Betriebliche Gesundheitsförderung: Kein Standardwerk

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Neben der individuellen Bedeutung von Gesundheit für jeden Menschen, steigt auch die Rele- vanz von „gesunden Beschäftigten“. Gerade in Zeiten von Vollbeschäftigung, Fachkräftemangel und höherem Renteneintrittsalter, rückt die Gesundheit der Beschäftigten und die damit verbundene Arbeits- fähigkeit jedes Einzelnen stärker in den Fokus. Staat, Sozialversicherungsträger und Unternehmen sind zunehmend daran interessiert, Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen gesundheitsförderlich zu gestal- ten. Hierbei bildet die BGF den Rahmen für die existierenden gesundheitsförderlichen Interventionen, die in einer Vielzahl im betrieblichen Setting vorzufinden sind. Die Arbeitspause kann in diesem Kontext als geeignete Intervention angesehen werden, die jedoch sehr vielfältig in der Ausgestaltung sein kann.
Im Rahmen dieser Dissertation wurden drei Forschungsarbeiten veröffentlicht, die die Intention hatten, Hinweise zur optimalen Ausgestaltung von Interventionen der BGF und insbesondere von Ar- beitspausen zu geben. Die erste Studie untersuchte die Frage, welcher Inhalt einer Pausenintervention den positivsten Effekt erzielen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass die individuellen Effekte keine allge- meingültigen Aussagen zur Wirkung zulassen, sondern nur Tendenzen aufzeigen konnten. Aus diesen Ergebnissen leitete sich die weiterführende Frage nach einer geeigneten Methodenkombination ab. Dieser Frage widmete sich die zweite Veröffentlichung, indem hier die theoretischen und methodischen Konstrukte vorhandener experimenteller Arbeitspausenstudien untersucht und aufbereitet wurden. Es konnte festgestellt werden, dass der vielfältige Methodeneinsatz und fehlende anerkannte theoretische Modelle für die Arbeitspausenforschung zu einer schwierigen Vergleichbarkeit der vorhandenen Studien geführt haben. Die dritte Veröffentlichung erweiterte das Blickfeld auf die gesamte Vielfalt der Interven- tionen der BGF, mit der Frage, welche dieser Interventionen besonders wirksam sind. Die Evidenz zu Interventionen der BGF ist bisher gering und vergleichbar mit der zu Arbeitspausen. Die direkte Wirkung von einzelnen Interventionen ist insgesamt nur tendenziell zu beobachten. Einzelstudien konnten zwar positive Effekte für bestimmte Interventionen zeigen, Übersichtsarbeiten konnten die Ergebnisse der Einzelstudien jedoch nicht als evidenzbasierte Empfehlungen bestätigen. Multikausale Zusammen- hänge und die Höhe der Teilnehmerquoten an bestimmten Interventionen wurden bei den bisherigen Forschungsarbeiten vernachlässigt, könnten jedoch erfolgsversprechende Ansatzpunkte für die Opti- mierung von Forschungsarbeiten zur BGF bieten.
Auch wenn Gesundheit sehr individuell ist und ein vielfältiger Methodeneinsatz dies zu berück- sichtigen versucht, so könnte die Standardisierung auf theoretischer und methodischer Ebene zu einer stärkeren Evidenzbildung in der Zukunft beitragen. Aufgrund der Individualität der Gesundheit sind eine gezielte Sensibilisierung und ein hiermit verbundenes vielfältiges Angebot an BGF-Interventionen wich- tige Voraussetzungen für eine funktionierende BGF. Bis die Studienlage konkretere Interventionen für bestimmte Belastungssituationen benennen kann, bieten diese allgemeinen Empfehlungen, zusammen mit den Chancen der Digitalisierung von Gesundheitsinterventionen, eine gute Grundlage für erfolgrei- che Gesundheitsförderung auf betrieblicher Ebene und somit zum langfristigen Erhalt der Arbeitsfähig- keit sowie der Gesundheit von Beschäftigten.

I
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang42
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2020

Bibliographische Notiz

Kumulative Dissertation

ID: 5371220

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