Leistungs- und Belastungscharakteristika im leichtathletischen Weitsprung mit Unterschenkelprothese

Publikationen: Buch/BerichtDissertationsschriftForschung

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Leistungs- und Belastungscharakteristika im leichtathletischen Weitsprung mit Unterschenkelprothese. / Funken, Johannes.

Köln : Deutsche Sporthochschule Köln, 2019. 114 S.

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title = "Leistungs- und Belastungscharakteristika im leichtathletischen Weitsprung mit Unterschenkelprothese",
abstract = "Weitspringer mit Unterschenkelamputation, die ihre Prothese f{\"u}r den Absprungschritt nutzen, sind in der Lage au{\ss}erordentliche Weiten zu erzielen. Die zu Grunde liegende Biomechanik ist allerdings nicht umfassend bekannt. Wissen hier{\"u}ber ist jedoch wichtig, um Trainingsprotokolle anzupassen, Verletzungsmechanismen zu erkennen und Sportprothesen weiterzuentwickeln. Weiterhin k{\"o}nnen die gewonnenen Erkenntnisse als wichtige Informationsquelle f{\"u}r zuk{\"u}nftige Anpassungen in olympischen und paralympischen Regularien genutzt werden.Im Rahmen eines multinationalen Forschungsprojektes, aus dem die vorliegende Dissertation hervorgeht, wurden drei Weitspringer mit Unterschenkelamputation und sieben nicht amputierte Athleten unter Laborbedingungen bewegungsanalytisch untersucht. W{\"a}hrend des Absprungs beim Weitsprung und w{\"a}hrend des maximalen Sprints wurde die Kinematik und Kinetik der Athleten erfasst und zusammen mit der probanden-spezifischen Anthropometrie als Eingangsdaten f{\"u}r ein invers dynamisches Mehrk{\"o}rpermodel zur detaillierten dreidimensionalen Analyse genutzt.Athleten mit Unterschenkelprothese zeigten andere Merkmale bzgl. K{\"o}rperschwerpunkt- und Gelenkmechanik w{\"a}hrend des Sprints und dem Absprung als nicht amputierte Athleten. Athleten mit Unterschenkelprothese liefen langsamer an, aber sprangen effizienter ab als nicht amputierte Athleten. W{\"a}hrend des Absprungschrittes platzieren die amputierten Athleten ihre Prothese anders in Relation zum K{\"o}rperschwerpunkt als nicht amputierte Athleten ihren Fu{\ss} und die Bewegungscharakteristik des K{\"o}rperschwerpunks wies deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen auf. Im Allgemeinen war die muskulo-skelettale Belastung an der H{\"u}fte und am Knie geringer w{\"a}hrend des Absprungs bei Athleten mit Unterschenkelprothese als bei nicht amputierten Athleten. Dies resultierte vornehmlich aus geringeren Abst{\"a}nden zwischen den Gelenkszentren und dem Vektor der Bodenreaktionskraft bei Athleten mit Unterschenkelprothese im Vergleich zu nichtamputierten Athleten. Das Absprungverhalten von Athleten mit Unterschenkelprothese glich dem Sprung von einem Sprungbrett, w{\"a}hrend die nicht amputierten Athleten den bekannten Hebelmechanismus (Pivot) nutzten, um vertikale Abfluggeschwindigkeit zu generieren.Resultierend aus begrenzten muskulo-skelettalen Kapazit{\"a}ten oder mechanischen Beschr{\"a}nkungen weisen Weitspringer mit bzw. ohne Unterschenkelprothese, speziell im Absprungschritt, Bewegungscharakteristika auf, die einerseits auf unterschiedlichen Lokomotionsmechanismen basieren und andererseits von der jeweils anderen Gruppe nicht adaptiert werden k{\"o}nnen.",
author = "Johannes Funken",
note = "Kumulative Dissertation",
year = "2019",
language = "Deutsch",
publisher = "Deutsche Sporthochschule K{\"o}ln",

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RIS

TY - BOOK

T1 - Leistungs- und Belastungscharakteristika im leichtathletischen Weitsprung mit Unterschenkelprothese

AU - Funken, Johannes

N1 - Kumulative Dissertation

PY - 2019

Y1 - 2019

N2 - Weitspringer mit Unterschenkelamputation, die ihre Prothese für den Absprungschritt nutzen, sind in der Lage außerordentliche Weiten zu erzielen. Die zu Grunde liegende Biomechanik ist allerdings nicht umfassend bekannt. Wissen hierüber ist jedoch wichtig, um Trainingsprotokolle anzupassen, Verletzungsmechanismen zu erkennen und Sportprothesen weiterzuentwickeln. Weiterhin können die gewonnenen Erkenntnisse als wichtige Informationsquelle für zukünftige Anpassungen in olympischen und paralympischen Regularien genutzt werden.Im Rahmen eines multinationalen Forschungsprojektes, aus dem die vorliegende Dissertation hervorgeht, wurden drei Weitspringer mit Unterschenkelamputation und sieben nicht amputierte Athleten unter Laborbedingungen bewegungsanalytisch untersucht. Während des Absprungs beim Weitsprung und während des maximalen Sprints wurde die Kinematik und Kinetik der Athleten erfasst und zusammen mit der probanden-spezifischen Anthropometrie als Eingangsdaten für ein invers dynamisches Mehrkörpermodel zur detaillierten dreidimensionalen Analyse genutzt.Athleten mit Unterschenkelprothese zeigten andere Merkmale bzgl. Körperschwerpunkt- und Gelenkmechanik während des Sprints und dem Absprung als nicht amputierte Athleten. Athleten mit Unterschenkelprothese liefen langsamer an, aber sprangen effizienter ab als nicht amputierte Athleten. Während des Absprungschrittes platzieren die amputierten Athleten ihre Prothese anders in Relation zum Körperschwerpunkt als nicht amputierte Athleten ihren Fuß und die Bewegungscharakteristik des Körperschwerpunks wies deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen auf. Im Allgemeinen war die muskulo-skelettale Belastung an der Hüfte und am Knie geringer während des Absprungs bei Athleten mit Unterschenkelprothese als bei nicht amputierten Athleten. Dies resultierte vornehmlich aus geringeren Abständen zwischen den Gelenkszentren und dem Vektor der Bodenreaktionskraft bei Athleten mit Unterschenkelprothese im Vergleich zu nichtamputierten Athleten. Das Absprungverhalten von Athleten mit Unterschenkelprothese glich dem Sprung von einem Sprungbrett, während die nicht amputierten Athleten den bekannten Hebelmechanismus (Pivot) nutzten, um vertikale Abfluggeschwindigkeit zu generieren.Resultierend aus begrenzten muskulo-skelettalen Kapazitäten oder mechanischen Beschränkungen weisen Weitspringer mit bzw. ohne Unterschenkelprothese, speziell im Absprungschritt, Bewegungscharakteristika auf, die einerseits auf unterschiedlichen Lokomotionsmechanismen basieren und andererseits von der jeweils anderen Gruppe nicht adaptiert werden können.

AB - Weitspringer mit Unterschenkelamputation, die ihre Prothese für den Absprungschritt nutzen, sind in der Lage außerordentliche Weiten zu erzielen. Die zu Grunde liegende Biomechanik ist allerdings nicht umfassend bekannt. Wissen hierüber ist jedoch wichtig, um Trainingsprotokolle anzupassen, Verletzungsmechanismen zu erkennen und Sportprothesen weiterzuentwickeln. Weiterhin können die gewonnenen Erkenntnisse als wichtige Informationsquelle für zukünftige Anpassungen in olympischen und paralympischen Regularien genutzt werden.Im Rahmen eines multinationalen Forschungsprojektes, aus dem die vorliegende Dissertation hervorgeht, wurden drei Weitspringer mit Unterschenkelamputation und sieben nicht amputierte Athleten unter Laborbedingungen bewegungsanalytisch untersucht. Während des Absprungs beim Weitsprung und während des maximalen Sprints wurde die Kinematik und Kinetik der Athleten erfasst und zusammen mit der probanden-spezifischen Anthropometrie als Eingangsdaten für ein invers dynamisches Mehrkörpermodel zur detaillierten dreidimensionalen Analyse genutzt.Athleten mit Unterschenkelprothese zeigten andere Merkmale bzgl. Körperschwerpunkt- und Gelenkmechanik während des Sprints und dem Absprung als nicht amputierte Athleten. Athleten mit Unterschenkelprothese liefen langsamer an, aber sprangen effizienter ab als nicht amputierte Athleten. Während des Absprungschrittes platzieren die amputierten Athleten ihre Prothese anders in Relation zum Körperschwerpunkt als nicht amputierte Athleten ihren Fuß und die Bewegungscharakteristik des Körperschwerpunks wies deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen auf. Im Allgemeinen war die muskulo-skelettale Belastung an der Hüfte und am Knie geringer während des Absprungs bei Athleten mit Unterschenkelprothese als bei nicht amputierten Athleten. Dies resultierte vornehmlich aus geringeren Abständen zwischen den Gelenkszentren und dem Vektor der Bodenreaktionskraft bei Athleten mit Unterschenkelprothese im Vergleich zu nichtamputierten Athleten. Das Absprungverhalten von Athleten mit Unterschenkelprothese glich dem Sprung von einem Sprungbrett, während die nicht amputierten Athleten den bekannten Hebelmechanismus (Pivot) nutzten, um vertikale Abfluggeschwindigkeit zu generieren.Resultierend aus begrenzten muskulo-skelettalen Kapazitäten oder mechanischen Beschränkungen weisen Weitspringer mit bzw. ohne Unterschenkelprothese, speziell im Absprungschritt, Bewegungscharakteristika auf, die einerseits auf unterschiedlichen Lokomotionsmechanismen basieren und andererseits von der jeweils anderen Gruppe nicht adaptiert werden können.

M3 - Dissertationsschrift

BT - Leistungs- und Belastungscharakteristika im leichtathletischen Weitsprung mit Unterschenkelprothese

PB - Deutsche Sporthochschule Köln

CY - Köln

ER -

ID: 4871670