Der Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Erythrozytenverformbarkeit bei chronischen Erkrankungen

Publikationen: Buch/BerichtDissertationsschriftForschung

AutorInnen

  • Basit Ahmad

Forschungseinrichtungen

Details

Die Erythrozytenverformbarkeit stellt eine wesentliche Determinante für die Mikrozirkulation dar. Eine Verschlechterung dieser hämorheologischen Eigenschaft kann bei Patienten mit chronischen Erkankungen nachgewiesen werden. Bisher liegen keine Untersuchungen vor, welche den Einfluss von unterschiedlichen Sportinterventionen auf die Erythrozytenverformbarkeit bei Patienten mit COPD, Diabetes mellitus Typ-2 und HIV analysieren. Methoden: COPD-Patienten wurden während eines zehnwöchigen, moderaten Kraft- und Ausdauertrainingsprogramms untersucht. Darüber hinaus wurde ein Kollektiv von Patienten mit Diabetes mellitus Typ-2 zu einem intensiveren Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer rekrutiert. In einem weiteren Projekt wurden HIV-Patienten über die Dauer eines Jahres auf einen Marathonlauf vorbereitet. Zur Bestimmung der Erythrozytenverformbarkeit erfolgten bei allen drei Patientengruppen Blutentnahmen zu Beginn und am Ende der Trainingsperioden. Dabei wurden die Patienten bis zur subjektiven Erschöpfung belastet. Die Erythrozytenverformbarkeit wurde hauptsächlich zu Beginn und am Ende der Akutbelastung ausgewertet. Ergebnisse: Eine akute Belastung bis zur subjektiven Erschöpfung führte bei keinem Patientenkollektiv zu Veränderungen der Erythrozytenverformbarkeit. Die COPD-Patienten zeigten nach den moderaten Trainingsinterventionen eine erhöhte Erythrozytenverformbarkeit. Gegensätzlich reduzierte sich die Erythrozyten-verformbarkeit bei Diabetikern nach der intensiveren Ausdauerintervention. Die HIV-Patienten verbesserten in der ersten moderaten Trainingsphase die Erythrozytenverformbarkeit, jedoch reduzierten sich diese Werte nach der intensiven Trainingsperiode. Zusammenfassung: Aus den Untersuchungsergebnissen geht hervor, dass moderates Training die Erythrozytenverformbarkeit bei Patienten mit chronischen Erkrankungen optimiert, während intensive Trainingsperioden zu Verschlechterungen führen. Anscheinend bewirken einmalige, subjektive Ausbelastungen keine Veränderungen dieses Parameters. Die Trainingsintensitäten bei chronischen Erkrankungen sollten demnach moderat und langfristig gesteigert werden. Ein zu intensives Training kann die hämorheologischen Eigenschaften beeinträchtigen. Diese Erkenntnisse sollten insbesondere bei sporttherapeutischen Interventionen mit chronisch erkrankten Patienten berücksichtigt werden.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang150
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2014

ID: 400991

Beziehungsdiagramm anzeigen