Leistungs- und Hochleistungssport im Sportverein

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Ohne die Sportvereine wäre Leistungssport in Deutschland kaum denkbar. Insgesamt sind in 13,7 Prozent bzw. bundesweit 12.400 der Vereine Kaderathleten organisiert. Eine länderspezifische Betrachtung des Anteils an Vereinen mit Kaderathleten zeigt, dass dieser erheblich zwischen den einzelnen Bundesländern differiert. Zum einen ist ein leichtes Ost-West-Gefälle zu beobachten, zum anderen sind besonders hohe Werte in den Stadtstaaten zu verzeichnen. Von allen "Leistungssportvereinen" (Kriterium: mind. ein Kaderathlet vorhanden) kümmern sich 40,9 Prozent der Vereine - bzw. bundesweit insgesamt 5.100 - um die Nachwuchsförderung und 79,8 Prozent - bzw. insgesamt 9.900 - um die Spitzenathleten im A-/und B-Kaderbereich. Dabei verfügen 26 Prozent der Leistungssportvereine über B-Kaderathleten und gut 29 Prozent dieser Vereine über A-Kaderathleten. Der Spitzensport in Deutschland scheint sich folglich auf einen bestimmten Anteil an Vereinen zu konzentrieren. Sportvereine mit Kaderathleten gehen durchweg häufiger Kooperationen mit anderen Sportvereinen, Schulen, Kindergärten, Wirtschaftsunternehmen und kommerziellen Anbietern ein als Sportvereine ohne Kaderathleten. Insofern ist eine Leistungssportorientierung von Sportvereinen im Sinne der kommunalen Integration funktional. Überdies stellen Kooperationen mit Schulen das wichtigste Unterscheidungsmerkmal überhaupt und Kooperationen mit der Wirtschaft das viertwichtigste Unterscheidungsmerkmal von Leistungssportvereinen gegenüber Nichtleistungssportvereinen dar. Sportvereine, die sich im Leistungssport engagieren, weisen spezifische Problemmuster auf. Mit der Dichte an Kaderathleten steigen insbesondere die Kosten des Wettkampfbetriebs sowie das Problem der finanziellen Situation des Vereins insgesamt höchst signifikant an. Auch Probleme der Sportanlagenversorgung nehmen tendenziell zu. Weniger Probleme als andere Vereinsbereiche scheint der Leistungssport im Sportverein dagegen im Bereich der Gewinnung von ehrenamtlichen Funktionsträgern sowie von Übungsleitern zu haben. Sportvereine mit hoher Kaderathletendichte weisen zudem geringere Probleme im Bereich der Gewinnung jugendlicher Leistungssportler auf. Schützenvereine haben jedoch ein deutlich größeres Problem in diesem Bereich. Ein Engagement im Leistungssport kann einen ökonomischen Risikofaktor für Vereine darstellen. So zeigt sich bei einer Analyse der Ausgaben, dass Vereine mit Kaderathleten in verschiedenen Bereichen signifikant höhere Ausgaben als Vereine ohne Kaderathleten haben. Demgegenüber bietet ein Engagement im Leistungssport auch spezifische Refinanzierungspotenziale. So generieren Vereine mit Kaderathleten in verschiedenen Bereichen signifikant höhere Einnahmen als andere Vereine. Im Hinblick auf Unterstützungsleistungen durch Sportverbände sind für Vereine mit Kaderathleten die meisten Unterstützungsleistungen wichtiger als für Vereine ohne Kaderathleten. Hierunter fallen die Aus- und Fortbildung der Übungsleiter, finanzielle Unterstützung der Vereinsarbeit generell sowie beim Erwerb von Sportgeräten, Zuschüsse für Übungsleiter und Trainer sowie Hilfen in den Bereichen Talentsuche/-förderung, Jugendarbeit im Sport und Kampf gegen Doping. Die Analyse zeigt, dass deren Wichtigkeit tendenziell mit steigender Kaderathletendichte zunimmt. Zusammenfassung (gekürzt)
OriginalspracheDeutsch
TitelSportentwicklungsbericht 2007/2008. Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland
Redakteure/-innenC. Breuer
Seitenumfang24
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inSportverlag Strauß
Erscheinungsdatum2009
Seiten108-131
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2009

ID: 54608

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