Bestimmung der Herzfrequenz- und Sauerstoffaufnahmekinetik zur Beurteilung der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit bei Nachwuchsleistungssportlern mit verschiedenen Trainingsbelastungen am Beispiel Handball und Schwimmen

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Zweck: Die Herzfrequenz- (HF) und Sauerstoffaufnahme- (V̇O2) Kinetik sind limitierende Faktoren für eine hohe aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit. Fällt die Kinetik bei eintretender Belastung (On-Kinetik) langsam aus oder ist die Kinetik bei endender Belastung (Off-Kinetik) zu schnell, geht dies mit einer minderen Aktivierung der oxidativen Phosphorylierung bzw. einer geringeren Intensität der PCr-Resynthese einher. In der vorliegenden Arbeit wird die Hypothese aufgestellt, dass die pulmonale (V̇O2pulm), muskuläre (V̇O2musc) V̇O2- und HF-On-Kinetik bei Nachwuchsleistungsschwimmern (S) im Vergleich zu Nachwuchsleistungshandballspielern (HB) schneller ist.
Methode: 43 Probanden (S: n=21, 16.2±2.5 Jahre, 181.5±7.9 cm, 68.6±9.4 kg, HB: n=22, 15.5±0.7 Jahre, 180.5±10.6 cm, 74.4±13.7 kg) absolvierten ein moderates Belastungsprotokoll mit dynamischen Belastungswechseln (30-80 W) auf einem Fahrradergometer. HF- und V̇O2pulm-Kinetik wurden direkt mittels EKG und Spirometrie gemessen. V̇O2musc wurde mit einem Rückrechenmodell abgeschätzt. Die Kinetik wurde mittels Zeitreihenanalyse berechnet. Je höher das Maxima der Kreuzkorrelationsfunktion (CCFpeak) des jeweiligen Parameters (V̇O2pulm; V̇O2musc und HF), desto schneller war die kinetische Reaktion.
Ergebnisse: Die Kinetik der HF (HB: 0.32±0.08 vs. S: 0.35±0.08; p=0.195) und der V̇O2pulm (0.35±0.06 vs. 0.38±0.10; p=0.200) zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Die Kinetik der V̇O2musc (0.36±0.06 vs. 0.40±0.06; p=0.032) war bei Schwimmern im Vergleich zu den Handballspielern signifikant schneller.
Schlussfolgerungen: Es scheint, dass sich ein kontinuierliches aerobes Ausdauertraining wie beim Schwimmen günstiger auf eine schnelle V̇O2-Kinetik auswirkt als ein intermittierendes Training wie beim Handball. Die schnellere muskuläre V̇O2-On-Kinetik bedeutet in diesem Fall eine schnellere Kompensation des O2-Mehrbedarfs in der arbeitenden Muskulatur bei Belastungsbeginn im moderaten Bereich und somit eine bessere aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit der Schwimmer. Zur weiteren Validierung der hier erfassten Ergebnisse sind weitere Messungen (z.B.: Bestimmung der PCr-Kinetiken) nötig.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
VerlagDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang136
PublikationsstatusUnveröffentlicht - 2022

ID: 6465059

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