Fitts Law² - (Partner-)Interaktionen in den Sportspielen

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Einleitung Das Fitts’sche Gesetz (Fitts, 1954) beschreibt die Abhängigkeit zwischen den Leis-tungsparametern Bewegungsgeschwindigkeit und -genauigkeit bei der Ausführung einfacher motorischer Handlungen. Eine Erhöhung der Geschwindigkeit geht auf Kosten der Genauigkeit (d.h. Anzahl der Bewegungsfehler steigt). Zwei Experimente prüfen, ob sich dieser - für einfache motorische Handlungen oft bestätigte - Zu-sammenhang auch in der komplexen Interaktion zweier Spieler in den Sportspielen Basketball und Fußball nachweisen lässt. Methode Im Exp. 1 sollten 12 Versuchspaare (VP) einen Basketball durch einen Korridor (40cm, 50cm & 60cm) über drei Distanzen (2m, 3m & 4m) hinweg 20 Sek. lang im Wechsel hin und her passen. Auf Basis des Fitts’schen Gesetzes ergab die ortho-gonale Kombination dieser beiden Faktoren (Passkorridor und Passlänge) neun Schwierigkeitsindizes (SI’s) mit Werten von 2.5 bis 4.6. Im Exp. 2 sollten sich 12 VP einen Fußball mittels Innenseitstoß durch einen Korridor (75cm, 100cm & 125cm) über drei Distanzen (2m, 3m & 4m) hin und her spielen. Es ergaben sich neun SI’s mit Werten von 2.0 bis 3.9. Als abhängige Variablen wurde jeweils die Anzahl der Pässe und die (Pass-)Fehler (Berührungen der vertikalen Begrenzungen) erfasst. Ergebnisse Lineare Regressionsanalysen bestätigen den signifikanten Zusammenhang zwischen den Passzeiten und der Aufgabenschwierigkeit für beide Experimente (Exp. 1: R²= .608; p< .05 / Exp. 2: R²= .884; p< .01). Mit zunehmendem SI werden im gleichen Zeitintervall weniger Pässe gespielt. Darüber hinaus bestimmt die Aufga-benschwierigkeit die Anzahl der (Pass-)Fehler in exponentiellem Maße (Exp. 1: Rexp.²= .959; p< .001 / Exp. 2: Rexp.²= .962; p< .001). Diskussion Nach den Ergebnissen beider Experimente wirken sich die Entfernung zum Mitspieler und die Größe der Lücke zwischen zwei Abwehrspielern unmittelbar auf die Kontrolle von Spielpässen aus. Pässe werden unter Abspielbedingungen, die durch einen hohen SI gekennzeichnet sind, langsamer gespielt bzw. enden häufiger als Fehlpass. Aus Sicht der Informationstheorie kann dies mit einer begrenzten Kapazität der Informationsübertragung (Einheiten/Sekunde) erklärt werden. Literatur Fitts, P. M. (1954). The information capacity of the human motor system in controlling the ampli-tude of movement. Journal of Experimental Psychology, 47, 381–391.
OriginalspracheDeutsch
TitelMotorische und kognitive Leistungsfähigkeit über die Lebensspanne : 13. Jahrestagung der dvs-Sektion Sportmotorik 28. Februar bis 02. März 2013 in Stuttgart
Seitenumfang1
Erscheinungsdatum02.03.2013
Seiten33
PublikationsstatusVeröffentlicht - 02.03.2013
VeranstaltungJahrestagung der dvs-Sektion Sportmotorik - Stuttgart, Deutschland
Dauer: 28.02.201302.03.2013
Konferenznummer: 13

ID: 540783

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