Adaptation

Projekt: Finanziert durch Drittmittel

Forschungsziel

Die Motorikforschung in der Schwerelosigkeit hat im vergangenen Jahrzehnt erhebliches geleistet und eine Reihe neuer und komplexer Zusammenhänge aufgezeigt. So zeigten etli-che Studien (s.u.) einen Einfluss sowohl erhöhter als auch reduzierter Schwerkraft auf die motorische Leistung des Menschen. Jedoch, und hier liegt die Zielsetzung dieses Projekts, wurden Einflussfaktoren auf die Motorik, wie z.B. Stress und körperliches Befinden aus bis-herigen Untersuchungen entweder ausgeklammert oder in von der Motorikforschung unab-hängigen Untersuchungen betrachtet. Um zu einem schlüssigen Gesamtbild über die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus und hier speziell sei-ne motorische Leistungs- und Adaptationsfähigkeit zu kommen, scheint es jedoch nötig, das komplexe Zusammenspiel von Stress und Motorik zu betrachten. Menschliche Leistung, und dazu gehört auch die motorische Leistung, ist nie zu trennen von der aktuellen Gefühlslage. Unser Handeln ist immer geprägt von körperlichen (endokrinen) Reaktionen auf äußere Um-stände und deren (psychische) Bewertung.
Um einen Einfluss der Schwerkraft bzw. der Schwerelosigkeit auf die Motorik zu zeigen, müssen die Reaktionen des Körpers auf diese außergewöhnliche Situation gemessen werden (endokrinologisch), die Bewertung dieser Reaktionen durch das Individuum aufgezeigt (psychisch) und zu letzt die Auswirkungen auf die Motorik beschrieben werden.
Die Beobachtung kognitiver Kapazitäten und sensomotorischer Funktionen ist notwendig, um zu gewährleisten, dass diese Funktionen während Missionen in Schwerelosigkeit auf einem hohen Niveau durchgeführt werden

Methode

Insgesamt 36 Probanden werden randomisiert vier Gruppen zugeteilt. Gruppe A wird unter normalen Schwerkraftbedingungen im Labor untersucht, die Gruppen B, C und D werden während unterschiedlicher Schwerkraftphasen in Parabelflugmanövern untersucht. Gruppe B in der Schwerelosigkeitsphase des Fluges, Gruppe C in der erhöhten Schwerkraftphase zu Beginn der Parabel, Gruppe D während der 1G-Phase des Fluges zwischen den Parabeln.
Bei gleicher Aufgabe für alle Probanden ermöglicht diese Zuteilung in schwerkraftabhängige Gruppen einen primären Einfluss der Schwerelosigkeit bzw. erhöhter Schwerkraft von se-kundären Einflüssen auf die Lernleistung durch die stressbeladene Umgebung im Parabel-flieger zu trennen.
Sollte es aufgrund von Schwerelosigkeit zu Veränderungen der motorischen Qualitäten kommen, so wird lediglich Gruppe B davon betroffen sein, wohingegen Veränderungen in allen Gruppen auf eine schwerkraftunabhängige Lernleistung schließen lassen. Im Vergleich mit den zuvor erhobenen Kontrolldaten im Labor, wo die Lernaufgabe in ruhiger, stressfreier Umgebung durchgeführt wurde, wird sich dann zeigen, ob und ggf. unter welchen psycho-physiologischen Parametern, die vermeintlich stressbeladene Situation im Parabelflieger Auswirkungen auf die Lernleistung hatte.

Zentrale Ergebnisse

siehe Publikationen
StatusAbschlussdatum
Laufzeit01.07.0531.12.08

ID: 431821

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