Empowerment-Klima und Erfahrungen interpersonaler Gewalt von Athlet*innen im organisierten Sport

Publikationen: Beitrag in Buch/Bericht/KonferenzbandKonferenzbeitrag - Abstract in KonferenzbandForschungBegutachtung

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Empowerment-Klima und Erfahrungen interpersonaler Gewalt von Athlet*innen im organisierten Sport. / Schäfer, Alina; Ohlert, Jeannine; Allroggen, Marc.

asp 2021 - Abstractband : Talententwicklung & Coaching im Sport : 53. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) : Tübingen (online, 13.-15.05.2021). Hrsg. / Oliver Höner; Svenja Wachsmuth; Martin Leo Reinhard; Florian Schulz. Tübingen : Eberhard Karls Universität Tübingen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für Sportwissenschaft, 2021. S. 67.

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Schäfer, A, Ohlert, J & Allroggen, M 2021, Empowerment-Klima und Erfahrungen interpersonaler Gewalt von Athlet*innen im organisierten Sport. in O Höner, S Wachsmuth, ML Reinhard & F Schulz (Hrsg.), asp 2021 - Abstractband : Talententwicklung & Coaching im Sport : 53. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) : Tübingen (online, 13.-15.05.2021). Eberhard Karls Universität Tübingen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für Sportwissenschaft, Tübingen, S. 67, Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie, Tübingen, Deutschland, 13.05.21. https://doi.org/10.15496/publikation-57943

APA

Schäfer, A., Ohlert, J., & Allroggen, M. (2021). Empowerment-Klima und Erfahrungen interpersonaler Gewalt von Athlet*innen im organisierten Sport. in O. Höner, S. Wachsmuth, M. L. Reinhard, & F. Schulz (Hrsg.), asp 2021 - Abstractband : Talententwicklung & Coaching im Sport : 53. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) : Tübingen (online, 13.-15.05.2021) (S. 67). Eberhard Karls Universität Tübingen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für Sportwissenschaft. https://doi.org/10.15496/publikation-57943

Vancouver

Schäfer A, Ohlert J, Allroggen M. Empowerment-Klima und Erfahrungen interpersonaler Gewalt von Athlet*innen im organisierten Sport. in Höner O, Wachsmuth S, Reinhard ML, Schulz F, Hrsg., asp 2021 - Abstractband : Talententwicklung & Coaching im Sport : 53. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) : Tübingen (online, 13.-15.05.2021). Tübingen: Eberhard Karls Universität Tübingen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für Sportwissenschaft. 2021. S. 67 https://doi.org/10.15496/publikation-57943

Bibtex

@inbook{f2ee6494e0ce4ba2bee10b2bb6bf1568,
title = "Empowerment-Klima und Erfahrungen interpersonaler Gewalt von Athlet*innen im organisierten Sport",
abstract = "In Zusammenhang mit k{\"u}rzlich bekannt gewordenen F{\"a}llen interpersonaler Gewalt im organisierten Sport werden unter anderem der Umgang von Trainer*innen mit Athlet*innen sowie das vorherrschende Trainingsklima als beg{\"u}nstigender Faktor f{\"u}r deren Entstehung diskutiert. Laut Duda und Appleton (2016) kann das Trainingsklima durch Trainer*innen Empowermentst{\"a}rkend (Aufgabenorientierung, Autonomieunterst{\"u}tzung, soziale Unterst{\"u}tzung) oder Empowerment-schw{\"a}chend (Ego-Orientierung, Kontrolle) gestaltet sein. Dem Ansatz des Empowerment-Klimas liegt, entsprechend der Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan, 2000), zu Grunde, dass die drei psychologischen Grundbed{\"u}rfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit ber{\"u}cksichtigt werden und so die Entstehung intrinsischer Motivation der Athlet*innen beg{\"u}nstigt wird (Ohlert & Zepp, 2020). Zum Zusammenhang zwischen dem Empowerment-Klima und dem Auftreten interpersonaler Gewalt liegen bislang noch keine Studien vor, obwohl ein solcher Zusammenhang angenommen werden kann. Denn ein Empowerment-schw{\"a}chendes Klima unterstreicht die Machtposition der Trainerin bzw. des Trainers, was als Risikofaktor f{\"u}r das Auftreten interpersonaler Gewalt angesehen werden kann (Brackenridge, 2001). Um diese Forschungsl{\"u}cke zu schlie{\ss}en, wurden 830 Athlet*innen aus {\"u}ber 50 Sportarten (62% weiblich; Alter: M = 20.8, SD = 6.68) hinsichtlich des Empowerment-Klimas in ihrer Trainingsgruppe mittels der deutschen Version des EDMCQ (Ohlert, 2018) befragt. Zudem wurden ihre Erfahrungen interpersonaler Gewalt (psychische, k{\"o}rperliche und sexualisierte Gewalt) im Sport erhoben. Die Ergebnisse von drei MANOVAs zeigen, dass sich die Athlet*innen, die psychische (F(6, 641) = 4.180, p < .001, η2 = .038), k{\"o}rperliche (F(6, 638) = 6.425, p < .001, η2 = .057) oder sexualisierte Gewalt (F(6, 637) = 2.202, p = .041, η2 = .020) erfahren haben, hinsichtlich der Wahrnehmung des Empowerment-Klimas in ihrer Trainingsgruppe von den Athlet*innen unterscheiden, die keine Erfahrungen der jeweiligen Gewaltform gemacht haben. Betroffene Athlet*innen psychischer Gewalt empfinden weniger Aufgabenorientierung, Autonomieunterst{\"u}tzung und soziale Unterst{\"u}tzung sowie mehr Ego-Orientierung und Kontrolle. Betroffene Athlet*innen nehmen das Trainingsklima also als weniger Empowerment-st{\"a}rkend und mehr Empowerment-schw{\"a}chend wahr als nicht-betroffene Athlet*innen. Gleiches gilt f{\"u}r die betroffenen Athlet*innen k{\"o}rperlicher Gewalt im Vergleich zu nicht-betroffenen Athlet*innen. Betroffene Athlet*innen sexualisierter Gewalt nehmen das Trainingsklima ebenfalls als weniger Empowerment-st{\"a}rkend (mit Ausnahme hinsichtlich der sozialen Unterst{\"u}tzung) und mehr Empowerment-schw{\"a}chend wahr als nicht-betroffene Athlet*innen. Auch wenn die Ergebnisse keine direkten R{\"u}ckschl{\"u}sse auf das Empowerment-Klima als Ursache f{\"u}r das Auftreten interpersonaler Gewalt zulassen, geben sie einen Hinweis auf einen solchen Zusammenhang. Weitere Untersuchungen, wie beispielsweise eine qualitative Studie mit betroffenen Athlet*innen, sind notwendig um genauere Erkenntnisse zu erlangen. Basierend auf den Ergebnissen sollte zur Pr{\"a}vention sexualisierter Gewalt im Sport Athlet*innen mehr Mitspracherecht, beispielsweise hinsichtlich der Trainings- und Wettkampfplanung, einger{\"a}umt werden.",
author = "Alina Sch{\"a}fer and Jeannine Ohlert and Marc Allroggen",
note = "{\textcopyright} Eberhard Karls Universit{\"a}t T{\"u}bingen; Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft f{\"u}r Sportpsychologie : Talententwicklung &amp; Coaching im Sport, ASP 2021 ; Conference date: 13-05-2021 Through 15-05-2021",
year = "2021",
doi = "10.15496/publikation-57943",
language = "Deutsch",
pages = "67",
editor = "Oliver H{\"o}ner and Svenja Wachsmuth and Reinhard, {Martin Leo} and Florian Schulz",
booktitle = "asp 2021 - Abstractband",
publisher = "Eberhard Karls Universit{\"a}t T{\"u}bingen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakult{\"a}t, Institut f{\"u}r Sportwissenschaft",
url = "http://dx.doi.org/10.15496/publikation-57943, https://www.asp2021.de",

}

RIS

TY - CHAP

T1 - Empowerment-Klima und Erfahrungen interpersonaler Gewalt von Athlet*innen im organisierten Sport

AU - Schäfer, Alina

AU - Ohlert, Jeannine

AU - Allroggen, Marc

N1 - Conference code: 53

PY - 2021

Y1 - 2021

N2 - In Zusammenhang mit kürzlich bekannt gewordenen Fällen interpersonaler Gewalt im organisierten Sport werden unter anderem der Umgang von Trainer*innen mit Athlet*innen sowie das vorherrschende Trainingsklima als begünstigender Faktor für deren Entstehung diskutiert. Laut Duda und Appleton (2016) kann das Trainingsklima durch Trainer*innen Empowermentstärkend (Aufgabenorientierung, Autonomieunterstützung, soziale Unterstützung) oder Empowerment-schwächend (Ego-Orientierung, Kontrolle) gestaltet sein. Dem Ansatz des Empowerment-Klimas liegt, entsprechend der Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan, 2000), zu Grunde, dass die drei psychologischen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit berücksichtigt werden und so die Entstehung intrinsischer Motivation der Athlet*innen begünstigt wird (Ohlert & Zepp, 2020). Zum Zusammenhang zwischen dem Empowerment-Klima und dem Auftreten interpersonaler Gewalt liegen bislang noch keine Studien vor, obwohl ein solcher Zusammenhang angenommen werden kann. Denn ein Empowerment-schwächendes Klima unterstreicht die Machtposition der Trainerin bzw. des Trainers, was als Risikofaktor für das Auftreten interpersonaler Gewalt angesehen werden kann (Brackenridge, 2001). Um diese Forschungslücke zu schließen, wurden 830 Athlet*innen aus über 50 Sportarten (62% weiblich; Alter: M = 20.8, SD = 6.68) hinsichtlich des Empowerment-Klimas in ihrer Trainingsgruppe mittels der deutschen Version des EDMCQ (Ohlert, 2018) befragt. Zudem wurden ihre Erfahrungen interpersonaler Gewalt (psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt) im Sport erhoben. Die Ergebnisse von drei MANOVAs zeigen, dass sich die Athlet*innen, die psychische (F(6, 641) = 4.180, p < .001, η2 = .038), körperliche (F(6, 638) = 6.425, p < .001, η2 = .057) oder sexualisierte Gewalt (F(6, 637) = 2.202, p = .041, η2 = .020) erfahren haben, hinsichtlich der Wahrnehmung des Empowerment-Klimas in ihrer Trainingsgruppe von den Athlet*innen unterscheiden, die keine Erfahrungen der jeweiligen Gewaltform gemacht haben. Betroffene Athlet*innen psychischer Gewalt empfinden weniger Aufgabenorientierung, Autonomieunterstützung und soziale Unterstützung sowie mehr Ego-Orientierung und Kontrolle. Betroffene Athlet*innen nehmen das Trainingsklima also als weniger Empowerment-stärkend und mehr Empowerment-schwächend wahr als nicht-betroffene Athlet*innen. Gleiches gilt für die betroffenen Athlet*innen körperlicher Gewalt im Vergleich zu nicht-betroffenen Athlet*innen. Betroffene Athlet*innen sexualisierter Gewalt nehmen das Trainingsklima ebenfalls als weniger Empowerment-stärkend (mit Ausnahme hinsichtlich der sozialen Unterstützung) und mehr Empowerment-schwächend wahr als nicht-betroffene Athlet*innen. Auch wenn die Ergebnisse keine direkten Rückschlüsse auf das Empowerment-Klima als Ursache für das Auftreten interpersonaler Gewalt zulassen, geben sie einen Hinweis auf einen solchen Zusammenhang. Weitere Untersuchungen, wie beispielsweise eine qualitative Studie mit betroffenen Athlet*innen, sind notwendig um genauere Erkenntnisse zu erlangen. Basierend auf den Ergebnissen sollte zur Prävention sexualisierter Gewalt im Sport Athlet*innen mehr Mitspracherecht, beispielsweise hinsichtlich der Trainings- und Wettkampfplanung, eingeräumt werden.

AB - In Zusammenhang mit kürzlich bekannt gewordenen Fällen interpersonaler Gewalt im organisierten Sport werden unter anderem der Umgang von Trainer*innen mit Athlet*innen sowie das vorherrschende Trainingsklima als begünstigender Faktor für deren Entstehung diskutiert. Laut Duda und Appleton (2016) kann das Trainingsklima durch Trainer*innen Empowermentstärkend (Aufgabenorientierung, Autonomieunterstützung, soziale Unterstützung) oder Empowerment-schwächend (Ego-Orientierung, Kontrolle) gestaltet sein. Dem Ansatz des Empowerment-Klimas liegt, entsprechend der Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan, 2000), zu Grunde, dass die drei psychologischen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit berücksichtigt werden und so die Entstehung intrinsischer Motivation der Athlet*innen begünstigt wird (Ohlert & Zepp, 2020). Zum Zusammenhang zwischen dem Empowerment-Klima und dem Auftreten interpersonaler Gewalt liegen bislang noch keine Studien vor, obwohl ein solcher Zusammenhang angenommen werden kann. Denn ein Empowerment-schwächendes Klima unterstreicht die Machtposition der Trainerin bzw. des Trainers, was als Risikofaktor für das Auftreten interpersonaler Gewalt angesehen werden kann (Brackenridge, 2001). Um diese Forschungslücke zu schließen, wurden 830 Athlet*innen aus über 50 Sportarten (62% weiblich; Alter: M = 20.8, SD = 6.68) hinsichtlich des Empowerment-Klimas in ihrer Trainingsgruppe mittels der deutschen Version des EDMCQ (Ohlert, 2018) befragt. Zudem wurden ihre Erfahrungen interpersonaler Gewalt (psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt) im Sport erhoben. Die Ergebnisse von drei MANOVAs zeigen, dass sich die Athlet*innen, die psychische (F(6, 641) = 4.180, p < .001, η2 = .038), körperliche (F(6, 638) = 6.425, p < .001, η2 = .057) oder sexualisierte Gewalt (F(6, 637) = 2.202, p = .041, η2 = .020) erfahren haben, hinsichtlich der Wahrnehmung des Empowerment-Klimas in ihrer Trainingsgruppe von den Athlet*innen unterscheiden, die keine Erfahrungen der jeweiligen Gewaltform gemacht haben. Betroffene Athlet*innen psychischer Gewalt empfinden weniger Aufgabenorientierung, Autonomieunterstützung und soziale Unterstützung sowie mehr Ego-Orientierung und Kontrolle. Betroffene Athlet*innen nehmen das Trainingsklima also als weniger Empowerment-stärkend und mehr Empowerment-schwächend wahr als nicht-betroffene Athlet*innen. Gleiches gilt für die betroffenen Athlet*innen körperlicher Gewalt im Vergleich zu nicht-betroffenen Athlet*innen. Betroffene Athlet*innen sexualisierter Gewalt nehmen das Trainingsklima ebenfalls als weniger Empowerment-stärkend (mit Ausnahme hinsichtlich der sozialen Unterstützung) und mehr Empowerment-schwächend wahr als nicht-betroffene Athlet*innen. Auch wenn die Ergebnisse keine direkten Rückschlüsse auf das Empowerment-Klima als Ursache für das Auftreten interpersonaler Gewalt zulassen, geben sie einen Hinweis auf einen solchen Zusammenhang. Weitere Untersuchungen, wie beispielsweise eine qualitative Studie mit betroffenen Athlet*innen, sind notwendig um genauere Erkenntnisse zu erlangen. Basierend auf den Ergebnissen sollte zur Prävention sexualisierter Gewalt im Sport Athlet*innen mehr Mitspracherecht, beispielsweise hinsichtlich der Trainings- und Wettkampfplanung, eingeräumt werden.

U2 - 10.15496/publikation-57943

DO - 10.15496/publikation-57943

M3 - Konferenzbeitrag - Abstract in Konferenzband

SP - 67

BT - asp 2021 - Abstractband

A2 - Höner, Oliver

A2 - Wachsmuth, Svenja

A2 - Reinhard, Martin Leo

A2 - Schulz, Florian

PB - Eberhard Karls Universität Tübingen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für Sportwissenschaft

CY - Tübingen

T2 - Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie

Y2 - 13 May 2021 through 15 May 2021

ER -

ID: 6307794