Das sportpolitische System Spaniens: Eine theoretisch-empirische Analyse von Akteuren, Outputs und Entwicklungslinien

Publikationen: Buch/BerichtDissertationsschrift

AutorInnen

Forschungseinrichtungen

Details

Die vorliegende Arbeit leistet einen wissenschaftlichen Beitrag zur Forschungsdisziplin der Sportpolitik. Für den Teilbereich der Länderstudien und Systemanalysen fließen sowohl neue empirische Erkenntnisse zum Land Spanien als auch theoretisch-konzep- tionelle Überlegungen systemtheoretischer und ergänzender Ansätze aus der Politik- wissenschaft ein. Das übergeordnete Ziel dieser Arbeit liegt darin, das sportpolitische System Spaniens aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive zu charakterisieren, wobei das Verhältnis zwischen Sport und Politik auf der nationalen Ebene im Zentrum der Analyse steht. Dazu werden mit Akteuren, Outputs und Entwicklungslinien die zen- tralen drei Untersuchungsschwerpunkte formuliert. Der Leistungssport und der Breiten- sport bilden als sportpolitisch besonders relevante Felder den inhaltlichen Bezug der Arbeit.
Die sportbezogenen Artikel der spanischen Verfassung und das spanische Sportgesetz stellen den formalen Rahmen für die Interaktionen der sportpolitischen Akteure dar. Bei der Entwicklung und Implementierung der Outputs gilt das Prinzip des Konsens und der Kooperation. Die Entscheidungsprozesse initiiert, dominiert und steuert die natio- nale Sportverwaltung im Auftrag des Staates, die eng mit den Sportartenverbänden zu- sammenarbeitet. Das hohe Einflusspotenzial, das die Verwaltung ohne größere Wider- stände nutzt, ist von den Sportorganisationen weitgehend akzeptiert oder sogar er- wünscht. Das Sportsystem und das Politiksystem haben ein Interesse an einer intensi- ven Austauschbeziehung: Der organisierte Leistungssport kann durch die Subventio- nen und staatlichen Förderprogramme international konkurrenzfähig agieren. Die er- zielten Medaillen und Top-Platzierungen nutzt der Staat zur positiven Außendarstellung und Markenbildung. Diese gegenseitige Bereitstellung von fremden Leistungen entlas- tet das jeweilige System. Ein Austauschverhältnis trifft für den Breitensport nicht zu, da dieser – im Gegensatz zum institutionalisierten Leistungssport – nur schwach organi- siert ist. Charakteristisch für das sportpolitische System Spaniens ist zudem die Offen- heit der Kompetenzverteilung zwischen der nationalen und regionalen Ebene.
Auf den zentralen theoretisch wie empirisch erschlossenen Erkenntnisse aufbauend schlägt die vorliegende Arbeit abschließend ein Modell vor, das staatliche Interventi- onsformen und darauf zurückzuführende Reaktionsformen des organisierten Sports ka- tegorisiert.

OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang379
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2017

ID: 4449675

Dokumente

Beziehungsdiagramm anzeigen