„Auf den Krieg vorbereiten, wenn du Frieden willst“ – eine Analyse des polizeilichen Gefahrennarrativs

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Es ist intuitiv und wissenschaftlich unstrittig, dass der Polizeiberuf ein inhärentes Gewaltrisiko birgt. Wissenschaftlich unhaltbar hingegen ist, dass das Gewaltrisiko von Polizist*innen in Deutschland allgegenwärtig und in den letzten Jahren dramatisch angestiegen sei. In dieser Sicht überlagert die landläufige Intuition verfügbare Evidenzen. Der folgende Beitrag setzt hier an. In ihm richten wir den Blick in das Innere der Polizei und identifizieren hier exakt jenes Narrativ, dass von einer schwelenden Gewaltgefahr kündet. Wie wir zeigen, hat die Erzählung System: Das polizeiliche Gefahrennarrativ zeigt sich in Metaphern wie dem Füllgrabe-„Gefahrenradar“, in Einzelfallschilderungen, verkürzten Darstellungen von Statistiken oder dem selektiven Umgang mit externen wissenschaftlichen Daten. Aggregiert zu einem in sich kohärenten Weltbild, präsentiert sich das Narrativ im Einsatztraining, in Fachbeiträgen und Lehrbüchern sowie in wichtigen Interessenvertretungen der deutschen Polizei und stabilisiert sich so in einem Prozess wechselseitiger Verweise. Dabei zeigt sich das polizeiliche Gefahrennarrativ bislang nicht nur kaum beeindruckt von gegenläufigen Befunden.
Titel in Übersetzung“If you want peace, prepare for war”—An analysis of the danger narrative in policing
OriginalspracheDeutsch
ZeitschriftForensische Psychiatrie Psychologie Kriminologie
Seitenumfang14
ISSN1862-7080
DOIs
PublikationsstatusElektronisch/ online veröffentlicht vor Drucklegung - 29.07.2022

ID: 6767036

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