Alternative Blicke? Der Alternativtourismus im Lichte von Individual-, Wander- und Trekkingreiseführern

Projekt: Eigenfinanziert

Forschungsziel

Seit der Entstehung des Tourismus im Bürgertum konsumierte der Tourist auf seiner Reise bestimmte „Sights“ – dieser Symbolkonsum wurde mit den kulturwissenschaftlichen Arbeiten von Ueli Gyr und John Urry als Essenz des modernen Tourismus ausgemacht und in verschiedenen jüngeren kulturgeschichtlichen Arbeiten detailliert untersucht. Im Fokus dieser Arbeiten standen zumeist Veränderungen im (visuellen) Symbolkonsum über verschiedene Zeitphasen der Tourismusentwicklung hinweg – etwa vom bürgerlichen Tourismus des 19. Jahrhunderts hin zum Massentourismus der 1960er und 1970er Jahre. Dabei wurde eine grundlegende Ablösung des historisch-romantisch touristischen Blicks des Bürgertums durch einen kollektiv-geselligen Blick des Massentourismus ausgemacht. Nicht näher untersucht wurden in der Tourismusforschung indes der Alternativtourismus der 1970er und 1980er Jahre und der ihm zugrundeliegende Blick. Dieser wird in der geplanten Arbeit mit Hilfe des alternativen Reiseführers als „Sehschule“ (Müller 2012) untersucht: Gab es einen spezifischen alternativtouristischen Blick im Medium und inwiefern kann dieser mit der Dichotomie „romantisch“ vs. „gesellig“ gefasst werden? Durch die Analyse von alternativtouristischen Reiseführern und durch den Blick auf die Tourismusgenese der 1970er und 1980er Jahre kann die Arbeit an (medienkultur)-geschichtliche Studien zum Tourismus, aber auch an Forschungen zur Geschichte des alternativen Milieus bzw. an zeithistorische Forschungen zur Zeit „nach dem Boom“ anschließen.
StatusLaufend
Laufzeit01.06.14 → …

ID: 3408774

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