Kohäsion in Freizeit und Gesundheitssport: Diagnostik und ausgewählte Anwendungsbereiche

Publikationen: Buch/BerichtDissertationsschriftForschung

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Regelmäßige und langfristige körperliche Aktivität bildet eine effektive Strategie in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention zahlreicher chronischer Erkrankungen. Nahezu jedes Individuum profitiert davon, körperlich aktiver zu werden. Nichtsdestotrotz gelingt es lediglich wenig Erwachsenen, den Mindestempfehlungen zu entsprechen und an diesen auch dauerhaft festzuhalten. Demnach ist es von großer Bedeutung, Bewegungsangebote, deren Merkmale und Strategien zu identifizieren, die die körperliche Aktivität bei Erwachsenen wirksam fördern und vor allen Dingen langfristig aufrechterhalten können. Da Bewegungsangebote im Gesundheitssport zum großen Teil in Gruppen durchgeführt werden, sollte bei der Erklärung, Vorhersage und Beeinflussung individuellen Verhaltens die Gruppe als mögliche Quelle der Motivation Berücksichtigung finden. Der Gruppenvariable Gruppenkohäsion scheint in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zuzukommen. Die vorliegende Dissertation hatte das Ziel, die Gruppenvariable Gruppenkohäsion im Setting Freizeit- und Gesundheitssport zu untersuchen. Für die drei Forschungsschritte dieser Arbeit können folgende Kernergebnisse festgehalten werden: (1) In Forschungsschritt eins konnte ein deutschsprachiges Messinstrument zur Erfassung von Gruppenkohäsion im präventiv und rehabilitativ ausgerichteten Gesundheitssport entwickelt und validiert werden. (2) In Forschungsschritt zwei wurde eine theoriekonforme Weiterentwicklung eines Instruments zur Erfassung von Gruppenkohäsion in Leistungssportgruppen vorgestellt. (3) Der dritte Forschungsschritt stellte Gruppenkohäsion als beeinflussende Gruppenvariable in zwei Anwendungsbereichen vor. Zum einen konnte mittels zweier empirischer Studien gezeigt werden, dass Gruppenkohäsion in Herzgruppen die Adhärenz nicht per se beeinflusst. Für neue Herzgruppenteilnehmer*innen scheint Gruppenkohäsion keinen prädiktiven Wert für die Adhärenz zu haben. Für Herzgruppenteilnehmer*innen mit einer langen Mitgliedsdauer kann Gruppenkohäsion dagegen die Adhärenz vorhersagen. Unterschiedliche Identifikationsprozesse können hierfür verantwortlich gemacht werden. Zum anderen konnten im dritten Forschungsschritt praktische Maßnahmen zur Verbesserung der interpersonalen Stressbewältigung mit Hilfe der Gruppenkohäsion abgeleitet werden. Zukünftige Studien sollten zum einen die Ergebnisse der Kohäsions-Adhärenzbeziehung in anderen rehabilitativ ausgerichteten Gesundheitssportgruppen mit unterschiedlichen Gruppeneigenschaften replizieren. Des Weiteren sollten Wirkmechanismen beleuchtet werden, wann und unter welchen Bedingungen Gruppenkohäsion für die Adhärenz bedeutsam sind. Die Dynamik der Gruppenkohäsion sollte in diesen Studien zwingend berücksichtigt werden. Zum anderen sollten aufbauend auf den erarbeitenden praktischen Maßnahmen Studien durchgeführt werden, die diese theoretischen Annahmen empirisch belegen.
Titel in ÜbersetzungCohesion in the setting of Physical Activity : diagnostic and selected fields of application
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang66
PublikationsstatusVeröffentlicht - 10.2020

Bibliographische Notiz

Kumulative Dissertation

ID: 5462417

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