Leistenverletzungen im Nachwuchsfußball - wie biomechanische Risikofaktoren und das pubertäre Längenwachstum zusammenhängen

Publikationen: Buch/BerichtDissertationsschriftForschung

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Leistenverletzungen im Nachwuchsfußball - wie biomechanische Risikofaktoren und das pubertäre Längenwachstum zusammenhängen. / Dupré, Thomas.

Köln : Deutsche Sporthochschule Köln, 2021. 97 S.

Publikationen: Buch/BerichtDissertationsschriftForschung

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title = "Leistenverletzungen im Nachwuchsfu{\ss}ball - wie biomechanische Risikofaktoren und das pubert{\"a}re L{\"a}ngenwachstum zusammenh{\"a}ngen",
abstract = "Leistenverletzungen stellen in vielen Sportarten, aber besonders im Fu{\ss}ball ein gro{\ss}es Problem dar. Trotzdem sind die Ursachen nur unzureichend erforscht. {\"A}hnlich verh{\"a}lt es sich mit der pl{\"o}tzlichen Zunahme der Verletzungszahlen bei Nachwuchsathleten w{\"a}hrend der Pubert{\"a}t. Beide Wissensl{\"u}cken sollten von der vorliegenden Arbeit geschlossen werden. Daf{\"u}r wurden vier Studien mit insgesamt 105 Teilnehmern durchgef{\"u}hrt. 3D-Bewegungsanalyse, in Kombination mit Muskel-Skelett-Modellierung, bildeten den Kern der Methodik und wurden zum Teil durch EMG oder Dynamometrie erg{\"a}nzt. Die Studien I und III zeigten, dass Passspiel und Richtungswechsel das Risiko erh{\"o}hen, eine Leistenverletzung zu erleiden. Verantwortlich daf{\"u}r sind in beiden Bewegungen ausgedehnte Phasen exzentrischer Kontraktion, zum Teil in Kombination mit schneller Muskell{\"a}ngung. In der zweiten und vierten Studie zeigte sich, dass das Wachstum in der Pubert{\"a}t das Leistenverletzungsrisiko allgemein, aber auch spezifisch, f{\"u}r die beiden zuvor untersuchten Bewegungen erh{\"o}ht. Zwischen den verschiedenen Altersgruppen in Studie II, stieg die f{\"u}r den Pass ben{\"o}tigte Kraft rapide an. Ausgel{\"o}st wird dies durch eine schnelle Zunahme der Segmenttr{\"a}gheit w{\"a}hrend des jugendlichen Wachstumsschubes. Diesem schnellen Anstieg kann sich das Muskelskelettsystem nicht schnell genug anpassen und ist f{\"u}r die Dauerder Anpassung einem erh{\"o}hten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Unklar bleibt, ob die Phase des schnellsten Wachstums (PHV) durch eine Beeinflussung von Bewegungstechniken ebenfalls das Verletzungsrisiko erh{\"o}ht. Zwar zeigte die Studie IV hierauf Hinweise, der genaue Einfluss der PHV blieb jedoch offen. F{\"u}r die Sportpraxis bedeuten die vorliegenden Ergebnisse, dass Verletzungspr{\"a}vention in Form von gezieltem Krafttraining der Adduktoren eine gr{\"o}{\ss}ere Rolle spielen sollte. Bei jugendlichen Spielern sollte dies aber gezieltin Vorbereitung auf steigende Beanspruchung w{\"a}hrend des Wachstumsschubs eingesetzt werden. Von Belastungssteigerungen innerhalb des Wachstumsschubes sollte dringend abgesehen werden, um das Verletzungsrisiko nicht zus{\"a}tzlich zu steigern.",
author = "Thomas Dupr{\'e}",
note = "Kumulative Dissertation",
year = "2021",
month = jul,
day = "9",
language = "Deutsch",
publisher = "Deutsche Sporthochschule K{\"o}ln",

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RIS

TY - BOOK

T1 - Leistenverletzungen im Nachwuchsfußball - wie biomechanische Risikofaktoren und das pubertäre Längenwachstum zusammenhängen

AU - Dupré, Thomas

N1 - Kumulative Dissertation

PY - 2021/7/9

Y1 - 2021/7/9

N2 - Leistenverletzungen stellen in vielen Sportarten, aber besonders im Fußball ein großes Problem dar. Trotzdem sind die Ursachen nur unzureichend erforscht. Ähnlich verhält es sich mit der plötzlichen Zunahme der Verletzungszahlen bei Nachwuchsathleten während der Pubertät. Beide Wissenslücken sollten von der vorliegenden Arbeit geschlossen werden. Dafür wurden vier Studien mit insgesamt 105 Teilnehmern durchgeführt. 3D-Bewegungsanalyse, in Kombination mit Muskel-Skelett-Modellierung, bildeten den Kern der Methodik und wurden zum Teil durch EMG oder Dynamometrie ergänzt. Die Studien I und III zeigten, dass Passspiel und Richtungswechsel das Risiko erhöhen, eine Leistenverletzung zu erleiden. Verantwortlich dafür sind in beiden Bewegungen ausgedehnte Phasen exzentrischer Kontraktion, zum Teil in Kombination mit schneller Muskellängung. In der zweiten und vierten Studie zeigte sich, dass das Wachstum in der Pubertät das Leistenverletzungsrisiko allgemein, aber auch spezifisch, für die beiden zuvor untersuchten Bewegungen erhöht. Zwischen den verschiedenen Altersgruppen in Studie II, stieg die für den Pass benötigte Kraft rapide an. Ausgelöst wird dies durch eine schnelle Zunahme der Segmentträgheit während des jugendlichen Wachstumsschubes. Diesem schnellen Anstieg kann sich das Muskelskelettsystem nicht schnell genug anpassen und ist für die Dauerder Anpassung einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Unklar bleibt, ob die Phase des schnellsten Wachstums (PHV) durch eine Beeinflussung von Bewegungstechniken ebenfalls das Verletzungsrisiko erhöht. Zwar zeigte die Studie IV hierauf Hinweise, der genaue Einfluss der PHV blieb jedoch offen. Für die Sportpraxis bedeuten die vorliegenden Ergebnisse, dass Verletzungsprävention in Form von gezieltem Krafttraining der Adduktoren eine größere Rolle spielen sollte. Bei jugendlichen Spielern sollte dies aber gezieltin Vorbereitung auf steigende Beanspruchung während des Wachstumsschubs eingesetzt werden. Von Belastungssteigerungen innerhalb des Wachstumsschubes sollte dringend abgesehen werden, um das Verletzungsrisiko nicht zusätzlich zu steigern.

AB - Leistenverletzungen stellen in vielen Sportarten, aber besonders im Fußball ein großes Problem dar. Trotzdem sind die Ursachen nur unzureichend erforscht. Ähnlich verhält es sich mit der plötzlichen Zunahme der Verletzungszahlen bei Nachwuchsathleten während der Pubertät. Beide Wissenslücken sollten von der vorliegenden Arbeit geschlossen werden. Dafür wurden vier Studien mit insgesamt 105 Teilnehmern durchgeführt. 3D-Bewegungsanalyse, in Kombination mit Muskel-Skelett-Modellierung, bildeten den Kern der Methodik und wurden zum Teil durch EMG oder Dynamometrie ergänzt. Die Studien I und III zeigten, dass Passspiel und Richtungswechsel das Risiko erhöhen, eine Leistenverletzung zu erleiden. Verantwortlich dafür sind in beiden Bewegungen ausgedehnte Phasen exzentrischer Kontraktion, zum Teil in Kombination mit schneller Muskellängung. In der zweiten und vierten Studie zeigte sich, dass das Wachstum in der Pubertät das Leistenverletzungsrisiko allgemein, aber auch spezifisch, für die beiden zuvor untersuchten Bewegungen erhöht. Zwischen den verschiedenen Altersgruppen in Studie II, stieg die für den Pass benötigte Kraft rapide an. Ausgelöst wird dies durch eine schnelle Zunahme der Segmentträgheit während des jugendlichen Wachstumsschubes. Diesem schnellen Anstieg kann sich das Muskelskelettsystem nicht schnell genug anpassen und ist für die Dauerder Anpassung einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Unklar bleibt, ob die Phase des schnellsten Wachstums (PHV) durch eine Beeinflussung von Bewegungstechniken ebenfalls das Verletzungsrisiko erhöht. Zwar zeigte die Studie IV hierauf Hinweise, der genaue Einfluss der PHV blieb jedoch offen. Für die Sportpraxis bedeuten die vorliegenden Ergebnisse, dass Verletzungsprävention in Form von gezieltem Krafttraining der Adduktoren eine größere Rolle spielen sollte. Bei jugendlichen Spielern sollte dies aber gezieltin Vorbereitung auf steigende Beanspruchung während des Wachstumsschubs eingesetzt werden. Von Belastungssteigerungen innerhalb des Wachstumsschubes sollte dringend abgesehen werden, um das Verletzungsrisiko nicht zusätzlich zu steigern.

M3 - Dissertationsschrift

BT - Leistenverletzungen im Nachwuchsfußball - wie biomechanische Risikofaktoren und das pubertäre Längenwachstum zusammenhängen

PB - Deutsche Sporthochschule Köln

CY - Köln

ER -

ID: 6084848