Ein modifizierter Laktat-Minimum-Test als alternatives Verfahren in der Ausdauerleistungsdiagnostik

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Einleitung: Anlässlich einer adäquaten Trainingssteuerung in vor allem konditionell determinierten Sportarten hat die Diagnostik der Ausdauerleistungsfähigkeit heute massiv an Bedeutung gewonnen. Das gängigste Testverfahren im Laufen und Radfahren stellt der sogenannte Stufentest dar, anhand dessen laktatbasierte Schwellen sowie, zumeist im Labor, die maximal erreichte Sauerstoffaufnahme (VO2max) und Herzfrequenz (HFmax) erfasst werden. Und obwohl die Komplexität der Laktatkinetik unter Belastung keine direkten Aussagen über die anaerobe Schwelle bzw. das Maximale Laktat-Steady-State (MLSS) anhand einfacher Laktatleistungskurven zulässt, sind dennoch Konzepte, wie das „onset of blood lactate accumulation“ (OBLA) oder das Dmax, die bevorzugten Methoden zu dessen Bestimmung. Der Laktat-Minimum-Test (LMT) ist zwar ein physiologisch begründbares Verfahren und zeigte bereits vielfach eine hohe Übereinstimmung mit dem MLSS, die meisten Testprotokolle entsprechen aber bislang nicht den Anforderungen einer komplexen Ausdauerleistungsdiagnostik.
Ziel: Absicht dieser Studie war deshalb die Evaluation eines modifizierten LMT auf dem Laufband, der sowohl die Bestimmung des MLSS, als auch weiterer metabolischer Kenngrößen ohne Vorkenntnisse über die Leistungsfähigkeit des Athleten ermöglicht.
Methodik: 21 erfahrene Läufer absolvierten einen Stufentest (Start bei 2,4 m/s, +0,4 m/s alle 5 min) zur Erfassung von OBLA und Dmax sowie der VO2max und HFmax. Der LMT startete mit einem Rampentest (Start 2,4 m/s, + 0,2 m/s je 1 min) zur Anhebung der Blutlaktatkonzentration und zur Bestimmung von VO2max und HFmax. Eine daran anschließende zweite Belastungsphase (Start individuell, +0,1 m/s alle 2 min) diente der Erfassung des Laktat-Minimums einerseits anhand des absolut niedrigsten Messwertes (LMabs) und andererseits anhand eines Polynoms dritten Grades (LMpol). Zwei oder mehr 30-minütige Dauertests sollten das MLSS als Validierungskriterium herausstellen.
Ergebnisse: Die mittleren Differenzen zum MLSS lagen bei 0,01 ± 0,14 m/s (LMabs), 0,04 ± 0,15 m/s (LMpol), -0,06 ± 0,31 m/s (OBLA) und -0,08 m/s (Dmax). LMabs zeigte somit die größte Übereinstimmung. Die Intraklassen Korrelationen (ICC) zwischen MLSS und den Schwellen zeigen mit 0,964 (LMabs), 0,956 (LMpol), 0,916 (Dmax) und 0,885 (OBLA) vergleichbare Ergebnisse. Die VO2max im Stufentest war mit durchschnittlich 4,42 ± 0,44 L/min zudem signifikant niedriger (p = 0,013) als im Rampentest (4,58 ± 0,58 L/min).
Diskussion: Der angewandte LMT eignet sich sowohl zur Erfassung des MLSS, als auch zur umfassenden Bestimmung kardiorespiratorischer Maximalwerte. Die geringe interindividuelle Variabilität der Differenzen zum MLSS legt darüber hinaus den Vorteil gegenüber etablierten Schwellenmodellen nahe. Anforderungen an künftige Studien sind vor allem die Überprüfung der Test-Retest-Reliabilität und der Sensitivität im Hinblick auf trainingsbedingte Veränderungen des MLSS.
OriginalspracheDeutsch
TitelTraining im Sport : Jahrestagung dvs-Sektion Trainingswissenschaft
Redakteure/-innenRobert Collette, Stefan Endler, Thiemo Pelzer, Christian Rasche, Christian Winter, Mark Pfeiffer
Seitenumfang2
Herausgeber/inDeutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs)
Erscheinungsdatum09.2017
Seiten75-76
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 09.2017
VeranstaltungJahrestagung der dvs-Sektion Trainingswissenschaft - Mainz, Deutschland
Dauer: 20.09.201722.09.2017
Konferenznummer: 14

ID: 3116731

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