Das Fitts’sche Gesetz in der Partnerinteraktion – Emergente Koordinationsmuster und systematische Interaktionseffekte beim Lösen kooperativer Aufgaben

Projekt: Eigenfinanziert

Forschungsziel

Es wird der Frage nachgegangen, ob sich emergente Koordinationsmuster
quantitativ über das Fitts’sche Gesetz abbilden lassen (Forschungsfrage 1). Danach soll die Frage nach gerichteten Interaktionen bzw. systematischen Interaktionsmustern zwischen den Partnern (im Sinne von joint action) beim Lösen der jeweiligen kooperativen Aufgabe beantwortet werden (Forschungsfrage 2). Die abschließende Betrachtung widmet sich der Frage, ob sich vergleichbare Koordinations- und Interaktionsmuster für Aufgaben unterschiedlicher Komplexität finden (Forschungsfrage 3).

Methode

Innerhalb von insgesamt drei Experimentalreihen sollten die Versuchspaare gemeinsam einfache Objektmanipulationen (eine Scheibentransferaufgabe in Experimentalreihe 1, Experimente 1-3), Objektmanipulationen mittlerer Komplexität (eine Wurfaufgabe in Experimentalreihe 2, Experimente 4-6) und eine komplexe sportspielspezifische Fertigkeit (eine Basketballpassaufgabe in Experimentalreihe 3, Experimente 7-9) durchführen. Mit Hilfe des Fitts’schen Gesetzes werden in den einzelnen Untersuchungen unterschiedliche experimentelle Randbedingungen über den s.g. Schwierigkeitsindex (als
Kombination verschiedener Distanzen und Zielgrößen) operationalisiert. Dies soll es u.a. ermöglichen, den spezifischen Einfluss der jeweiligen Aufgabenschwierigkeit auf die Koordinationsmuster aus einer informationstheoretischen Perspektive für unterschiedliche experimentelle Bedingungen über alle Aufgaben hinweg zu vergleichen.

Zentrale Ergebnisse

Handlungen im Kontext von Partnerinteraktionen werden durch die Randbedingungen der Aufgabe (Fitts, 1954) bestimmt und lassen sich quantitativ über das Fitts’sche Gesetz abbilden. Dabei berücksichtigen die Partner sowohl die Schwierigkeit der eigenen als auch der fremden Aufgabenanforderungen (Joint-Action-Forschung, Sebanz, Knoblich et al., 2006a), d.h. die Randbedingungen, an die der Partner gebunden ist, werden in den eigenen Handlungsplan integriert. Zur (gemeinsamen) Zielerreichung (Vesper et al., 2010) passt sich demnach der Akteur mit der leichteren Bewegungshandlung an den anderen an. Aus Sicht der Informationsverarbeitung ist dieser Befund plausibel, da eine umgekehrte Anpassung des Partners mit der schwereren Bewegungshandlung nicht möglich ist. Insgesamt lassen sich diese Ergebnisse auf Aufgaben unterschiedlicher Komplexität übertragen, was für die Generalisierbarkeit des Fitts’schen Gesetzes auf ganz verschiedene Leistungen menschlichen Verhaltens spricht.
StatusAbschlussdatum
Laufzeit01.10.1030.06.14

ID: 582756

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