Effekte eines kombinierten Ausdauer- und Krafttrainings auf die Muskelkraft während der Intensivtherapie in der pädiatrischen Onkologie: Ergebnisse einer randomisiert kontrollierten Studie

Publikationen: Buch/BerichtDissertationsschriftForschung

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Bei Krebspatienten werden reduzierte Muskelmasse und -kraft häufig beobachtet. Die Therapietoleranz und Prognose bei einer onkologischen Erkrankung stehen in positivem Zusammenhang mit der Muskelfunktion. Durch gezieltes Training konnte die Muskelkraft bei erwachsenen Krebspatienten bereits positiv beeinflusst werden. Dies ging mit positiven Effekten auf das physische und mentale Befinden der Patienten einher. Bei Kindern und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung ist die Evidenzlage hierzu jedoch dürftig.
In der vorliegenden Studie wurden Trainingseffekte eines kombinierten Kraft- und Ausdauertrainings während der Intensivtherapie auf der Normalstation der pädiatrischen Onkologie untersucht. Hierfür wurden im Rahmen eines randomisiert kontrollierten Studiendesigns pädiatrische Patienten mit einer onkologischen Erkrankung eingeschlossen. Patienten der Sportgruppe (SG) nahmen am betreuten Trainingsprogramm teil, wohingegen Patienten der Kontrollgruppe (KG) die Usual Care ohne zusätzlich betreutes Sportprogramm erhielten.
Insgesamt absolvierten 33 Patienten im Alter von 4,1 bis 17,7 Jahren, davon 20 männliche, die Studie. In der SG trainierten 16 Patienten 2,7 ± 1,2 Mal wöchentlich für 8,0 ± 2,0 Wochen. Ergebnisse zeigten zugunsten der SG signifikante Gruppen-Zeit-Interaktionen für die Beinbeuger-Kraft (p = 0,027), die sechs-Minuten-Gehleistung (p = 0,049), das von Eltern bewertete Fatigue-Niveau der Kinder (Gesamtscore p = 0,013; Unterskala Erschöpfung p = 0,018; Unterskala Geistige Ermüdung p = 0,046), die von Patienten selbst bewertete Lebensqualität (Unterskala Selbstwert p = 0,040; Einzelfrage zu Kraft und Ausdauer p = 0,046) und für den von Patienten angegeben Umfang von Sport und Bewegung (p = 0,014). Zudem nahm die Fatigue in der SG vom Pre- zum Post-Test signifikant ab (p = 0,026), nicht dahingegen in der KG. Keine signifikanten Gruppen-Zeit-Interaktionen waren für die Armkraft, die Körperzusammensetzung, das von Patienten selbst bewertete Fatigue-Niveau und für die von Eltern bewertete Lebensqualität ihrer Kinder zu beobachten.
Die durchgeführte Intervention zeigte positive Trainingseffekte in der pädiatrischen Onkologie. Beruhend auf den vorliegenden Erkenntnissen ist eine weitere Optimierung von pädiatrisch onkologischer Trainingstherapie erstrebenswert, um zur Verbesserung der Lebensqualität von onkologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen beizutragen.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang70
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2019

ID: 5116009

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