Forschung INKLUSIVe Lehre

Projekt: Hochschulinterne Forschungsförderung

Forschungsziel

Die UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2006 und deren Ratifizierung im Jahr 2009 haben in Deutschland eine Debatte rund um das Thema Inklusion ausgelöst. Kaum ein anderer Gegenstand beschäftigt den Bildungssektor derzeit so intensiv, wie die gemeinsame Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit z.T. höchst unterschiedlichen Voraussetzungen. Das hochschulintern geförderte Lehr-Lern-Projekt Forschung INKLUSIVe Lehre (FIL) hat diesen hochaktuellen Bereich der Schul(sport)entwicklung ab dem Sommersemester 2014 aufgegriffen und im Rahmen dreier Seminare forschungsorientierte Lehre und forschendes Lernen am Gegenstand der Inklusion im Sportunterricht miteinander verknüpft. Im Fokus standen die subjektiven Theorien von Sportlehrkräften und ihre jeweilige fachlich-praktische Perspektive, die neben ebenfalls wichtigen strukturellen Bedingungen für gelingende Inklusion von besonderer Bedeutung sind (vgl. u.a. Gather Thurler & Kühn-Ziegler, 2013).
Im Sportunterricht tritt Heterogenität durch den direkten körperlichen Bezug und den unmittelbar erfahrbaren Leistungsvergleich in besonderer Weise zutage. Im Rahmen der von Studierenden durchgeführten leitfadengestützten Interviews wurde daher Einsicht in die subjektiven Theorien von Sportlehrkräften zu drei zentralen Aspekten ihres Bildungsverständnisses genommen: Körper, Leistung und Didaktik. Insgesamt zeigte sich hierbei, dass ein normiertes bzw. funktionales Verständnis (bezogen auf Körper und Leistung) einem gelingenden inklusiven Sportunterricht ebenso im Wege stehen wie ein didaktisches Vorgehen, das auf Ignorieren und Reduzieren basiert. Demgegenüber scheint sich ein ganzheitliches Auffassen von Körper und Leistung sowie ein Akzeptieren in didaktischer Hinsicht günstig auszuwirken (vgl. auch Wenning, 2007). Vor allem bei Sportlehrkräften an Grund- und Förderschulen sowie an Gesamtschulen – die zumeist über Vorerfahrungen im Gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf verfügen – wurde häufig ein eher ganzheitliches Verständnis von Körper und Leistung sowie eine akzeptierende didaktische Haltung deutlich.
Der Aufbau des Lehr-Lernprojekts bot den Studierenden Möglichkeiten, nicht nur ihre Kenntnisse im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens zu vertiefen, sondern auch sich als angehende Lehrer fundiert mit der komplexen Berufswirklichkeit auseinanderzusetzen. Darüberhinaus lieferte die thematische und forschungsmethodische Anbindung an das ebenfalls hochschulintern geförderte Forschungsprojekt „Subjektive Theorien von Sportlehrkräften zur Inklusion – Wo stehen die Akteure in NRW?“ Anlass zum kritischen Austausch zwischen Dozierenden und Studierenden und zur reflexiven Auseinandersetzung mit der eigenen Praxis. Für die Zukunft ist geplant, ähnlich Formate in weiteren Veranstaltungen, z.B. in Verbindung mit dem Praxissemester, zu realisieren.
AkronymFIL
StatusAbschlussdatum
Laufzeit01.04.1431.03.15

ID: 537078

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