Beeinflussen Unschärfe und geringer Kontrast eines sich bewegenden Objektes unsere zeitliche und räumliche Genauigkeit beim Fangen dieses Objektes?

Publikationen: Beitrag in Buch/Bericht/KonferenzbandKonferenzbeitrag - Abstract in KonferenzbandForschungBegutachtung

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Beeinflussen Unschärfe und geringer Kontrast eines sich bewegenden Objektes unsere zeitliche und räumliche Genauigkeit beim Fangen dieses Objektes? / Schroeger, Anna; Tolentino-Castro, J. Walter; Raab, Markus; Cañal-Bruland, Rouwen.

Zukunft der Sportpsychologie: zwischen Verstehen und Evidenz; Book of Abstracts ; virtuelle Online-Tagung ; 52. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie 21. bis 23. Mai 2020, Salzburg. Hrsg. / Günther Amesberger; Sabine Würth; Thomas Finkenzeller. Salzburg : Universität Salzburg, 2020. S. 156.

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Schroeger, A, Tolentino-Castro, JW, Raab, M & Cañal-Bruland, R 2020, Beeinflussen Unschärfe und geringer Kontrast eines sich bewegenden Objektes unsere zeitliche und räumliche Genauigkeit beim Fangen dieses Objektes? in G Amesberger, S Würth & T Finkenzeller (Hrsg.), Zukunft der Sportpsychologie: zwischen Verstehen und Evidenz; Book of Abstracts ; virtuelle Online-Tagung ; 52. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie 21. bis 23. Mai 2020, Salzburg. Universität Salzburg, Salzburg, S. 156, Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie, Salzburg, Österreich, 21.05.20. <http://asp2020.at/fileadmin/user_upload/Abstractband_asp2020_Salzburg.pdf>

APA

Schroeger, A., Tolentino-Castro, J. W., Raab, M., & Cañal-Bruland, R. (2020). Beeinflussen Unschärfe und geringer Kontrast eines sich bewegenden Objektes unsere zeitliche und räumliche Genauigkeit beim Fangen dieses Objektes? in G. Amesberger, S. Würth, & T. Finkenzeller (Hrsg.), Zukunft der Sportpsychologie: zwischen Verstehen und Evidenz; Book of Abstracts ; virtuelle Online-Tagung ; 52. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie 21. bis 23. Mai 2020, Salzburg (S. 156). Universität Salzburg. http://asp2020.at/fileadmin/user_upload/Abstractband_asp2020_Salzburg.pdf

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Schroeger A, Tolentino-Castro JW, Raab M, Cañal-Bruland R. Beeinflussen Unschärfe und geringer Kontrast eines sich bewegenden Objektes unsere zeitliche und räumliche Genauigkeit beim Fangen dieses Objektes? in Amesberger G, Würth S, Finkenzeller T, Hrsg., Zukunft der Sportpsychologie: zwischen Verstehen und Evidenz; Book of Abstracts ; virtuelle Online-Tagung ; 52. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie 21. bis 23. Mai 2020, Salzburg. Salzburg: Universität Salzburg. 2020. S. 156

Bibtex

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abstract = "Da das menschliche Sehen sensitiver f{\"u}r r{\"a}umliche als f{\"u}r zeitliche Aspekte ist (Recanzone, 2009), sollten sich Reduzierungen des visuellen Informationsgehalts bei Interzeptionsaufgaben – wie z. B. beim Fangen eines Balls – insbesondere auf die r{\"a}umliche und weniger auf die zeitliche Genauigkeit auswirken. Um diese Vorhersage zu testen, f{\"u}hrten 42 Probanden eine manuelle Interzeptionsaufgabe auf einem gro{\ss}en Touchscreen aus. Den Probanden wurde ein wei{\ss}er Kreis (Durchmesser: 4, 9 cm) pr{\"a}sentiert, der einen Ball symbolisierte und der sich in einer Parabelflugkurve {\"u}ber einen schwarzen Hintergrund bewegte. Bevor der Ball eine wei{\ss}e Grundlinie kreuzte, wurde der Ball okkludiert und die Probanden mussten den Zeitpunkt und den Ort des Kreuzens absch{\"a}tzen, indem sie mit ihrem dominanten Zeigefinger zur richtigen Zeit an die richtige Stelle auf der Linie dr{\"u}ckten (Interzeption). Der visuelle Informationsgehalt wurde manipuliert, indem der Ball in f{\"u}nf Schritten systematisch unsch{\"a}rfer gemacht wurde (f{\"u}nf Bedingungen). Das gesamte Experiment umfasste 270 randomisierte Trials mit variierenden Trajektorien, Geschwindigkeiten, Okklusionszeiten, Richtungen und Unsch{\"a}rfegraden und dauerte inklusive Instruktionen, Sehtest (Voraussetzung zur Teilnahme) und Fragebogen etwa eine Stunde. Multilevel-Modelle zeigten, dass sich der r{\"a}umliche variable Fehler (Streuung) mit steigender Unsch{\"a}rfe signifikant vergr{\"o}{\ss}erte (p < .001). Unerwarteterweise {\"a}nderte sich der zeitliche variable Fehler in {\"a}hnlicher Weise (p < .001), w{\"a}hrend der zeitliche konstante Fehler (Mittelwert) mit steigender Unsch{\"a}rfe abnahm (p < .001). Eine m{\"o}gliche Erkl{\"a}rung k{\"o}nnte damit zusammenh{\"a}ngen, dass das Weichzeichnen des Balles gleichzeitig mit einer {\"A}nderung im Kontrastwert und in der Gr{\"o}{\ss}e des Balls einherging. Um zu kontrollieren, ob diese unerwarteten Effekte m{\"o}glicherweise durch die Gr{\"o}{\ss}en{\"a}nderung beeinflusst wurden und um zu untersuchen, ob Kontrast{\"a}nderungen die Effekte von Unsch{\"a}rfe erkl{\"a}ren k{\"o}nnen, wurde ein zweites Experiment durchgef{\"u}hrt. Anstelle von Unsch{\"a}rfe wurde der Kontrastwert des Balls im Vergleich zum schwarzen Hintergrund manipuliert, um den visuellen Informationsgehalt zu manipulieren, ohne die Gr{\"o}{\ss}e des Objekts zu {\"a}ndern. Im Gegensatz zum ersten Experiment gab es keinen Effekt auf die r{\"a}umliche Genauigkeit, allerdings einen signifikanten wenn auch unsystematischen Effekt auf den zeitlichen variablen Fehler (p < .007) (die Reaktionen der Teilnehmer waren nur f{\"u}r den zweitniedrigsten Kontrast unpr{\"a}ziser). Die Ergebnisse des ersten Experiments scheinen nicht durch die konfundierenden Kontrast{\"a}nderungen erkl{\"a}rt werden zu k{\"o}nnen. Anders als vorhergesagt, deuten die Ergebnisse beider Experimente darauf hin, dass Manipulationen des visuellen Informationsgehalts auch die zeitliche Genauigkeit einer motorischen Reaktion beeinflussen k{\"o}nnen. Die r{\"a}umliche Genauigkeit scheint von {\"A}nderungen des Kontrasts unabh{\"a}ngig zu sein, wird allerdings durch Unsch{\"a}rfe verringert.",
author = "Anna Schroeger and Tolentino-Castro, {J. Walter} and Markus Raab and Rouwen Ca{\~n}al-Bruland",
year = "2020",
language = "Deutsch",
pages = "156",
editor = "G{\"u}nther Amesberger and Sabine W{\"u}rth and Thomas Finkenzeller",
booktitle = "Zukunft der Sportpsychologie",
publisher = "Universit{\"a}t Salzburg",
note = "Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft f{\"u}r Sportpsychologie : Zukunft der Sportpsychologie ; Conference date: 21-05-2020 Through 23-05-2020",

}

RIS

TY - CHAP

T1 - Beeinflussen Unschärfe und geringer Kontrast eines sich bewegenden Objektes unsere zeitliche und räumliche Genauigkeit beim Fangen dieses Objektes?

AU - Schroeger, Anna

AU - Tolentino-Castro, J. Walter

AU - Raab, Markus

AU - Cañal-Bruland, Rouwen

N1 - Conference code: 52

PY - 2020

Y1 - 2020

N2 - Da das menschliche Sehen sensitiver für räumliche als für zeitliche Aspekte ist (Recanzone, 2009), sollten sich Reduzierungen des visuellen Informationsgehalts bei Interzeptionsaufgaben – wie z. B. beim Fangen eines Balls – insbesondere auf die räumliche und weniger auf die zeitliche Genauigkeit auswirken. Um diese Vorhersage zu testen, führten 42 Probanden eine manuelle Interzeptionsaufgabe auf einem großen Touchscreen aus. Den Probanden wurde ein weißer Kreis (Durchmesser: 4, 9 cm) präsentiert, der einen Ball symbolisierte und der sich in einer Parabelflugkurve über einen schwarzen Hintergrund bewegte. Bevor der Ball eine weiße Grundlinie kreuzte, wurde der Ball okkludiert und die Probanden mussten den Zeitpunkt und den Ort des Kreuzens abschätzen, indem sie mit ihrem dominanten Zeigefinger zur richtigen Zeit an die richtige Stelle auf der Linie drückten (Interzeption). Der visuelle Informationsgehalt wurde manipuliert, indem der Ball in fünf Schritten systematisch unschärfer gemacht wurde (fünf Bedingungen). Das gesamte Experiment umfasste 270 randomisierte Trials mit variierenden Trajektorien, Geschwindigkeiten, Okklusionszeiten, Richtungen und Unschärfegraden und dauerte inklusive Instruktionen, Sehtest (Voraussetzung zur Teilnahme) und Fragebogen etwa eine Stunde. Multilevel-Modelle zeigten, dass sich der räumliche variable Fehler (Streuung) mit steigender Unschärfe signifikant vergrößerte (p < .001). Unerwarteterweise änderte sich der zeitliche variable Fehler in ähnlicher Weise (p < .001), während der zeitliche konstante Fehler (Mittelwert) mit steigender Unschärfe abnahm (p < .001). Eine mögliche Erklärung könnte damit zusammenhängen, dass das Weichzeichnen des Balles gleichzeitig mit einer Änderung im Kontrastwert und in der Größe des Balls einherging. Um zu kontrollieren, ob diese unerwarteten Effekte möglicherweise durch die Größenänderung beeinflusst wurden und um zu untersuchen, ob Kontraständerungen die Effekte von Unschärfe erklären können, wurde ein zweites Experiment durchgeführt. Anstelle von Unschärfe wurde der Kontrastwert des Balls im Vergleich zum schwarzen Hintergrund manipuliert, um den visuellen Informationsgehalt zu manipulieren, ohne die Größe des Objekts zu ändern. Im Gegensatz zum ersten Experiment gab es keinen Effekt auf die räumliche Genauigkeit, allerdings einen signifikanten wenn auch unsystematischen Effekt auf den zeitlichen variablen Fehler (p < .007) (die Reaktionen der Teilnehmer waren nur für den zweitniedrigsten Kontrast unpräziser). Die Ergebnisse des ersten Experiments scheinen nicht durch die konfundierenden Kontraständerungen erklärt werden zu können. Anders als vorhergesagt, deuten die Ergebnisse beider Experimente darauf hin, dass Manipulationen des visuellen Informationsgehalts auch die zeitliche Genauigkeit einer motorischen Reaktion beeinflussen können. Die räumliche Genauigkeit scheint von Änderungen des Kontrasts unabhängig zu sein, wird allerdings durch Unschärfe verringert.

AB - Da das menschliche Sehen sensitiver für räumliche als für zeitliche Aspekte ist (Recanzone, 2009), sollten sich Reduzierungen des visuellen Informationsgehalts bei Interzeptionsaufgaben – wie z. B. beim Fangen eines Balls – insbesondere auf die räumliche und weniger auf die zeitliche Genauigkeit auswirken. Um diese Vorhersage zu testen, führten 42 Probanden eine manuelle Interzeptionsaufgabe auf einem großen Touchscreen aus. Den Probanden wurde ein weißer Kreis (Durchmesser: 4, 9 cm) präsentiert, der einen Ball symbolisierte und der sich in einer Parabelflugkurve über einen schwarzen Hintergrund bewegte. Bevor der Ball eine weiße Grundlinie kreuzte, wurde der Ball okkludiert und die Probanden mussten den Zeitpunkt und den Ort des Kreuzens abschätzen, indem sie mit ihrem dominanten Zeigefinger zur richtigen Zeit an die richtige Stelle auf der Linie drückten (Interzeption). Der visuelle Informationsgehalt wurde manipuliert, indem der Ball in fünf Schritten systematisch unschärfer gemacht wurde (fünf Bedingungen). Das gesamte Experiment umfasste 270 randomisierte Trials mit variierenden Trajektorien, Geschwindigkeiten, Okklusionszeiten, Richtungen und Unschärfegraden und dauerte inklusive Instruktionen, Sehtest (Voraussetzung zur Teilnahme) und Fragebogen etwa eine Stunde. Multilevel-Modelle zeigten, dass sich der räumliche variable Fehler (Streuung) mit steigender Unschärfe signifikant vergrößerte (p < .001). Unerwarteterweise änderte sich der zeitliche variable Fehler in ähnlicher Weise (p < .001), während der zeitliche konstante Fehler (Mittelwert) mit steigender Unschärfe abnahm (p < .001). Eine mögliche Erklärung könnte damit zusammenhängen, dass das Weichzeichnen des Balles gleichzeitig mit einer Änderung im Kontrastwert und in der Größe des Balls einherging. Um zu kontrollieren, ob diese unerwarteten Effekte möglicherweise durch die Größenänderung beeinflusst wurden und um zu untersuchen, ob Kontraständerungen die Effekte von Unschärfe erklären können, wurde ein zweites Experiment durchgeführt. Anstelle von Unschärfe wurde der Kontrastwert des Balls im Vergleich zum schwarzen Hintergrund manipuliert, um den visuellen Informationsgehalt zu manipulieren, ohne die Größe des Objekts zu ändern. Im Gegensatz zum ersten Experiment gab es keinen Effekt auf die räumliche Genauigkeit, allerdings einen signifikanten wenn auch unsystematischen Effekt auf den zeitlichen variablen Fehler (p < .007) (die Reaktionen der Teilnehmer waren nur für den zweitniedrigsten Kontrast unpräziser). Die Ergebnisse des ersten Experiments scheinen nicht durch die konfundierenden Kontraständerungen erklärt werden zu können. Anders als vorhergesagt, deuten die Ergebnisse beider Experimente darauf hin, dass Manipulationen des visuellen Informationsgehalts auch die zeitliche Genauigkeit einer motorischen Reaktion beeinflussen können. Die räumliche Genauigkeit scheint von Änderungen des Kontrasts unabhängig zu sein, wird allerdings durch Unschärfe verringert.

M3 - Konferenzbeitrag - Abstract in Konferenzband

SP - 156

BT - Zukunft der Sportpsychologie

A2 - Amesberger, Günther

A2 - Würth, Sabine

A2 - Finkenzeller, Thomas

PB - Universität Salzburg

CY - Salzburg

T2 - Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie

Y2 - 21 May 2020 through 23 May 2020

ER -

ID: 6150068