut seit den 1980er Jahren regelmäßig Befragungen von Absolvent/-innen durchgeführt und - in Kooperation mit dem Institut für Sportökonomie und –management auch Arbeitsmarktanalysen unternommen.

In den vergangenen Jahren haben sich mit Blick auf soziale Ungleichheiten zwei weitere Forschungsschwerpunkte entwickelt.  In dem ersten Schwerpunkt wird die Frage verfolgt, welche Relevanz Alter(n), Geschlecht sowie soziale Schichtung im Kontext von Sport und Bewegung haben. Dabei wird nicht nur das Handeln und die Deutungsmuster der Individuen in den Blick genommen, sondern auch das von Organisationen und anderen Akteuren (u.a. Sportvereine, Fitness-Studios, Medien, Krankenkassen). Der zweite Forschungsschwerpunkt fokussiert die Prävalenz, Ursachen und strukturellen Rahmenbedingungen von sexualisierter Gewalt im Sport. Auch hier werden verschiedene Akteure einbezogen (u.a. Vereine, Verbände, Sportler/innen, Präventionsbeauftragte) und deren Deutungsmuster, Erfahrungen sowie (präventives) Handeln in den Blick genommen.

 

Institut für Soziologie und Genderforschung, Abteilung Gender- & Diversity Studies

Der Arbeitsbereich Gender- und Diversity Studies geht ursprünglich auf die Professur für Frauenforschung zurück, die der DSHS 1996 im Rahmen des Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW zugewiesenen wurde und durch die Leiterin des Instituts, Univ.-Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews, von Beginn an mit vielfältigen Themen ausgebaut wurde.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass Geschlecht (i.S. von gender) eine basale und die Sozialität prägende Kategorie ist, steht im Mittelpunkt der Forschungen die Frage, welche soziale Strukturen und sozialen Prozesse geschlechtsbezogene soziale Ungleichheiten im Kontext von Sport und Bewegung hervorbringen und Mädchen/Frauen oder Jungen/Männer in ihren Entwicklungs- und Teilhabechancen benachteiligen. Empirisch werden diese Fragen bspw. in Untersuchungen zur medialen Repräsentation von Sportler/-innen in der Sportberichterstattung und den sozialen Mechanismen der Konstruktion von Geschlechterdifferenzen bearbeitet, oder auch in wissenschaftssoziologischen Untersuchungen zum Gender Bias in der Sportmedizin.

In den vergangenen Jahren haben sich unsere Forschungen zur sozialen Ungleichheit über die Perspektive Geschlecht hinaus um andere soziale Ordnungskategorien erweitert (bspw. soziale Schichtung, Lebensphase Alter/ Jugend). Dieser Entwicklung der Forschung in Richtung Diversität und Intersektionalität wird auch in der Lehre Rechnung getragen und fließt vor allem in die Ausbildung der Schlüsselqualifikation (SQ Managing Diversity) ein.

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