Ermüdung im Fußball und deren Zusammenhang zu leistungsphysiologischen Kenngrößen

Publikationen: Beitrag in FachzeitschriftKonferenz-Abstract in FachzeitschriftForschungBegutachtung

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Ermüdung im Fußball und deren Zusammenhang zu leistungsphysiologischen Kenngrößen. / Hahn, Christian; Strütt, Sarah; Volmary, Prisca et al.

in: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Jahrgang 67, Nr. 7-8, 2016, S. 195.

Publikationen: Beitrag in FachzeitschriftKonferenz-Abstract in FachzeitschriftForschungBegutachtung

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title = "Erm{\"u}dung im Fu{\ss}ball und deren Zusammenhang zu leistungsphysiologischen Kenngr{\"o}{\ss}en",
abstract = "›› Einleitung/Problemstellung: Fu{\ss}ball ist dadurch charakterisiert, dass trotz hoher Gesamtlaufleistung wiederholt kurze, hochintensive Aktivit{\"a}ten ausgef{\"u}hrt werden m{\"u}ssen (Bangsbo et al. 2006). Diese unterliegen jedoch durch den unvorhersehbaren Spielcharakter einer immensen, interindividuellen Varianz, was eine systematische Untersuchung der Erm{\"u}dung verkompliziert. Ein neuesLaufband (HP Cosmos) erm{\"o}glicht es nun, reale Geschwindigkeitsprofile unter Laborbedingungen zu reproduzieren und somit eine f{\"u}r alle identische und gleichzeitig wettkampfnahe Belastung zu induzieren. Die dadurch hervorgerufenen, individuellen Auspr{\"a}gungen der Erm{\"u}dung, differenziertnach Ausdauer und Schnelligkeit, wurden in dieser Studie erstmals gemessen und in Hinblick auf deren Zusammenhang mit leistungsphysiologischen Kenngr{\"o}{\ss}en untersucht.›› Methodik: 14 aktive Fu{\ss}baller absolvierten sowohl in Ruhe, wie jeweils auch nach einer standardisierten 90-min{\"u}tigen Spielbelastung auf dem Laufband, einen Yo-Yo Intermittent Recovery Test (Yo-Yo IR2) und einen Repeated Sprint Ability Test (RSA; 10 x 30m). Die leistungsphysiologischen Kenngr{\"o}{\ss}enf{\"u}r die Korrelationen wurden durch einen Stufentest auf dem Laufband erhoben (VO2max, vmax, Laktatschwellen, maximale und submaximale Herzfrequenzen).›› Ergebnisse: Die zur{\"u}ckgelegte Strecke im Yo-Yo IR2 sank signifikant (p = 0,001) um 21% von 1125 ± 235m auf 868 ± 178m. Die Gesamtzeit der ersten 5 Sprints nahm im RSA signifikant um 1,2% von 22,0 ± 0,49s auf 22,26 ± 0,68s zu (p = 0,02). Bei den Sprints 6-10 ver{\"a}nderte sich die Gesamtzeit von 22,68 ± 0,55s auf 22,75 ± 0,65s (p = 0,59). Au{\ss}er zwischen der zur{\"u}ckgelegten Strecke im Yo-Yo IR2 nach dem Spiel und der vmax im Stufentest (r = 0,68; p = 0,01) konnten keine signifikanten Korrelationennachgewiesen werden.›› Diskussion/Schlussfolgerung: In Einklang mit den Ergebnissen von Tomlin und Wenger (2001) konnte gezeigt werden, dass eine ausgepr{\"a}gte aerobe Kapazit{\"a}t auch bei intermittierenden Belastungen mit einer geringeren Erm{\"u}dung zusammenh{\"a}ngt. Eine spielinduzierte Erm{\"u}dung scheint die Ausdauerleistungsf{\"a}higkeit st{\"a}rker zu beeintr{\"a}chtigen als die Sprintzeit (21 vs. 1,2%). Die zugrundeliegenden, physiologischen Mechanismen f{\"u}r wiederholte Sprintbelastungen weisen keine signifikanten Zusammenh{\"a}nge zu den gemessenen leistungsphysiologischen Kenngr{\"o}{\ss}en auf. Umdas gesamte individuelle Leistungsprofil eines Athleten abzudecken, sollte folglich eine komplexe Leistungsdiagnostik durchgef{\"u}hrt werden die auch maximale, intervallartige Belastungen einschlie{\ss}t.",
author = "Christian Hahn and Sarah Str{\"u}tt and Prisca Volmary and Joachim Mester and Patrick Wahl",
year = "2016",
language = "Deutsch",
volume = "67",
pages = "195",
journal = "Deutsche Zeitschrift f{\"u}r Sportmedizin",
issn = "0344-5925",
publisher = "WWF Verlagsgesellschaft mbH",
number = "7-8",

}

RIS

TY - JOUR

T1 - Ermüdung im Fußball und deren Zusammenhang zu leistungsphysiologischen Kenngrößen

AU - Hahn, Christian

AU - Strütt, Sarah

AU - Volmary, Prisca

AU - Mester, Joachim

AU - Wahl, Patrick

PY - 2016

Y1 - 2016

N2 - ›› Einleitung/Problemstellung: Fußball ist dadurch charakterisiert, dass trotz hoher Gesamtlaufleistung wiederholt kurze, hochintensive Aktivitäten ausgeführt werden müssen (Bangsbo et al. 2006). Diese unterliegen jedoch durch den unvorhersehbaren Spielcharakter einer immensen, interindividuellen Varianz, was eine systematische Untersuchung der Ermüdung verkompliziert. Ein neuesLaufband (HP Cosmos) ermöglicht es nun, reale Geschwindigkeitsprofile unter Laborbedingungen zu reproduzieren und somit eine für alle identische und gleichzeitig wettkampfnahe Belastung zu induzieren. Die dadurch hervorgerufenen, individuellen Ausprägungen der Ermüdung, differenziertnach Ausdauer und Schnelligkeit, wurden in dieser Studie erstmals gemessen und in Hinblick auf deren Zusammenhang mit leistungsphysiologischen Kenngrößen untersucht.›› Methodik: 14 aktive Fußballer absolvierten sowohl in Ruhe, wie jeweils auch nach einer standardisierten 90-minütigen Spielbelastung auf dem Laufband, einen Yo-Yo Intermittent Recovery Test (Yo-Yo IR2) und einen Repeated Sprint Ability Test (RSA; 10 x 30m). Die leistungsphysiologischen Kenngrößenfür die Korrelationen wurden durch einen Stufentest auf dem Laufband erhoben (VO2max, vmax, Laktatschwellen, maximale und submaximale Herzfrequenzen).›› Ergebnisse: Die zurückgelegte Strecke im Yo-Yo IR2 sank signifikant (p = 0,001) um 21% von 1125 ± 235m auf 868 ± 178m. Die Gesamtzeit der ersten 5 Sprints nahm im RSA signifikant um 1,2% von 22,0 ± 0,49s auf 22,26 ± 0,68s zu (p = 0,02). Bei den Sprints 6-10 veränderte sich die Gesamtzeit von 22,68 ± 0,55s auf 22,75 ± 0,65s (p = 0,59). Außer zwischen der zurückgelegten Strecke im Yo-Yo IR2 nach dem Spiel und der vmax im Stufentest (r = 0,68; p = 0,01) konnten keine signifikanten Korrelationennachgewiesen werden.›› Diskussion/Schlussfolgerung: In Einklang mit den Ergebnissen von Tomlin und Wenger (2001) konnte gezeigt werden, dass eine ausgeprägte aerobe Kapazität auch bei intermittierenden Belastungen mit einer geringeren Ermüdung zusammenhängt. Eine spielinduzierte Ermüdung scheint die Ausdauerleistungsfähigkeit stärker zu beeinträchtigen als die Sprintzeit (21 vs. 1,2%). Die zugrundeliegenden, physiologischen Mechanismen für wiederholte Sprintbelastungen weisen keine signifikanten Zusammenhänge zu den gemessenen leistungsphysiologischen Kenngrößen auf. Umdas gesamte individuelle Leistungsprofil eines Athleten abzudecken, sollte folglich eine komplexe Leistungsdiagnostik durchgeführt werden die auch maximale, intervallartige Belastungen einschließt.

AB - ›› Einleitung/Problemstellung: Fußball ist dadurch charakterisiert, dass trotz hoher Gesamtlaufleistung wiederholt kurze, hochintensive Aktivitäten ausgeführt werden müssen (Bangsbo et al. 2006). Diese unterliegen jedoch durch den unvorhersehbaren Spielcharakter einer immensen, interindividuellen Varianz, was eine systematische Untersuchung der Ermüdung verkompliziert. Ein neuesLaufband (HP Cosmos) ermöglicht es nun, reale Geschwindigkeitsprofile unter Laborbedingungen zu reproduzieren und somit eine für alle identische und gleichzeitig wettkampfnahe Belastung zu induzieren. Die dadurch hervorgerufenen, individuellen Ausprägungen der Ermüdung, differenziertnach Ausdauer und Schnelligkeit, wurden in dieser Studie erstmals gemessen und in Hinblick auf deren Zusammenhang mit leistungsphysiologischen Kenngrößen untersucht.›› Methodik: 14 aktive Fußballer absolvierten sowohl in Ruhe, wie jeweils auch nach einer standardisierten 90-minütigen Spielbelastung auf dem Laufband, einen Yo-Yo Intermittent Recovery Test (Yo-Yo IR2) und einen Repeated Sprint Ability Test (RSA; 10 x 30m). Die leistungsphysiologischen Kenngrößenfür die Korrelationen wurden durch einen Stufentest auf dem Laufband erhoben (VO2max, vmax, Laktatschwellen, maximale und submaximale Herzfrequenzen).›› Ergebnisse: Die zurückgelegte Strecke im Yo-Yo IR2 sank signifikant (p = 0,001) um 21% von 1125 ± 235m auf 868 ± 178m. Die Gesamtzeit der ersten 5 Sprints nahm im RSA signifikant um 1,2% von 22,0 ± 0,49s auf 22,26 ± 0,68s zu (p = 0,02). Bei den Sprints 6-10 veränderte sich die Gesamtzeit von 22,68 ± 0,55s auf 22,75 ± 0,65s (p = 0,59). Außer zwischen der zurückgelegten Strecke im Yo-Yo IR2 nach dem Spiel und der vmax im Stufentest (r = 0,68; p = 0,01) konnten keine signifikanten Korrelationennachgewiesen werden.›› Diskussion/Schlussfolgerung: In Einklang mit den Ergebnissen von Tomlin und Wenger (2001) konnte gezeigt werden, dass eine ausgeprägte aerobe Kapazität auch bei intermittierenden Belastungen mit einer geringeren Ermüdung zusammenhängt. Eine spielinduzierte Ermüdung scheint die Ausdauerleistungsfähigkeit stärker zu beeinträchtigen als die Sprintzeit (21 vs. 1,2%). Die zugrundeliegenden, physiologischen Mechanismen für wiederholte Sprintbelastungen weisen keine signifikanten Zusammenhänge zu den gemessenen leistungsphysiologischen Kenngrößen auf. Umdas gesamte individuelle Leistungsprofil eines Athleten abzudecken, sollte folglich eine komplexe Leistungsdiagnostik durchgeführt werden die auch maximale, intervallartige Belastungen einschließt.

M3 - Konferenz-Abstract in Fachzeitschrift

VL - 67

SP - 195

JO - Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin

JF - Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin

SN - 0344-5925

IS - 7-8

ER -

ID: 2864833