GfR Adipositas

Projekt: Finanziert durch Drittmittel

Forschungsziel

Der Hintergrund dieser Zielstellung ist die (genderspezifische) Optimierung von Verfahrensregeln bei stationären Adipositastherapien, weswegen die Diskussion von Therapieempfehlungen, die sich konsequent aus den Forschungsergebnissen ableiten lassen, ein entscheidendes Endergebnis der vorliegenden Studie ist. Die praxisorientierte Umsetzung und Evaluation dieser Empfehlungen muss Gegenstand einer hierauf aufbauenden zweiten Forschungs- und Projektphase sein.

Methode

Die übergeordneten Fragestellungen des vorliegenden Projekts lassen sich demnach in einen (1) deskriptiv-epidemiologischen sowie einen (2) längsschnittanalytischen Komplex unterteilen. Bezogen auf den Fragekomplex 1 ist von Bedeutung (1a) wie motivationsrelevante Variablen bei adipösen Patienten ausgeprägt sind und (1b) ob diese Ausprägungen sich bei Männern und Frauen unterscheiden. In Hinsicht auf Komplex 2 stellt sich die Frage, (2a) in welchen motivationsrelevanten Variablen sich Veränderungen im Verlauf der stationären Therapie oder im Verlauf der Zeit nach Therapie (Follow-UpMessung) ergeben. Weiterhin stellt sich die Frage, (2b) ob diese Veränderungen zwischen Männer und Frauen in unterschiedlicher Weise auftreten. Schließlich soll hinterfragt werden (3a) welche Erwartungen Patienten an die Therapie und an sich haben, (3b) ob diese erfüllt werden und (3c) wie sie einzelne Therapieaspekte im Anschluss bewerten.
Es wurde eine qualitative Interviewstudie durchgeführt, sowie eine längsschnittlich angelegte Fragebogenstudie (drei Messzeitpunkte t0 zu Beginn der stationären Therapie, t1 nach Beendigung der stationären Therapie und t2 6 Monaten nach Beendigung der Therapie

Zentrale Ergebnisse

Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass therapeutisches Handeln bezogen auf motivationale Voraussetzungen für das Verhalten von adipösen Menschen durchaus ein Änderungspotenzial besitzt. Die eher eingegrenzten und zumeist geringen Effekte, die sich im Rahmen der Therapie zeigen, machen jedoch deutlich, dass dieses Potenzial besser ausgenutzt werden kann. Unterschiede zwischen Männern und Frauen existieren in dieser Hinsicht zwar in einigen Punkten – sind jedoch nicht besonders weitreichend und stark ausgeprägt.
Für die Entwicklung von Therapiebausteinen heißt das, dass die meisten Entwicklungen eher an prinzipiellen Motivationsproblemen ausgerichtet sein sollten, als an geschlechtsspezifischen Motivationsproblemen. Männer können „frauliche“ Probleme ebenso besitzen wie Frauen „männliche“ Verhaltens- und Einstellungsmuster besitzen können. In der Praxis gilt es also, die Spezifik der Motivationslage zu erfassen und hierauf zu reagieren, unabhängig davon, ob diese Motivationslage häufiger bei Männern oder Frauen auftritt.
StatusNicht begonnen

ID: 425908

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