Einfluss körperlicher Aktivität auf die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung unter besonderer Berücksichtigung des hepatozellulären Karzinoms

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Hintergrund: In Europa liegt die Häufigkeit der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) schätzungsweise bei 20-30% der Normalbevölkerung. Bei einem Teil kommt es im Verlauf zu einer Steatohepatitis (NASH) mit erhöhtem Risiko für eine Leberzirrhose, aus der sich wiederum ein hepatozelluläres Karzinom (HCC) entwickeln kann. Die NAFLD ist prinzipiell vollständig rückbildungsfähig, wobei eine Lebensstilmodifikation die zentrale Rolle spielt. Eine besondere Bedeutung scheint hierbei einer Steigerung der körperlichen Aktivität zuzukommen. Die vorliegende Arbeit will daher einen Überblick über die aktuell verfügbare Literatur zum Einfluss körperlicher Aktivität auf die NAFLD geben mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem HCC.
Methodik: Systematische Literatursuche in der medizinischen Datenbank Pubmed, wobei sowohl humane als auch tierexperimentelle Studien berücksichtigt wurden. Als geeignet wurden Arbeiten angesehen, die den Einfluss verschiedener Arten von körperlicher Aktivität auf die NAFLD und das HCC untersuchten.
Ergebnisse: Im Tierversuch ließ sich durch körperliche Aktivität die NAFLD verbessern, auch konnten ein geringerer Inflammationsgrad der Leber sowie günstigere Zytokinprofile nachgewiesen werden. Ultrastrukturell konnte gezeigt werden, dass sich körperliches Training positiv auf die Lebermitochondrien und die Atmungskette auswirkt. Untersuchungen am Menschen demonstrieren, dass mit steigender körperlicher Aktivität das Risiko einer NAFLD sinkt. Außerdem ließen sich hierdurch der Fettgehalt der Leber reduzieren und die Körperfettzusammensetzung günstig beeinflussen, und zwar unabhängig von einer Gewichtsreduktion. Kraft- und Ausdauertraining scheinen hierbei vergleichbare Effekte zu haben. Vermutlich besteht eine Art Dosis-Wirkungs-Beziehung, da sowohl eine höhere Intensität als auch eine längere Dauer der Aktivität zu besseren Ergebnissen führen. Gelingt zusätzlich eine Gewichtsreduktion, potenzieren sich die positiven Effekte. Bezüglich des HCC gibt es aktuell nur wenig Literatur, dieser Tumor scheint sich aber ebenfalls durch körperliche Aktivität günstig beeinflussen lassen.
Folgerungen: Da medikamentöse Therapien bisher nicht existieren, haben Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität in der Behandlung der NAFLD eine zentrale Bedeutung. Wesentlich scheint hier die Steigerung der körperlichen Aktivität zu sein, die die Erkrankung auch unabhängig von einer Gewichtsreduktion günstig beeinflussen und sowohl den Lipidgehalt der Leber senken als auch die Körperfettzusammensetzung verbessern kann. Auch das Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom lässt sich möglicherweise hierdurch reduzieren.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang124
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2017

ID: 3039720

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