iStoppFalls - ICT-based System to Predict and Prevent Falls

Projekt: Finanziert durch Drittmittel

Forschungsziel

Hintergrund: Die Häufigkeit zu stürzen nimmt im Alter zu, was unter anderem Sturzangst und diverse Verletzungen nach sich ziehen kann. Körperliche Aktivität kann Risikofaktoren reduzieren, dem Funktionsverlust entgegenwirken und so Stürzen entgegenwirken. Während der letzten 10 Jahre konnte eine beträchtliche Entwicklung im Bereich der Technologie beobachtet werden. Digitale Videospiele, die Microsoft Kinect und besonders die Nintendo Wii, konnten durch ihre innovative Ganzkörpersteuerung Effekte in Rehabilitationsstudien zeigen. Allerdings gibt es nur wenige Studien, die die Effektivität auf sturzassoziierte Risikofaktoren und Sturzrisikountersucht haben. Des Weiteren ist auch sehr wenig über die Akzeptanz und die Nutzerfreundlichkeit von solchen neuen Technologien für ältere Personen bekannt.

Zielsetzung: Ausgangspunkt für die Nutzung und Anpassung neuer Technologien und Programme ist deren Einsatz zur Prävention, Rehabilitation und Aufrechterhaltung der Lebensqualität, um ein erfolgreiches Altern mit effizienten Technologien zu unterstützen. Die Entwicklung eines Ambient Assisted Exercise Program (AAEP) soll sturzassoziierte Risikofaktoren minimieren, Stürze verhindern und vorhersagen. Dazu werden mobilitätsbezogene Aktivitäten erfasst und mit sturzbezogenen Risikofaktoren kombiniert. Das AAEP ist ein individuell angepasstes Bewegungsprogramm, das durch Lehrmaterial ergänzt wird.

Methode

In der Entwicklungsphase wurden mehrere Pilot- und Evaluierungsstudien durchgeführt. Darüber hinaus wurden mehrere Living Labs errichtet, um die Interaktion mit dem System in einer natürlichen Umwelt zu beobachten und zu analysieren. Die Effektivität des Programms wurde in einer Studie (RCT) überprüft.
Diese internationale, multizentrische Studie wurde als single-blind, randomisierte kontrollierte Studie konzipiert. Insgesamt nahmen160 selbstständig lebende ältere Menschen im Alter von 65 Jahren aus Deutschland (n = 60), Spanien (n = 40) und Australien (n = 60) teil. Nach dem Basisassessment und einer computerbasierten Randomisierung, wurden die TeilnehmerInnen in eine Interventions- (IG) oder Kontrollgruppe (KG) eingeteilt. Die IG sollte16 Wochen mit einer Gesamtdauer von 180 Minuten pro Wochemit mit dem iStoppFalls System trainieren. Das Trainingsprogramm bestand aus Gleichgewicht- und Kraftübungen in Form von Exergames. Die IG und KG erhielt Unterrichtsmaterial über einen gesunden Lebensstil (dh Empfehlungen zu Bewegung, Ernährung und Sturzprävention). Durch das Assessments wurden körperliche (i.e., Physiological Profile Assessment, Short Physical Performance Battery, Timed Up and Go) und geistige (i.e., Victoria Stroop Test, Attention Network Test, Trail Making Test) Leistungen getestet. Gesundheit (e.g., World Health Organization Disability Assessment Schedule), Sturzangst (e.g., Iconographical – Falls Efficacy Scale) und Lebensqualität (e.g., European Quality of Life – 5 Dimensions (EQ-5D-5L) wurde durch Fragebögen erfasst. Stürze und die Trainingsteilnahme wurden durch Kalender dokumentiert.

Zentrale Ergebnisse

Das 16-wöchige iStoppFalls Trainingsprogramm reduziert das physiologische Sturzrisiko. Weitere Subgruppen-Analysen ergaben, dass bei den TeilnehmerInnen das Gleichgewicht, die Reaktion der Beine und die exekutiven Funktionen verbessert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass iStoppFalls im Haushalt durchführbar ist mit System- und Trainingsanweisungen in der Anfangsphase. Leider wurden die Empfehlungen zur Trainingshäufigkeit nur gering eingehalten, was aber größtenteils mit dem anfänglich unsicheren Umgang mit dieser neuen Technik erklärt werden kann. Dies zeigt, dass weitere Forschung und Entwicklung erforderlich ist, um die Teilnahmequote und damit die Wirksamkeit der Exergame Systeme zur Sturzprävention zu verbessern.
StatusAbschlussdatum
Laufzeit01.10.1131.12.14

ID: 434093

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