Analyse gesundheitsfördernder Maßnahmen in mittetständischen Betrieben unter besonderer Berücksichtigung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität: Konsequenzen für die Realisierung eines nachhaltigen Betrieblichen Gesundheitsmanagements

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Hintergrund. Gesundheitsförderung und Prävention gewinnen im Zeitalter der lebensstilbedingten Zivilisationskrankheiten und vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer mehr an Bedeutung (AHRENS/SCHOTT 2004). Um eine möglichst große Anzahl an Menschen zu erreichen, hat es sich als erfolgreich erwiesen, diese in ihren Lebenswelten anzusprechen. Dabei nimmt das Setting „Betrieb“ eine wichtige Stellung ein, da hier ein Großteil der Zeit verbracht wird (WHO 1986; HUTSCHINSON/WILSON 2012). Oftmals bleibt es in der Durchführung von Einzelmaßnahmen. Strukturierte und langfristige Planungen und Konzeptionen finden nur wenig Anwendung (WALTER et al. 2001). Es herrscht Einigkeit darüber, dass die Verbreitung sowie die Qualität der Maßnahmen in den Betrieben, und hier insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen, defizitär ist (BECHMANN et al. 2011; PFAFF/SLESINA 2001).
Ziel. Die vorliegende Studie analysiert die Implementierung von Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung in drei mittelständischen Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung der Dimensionen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Dabei liegt der Fokus auf der zeitgleichen Erfassung von Ergebnissen auf der Ebene der Unternehmensstrukturen und auf der Ebene der Beschäftigten. Die Resultate werden genutzt um Empfehlungen für die Realisierung eines nachhaltigen Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu geben.
Methode. Innerhalb von 12 Monaten werden in drei mittelständischen Unternehmen auf der Ebene der Beschäftigten die Parameter Gesundheitskompetenz, Arbeitsfähigkeit, BMI und Rumpfkraft erhoben. Darüber hinaus liefern Daten auf der Grundlage von Checklisten und Dokumentationen qualitative Ergebnisse zur Entwicklung der Unternehmensstrukturen und zur Analyse der umgesetzten Maßnahmen.
Ergebnisse. Die Resultate zeigen, dass zwei Unternehmen nach 12 Monaten eine sehr positive Entwicklung auf der Ebene der Unternehmensstrukturen aufweisen. Das dritte Unternehmen zeigt nur einen sehr geringen Fortschritt. Hier scheinen betriebsinterne Probleme eine Weiterentwicklung zu verhindern. In allen drei Unternehmen wurde innerhalb von 12 Monaten eine Vielzahl von Aktivitäten zur Gesundheitsförderung initiiert. Insgesamt unterscheidet sich die Art der durchgeführten Aktivitäten in den drei Unternehmen nicht wesentlich. Es konnten jedoch unterschiedliche Schwerpunksetzungen ausgemacht werden.
Insgesamt nahmen in den drei Unternehmen 269 Beschäftigte als Probanden an den medizinischen Check-ups zu beiden Messzeitpunkten teil. Dabei handelte es sich um 72 weibliche und 197 männliche Mitarbeiter mit einem Durchschnittalter von 38,2±10,98 Jahren. Es gingen 188 Mitarbeiter einer vorwiegend geistigen und 81 Mitarbeiter einer vorwiegend körperlichen Tätigkeit nach. Sowohl im Bereich der Arbeitsfähigkeit, der Gesundheitskompetenz als auch der Rumpfkraft konnten in den Unternehmen positive Entwicklungen nachgewiesen werden. Allein der BMI unterlag keinen Veränderungen.
Fazit. Letztendlich zeigen die drei mittelständischen Unternehmen, dass Bereitschaft für die Investition von Zeit und finanziellen Ressourcen besteht. Trotz der unterschiedlichen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen in den Unternehmen zeigte sich eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten in der Umsetzung und in den Inhalten der betrieblichen Gesundheitsförderung. Zudem wurde deutlich, dass alle drei Unternehmen in den gleichen Bereichen Probleme bei der Umsetzung hatten. Hierzu gehörte eine nachhaltige Etablierung des Themas in den Unternehmensstrukturen genauso wie die Zusammenarbeit mit externen Partnern. Es zeigte sich, dass das Geschlecht und die Tätigkeit die Ergebnisse in den drei Unternehmen beeinflusst haben. Dies macht die Notwendigkeit zielgruppenspezifischer Interventionen deutlich.

Background. Promotion of health and prevention in general have gained importance due to demographic changes in lifestyle diseases. Recent studies show that it is eminent to focus on the living environment in order to address as many people as possible since today’s employees spend a great deal of time at their workplace (WHO 1986; HUTCHINSON/WILSON 2012). However, measures are hardly taken continuously and long-term scheduling and development by companies are still exceptional cases (WALTER et al. 2001). Still, experts agree that the realisation and quality of operational arrangements and procedures are – especially in small and medium-sized enterprises – loss making (BECHMANN et al. 2011; PFAFF/SLESINA 2001).

Aim. The author of the study analyses the implementation of concepts for the promotion of health in three medium-sized businesses by referring to the quality of structural, process-related and result-oriented operations. Hence, data is collected simultaneously for companies and jobholders. The results will lead to recommendations for a sustainable management of health and prevention operations.

Method. The workforce of three companies is going to be inspected in the field of health responsibility, working capacity, BMI and upper body strength over the course of twelve months. Data, that is additionally collected on the base of checklists and documentations, is also used to evaluate the given corporate structures and concepts.

Results. In a nutshell two companies underwent a positive development on the level of their corporate structure whereas the third showed only minor progress. Apparently, internal issues seem to impede further enhancements. Nevertheless, all three companies initiated a number of activities and programmes in order to promote the state of health of their employees. While most of the taken measures are alike, different aspects were detected. All in all 269 employees took part in the survey and testing in three enterprises at two appointed times. 72 persons are female, hence 179 are male with an overall average age of 38,2+10,98 years. Among this group 188 people are engaged with intellectual work and 81 colleagues work physically. Parameters in working capacity, health responsibility and upper body strength showed positive development in all companies whereas the statistics in BMI did not show significant changes.
Conclusion. All three medium-sized enterprises proved that they are in principle willing to invest time and financial resources. Although the necessities and general conditions differ, implementation and matter of measures are common ground in all companies and all three even experienced similar problems in realizing the programmes, i.e. sustainable establishment of health promotion and the cooperation with external partners. However, gender and type of work also influenced the results in all three firms which lead to necessary target group based interventions.








OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortBerlin
Herausgeber/inepubli
Seitenumfang237
ISBN (Print)978-3-7375-3448-2
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2014

Bibliographische Notiz

zugl. Dissertation der Deutschen Sporthochschule Köln, 2014

ID: 1751377

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