Entwicklung einer webbasierten Intervention zur Aktivitätsförderung bei Patient:innen mit Typ-2 Diabetes mellitus und Koronarer Herzkrankheit

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Hintergrund und Zielstellung
Körperliche Aktivität kann als ein wesentlicher Bestandteil der Basistherapie bei Typ-2 Diabetes mellitus (T2DM) und Koronarer Herzkrankheit (KHK) einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf und die Prävention von Begleiterkrankungen nehmen. Digitale Interventionen können Patient:innen bei der Steigerung der körperlichen Aktivität unterstützen und somit einen Beitrag zu einer erfolgreichen Behandlung leisten. Der Erfolg digitaler Interventionen scheint abhängig von einer verhaltenstheoretischen Grundlage sowie einem nutzerorientierten, iterativen Entwicklungsprozess (Yardley et al., 2015). Im Rahmen des Projektes Personalisiertes Selbstmanagement-Unterstützungsprogramm (P-SUP; Konerding et al., 2021) ist eine digitale Intervention zur Steigerung der körperlichen Aktivität für Personen mit T2DM und KHK konzipiert worden und befindet sich aktuell in der Erprobung.

Methoden
Die digitale Intervention wurde unter Einbezug des IDEAS-Frameworks (Mummah et al., 2016) entwickelt. Die verhaltenstheoretische Grundlage der Intervention bildet das sozialkognitive Prozessmodell des Gesundheitsverhaltens (HAPA) (Schwarzer, 2004). In einem interdisziplinären Workshop wurden Barrieren sowie Bedarfe der Zielgruppe identifiziert und unter Verwendung von Personas festgehalten. Unter Berücksichtigung des HAPA-Modells wurden relevante Verhaltensänderungstechniken identifiziert und den Phasen des HAPA zugeordnet. In einem iterativen Prozess wurden die Verhaltensänderungstechniken digital in Modulen umgesetzt. Potenzielle Nutzende interagierten mit den Modulen im Rahmen von
szenariobasierten Nutzertestungen im Labor. Ein Mixed-Method-Design ermöglichte die Überprüfung der Gebrauchstauglichkeit und Analyse der Interaktion mit der digitalen Intervention.

Ergebnisse
Die entwickelte Intervention besteht aus zwölf eigenständigen Modulen, welche in linearer Reihenfolge von den Nutzenden absolviert werden. Die Reihenfolge orientiert sich dabei an den Phasen des HAPA. Die Module kombinieren Wissensvermittlung, interaktive Aufgaben sowie Übungen zur Selbstreflexion und -diagnostik. Alle Module sind über das Web-Portal von P-SUP abrufbar. Die Nutzenden werden im wöchentlichen Rhythmus per E-Mail über das jeweils neue Modul informiert und an die Teilnahme erinnert. Die Nutzertestungen bestätigten die Gebrauchstauglichkeit der Module und ermöglichten weitere Verbesserungen basierend auf den Rückmeldungen. Die Nutzenden bewerteten die Interaktion als positiv (Reck et al., 2021).

Diskussion und Fazit
Die theoriegeleitete Vorgehensweise in Kombination mit einem nutzerorientierten Entwicklungsprozess verspricht einen positiven Effekt auf die körperliche Aktivität der Nutzenden. Diesen Effekt gilt es in einer Interventionsstudie zu überprüfen. Der Einbezug der Zielgruppe in alle Entwicklungsschritte konnte aufgrund technischer und organisatorischer Rahmenbedingungen nicht konsequent umgesetzt werden. Eine Weiterentwicklung der Intervention auf technischer und inhaltlicher Ebene unter Einbezug weiterer nutzernaher Untersuchungen ist geplant und notwendig.
OriginalspracheDeutsch
Titel31. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium : Deutscher Kongress für Rehabilitationsforschung Rehabilitation: Neue Wege, neue Chancen
Seitenumfang2
Herausgeber (Verlag)Deutsche Rentenversicherung Bund
Erscheinungsdatum06.2022
Seiten324-325
PublikationsstatusVeröffentlicht - 06.2022

ID: 6705477

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