Lower League Football in Crisis: Issues of Organisation and Legitimacy in England and Germany

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Die vorliegende Studie befasst sich mit unterklassigen Fußballvereinen aus Deutschland und England mit der Zielstellung, die besonderen Herausforderungen für Fußballvereine in ihren spezifischen nationalen Sportkontexten zu identifizieren sowie Anpassungsstrategien an diese Herausforderungen aufzuzeigen. Ausgangspunkt ist hierbei die Annahme eines veränderten Anforderungsprofils an die sozialen und kulturellen Funktionen dieser Vereine sowie eine zunehmende Politisierung des unterklassigen Fußballbetriebs insgesamt.
In einem ersten Schritt identifiziert die Arbeit Besonderheiten des jeweiligen Ligensystems und stellt vier typische Strukturen von Klubformen heraus von denen auf den jeweiligen Bezugsraum je zwei entfallen. Je Nation kann einem Strukturtyp ein gemeinschaftsorientierter Ansatz sowie dem anderen ein marktorientierter Ansatz als Grundprägung zugewiesen werden. In einem zweiten Schritt werden die kulturellen und sozialen Funktionen, welche Fußballvereine in ihrem jeweiligen Umfeld erfüllen sowie die Zielgruppen (communities) Klubgemeinschaft und Stadtgesellschaft als Hauptadressaten vereinsbezogener Aktivitäten bestimmt. Vereine werden in beiden communities vergemeinschaftend und vergesellschaftend aktiv.
Im Folgenden werden drei krisenhafte Zustände welche sich Fußballvereine in beiden Ländern ausgesetzt sehen, dargestellt. Zunächst ist dies die wirtschaftliche Krise, welche sich durch den enormen finanziellen Druck unter welchem die Vereine stehen, deutlich macht. Weiterhin, die kulturelle Krise, welche sich im Protestverhalten von Anhängern, im Abbau identitätsstiftender Anknüpfungspunkte durch den Wegfall alter Stadien sowie im Bruch von institutionellen Traditionen in beiden nationalen Kontexten bemerkbar macht. Die dritte Krise wird schließlich als soziale Krise skizziert, welche eine Folge dieser Entwicklungen ist und die breitere gesellschaftliche Basis der Institution als solcher in Frage stellt. Aus diesen Krisenzuständen ergibt sich folglich ein institutionelles Legimitationsdilemma.
Wie Vereine unterschiedlicher Ligenzugehörigkeit auf dieses Dilemma reagieren wird im Folgenden anhand von acht Fallstudien, vier in England und vier in Deutschland, untersucht. Jeweils zwei Vereine sind aus dem etablierten Bereich der Dritt- bis Fünftligisten gewählt, jeweils zwei sind jüngere Vereine mit einer intrinsischen, politischen Motivation gegründet – in fast allen Fällen aus Protest gegen die Entwicklungen innerhalb des Fußballgeschäfts der letzten 30 Jahre.
Im Ergebnis der Studie zeigt sich, dass institutionelle Annäherungsprozesse stattfinden, insofern, als die jeweils typischen Modelle angefochten und durch alternative Modelle herausgefordert werden. Die Stoßrichtung ist hierbei genau gegenläufig: Während es in Deutschland zu einer verstärkten Marktorientierung durch Prozesse von oben kommt, ist in England eine verstärkte Gemeinschaftsorientierung durch Prozesse von unten mit Unterstützung durch politische Regulierung zu verzeichnen ist. Auf individueller Klubebene zeigen sich verschiedentliche Anpassungsmuster, welche sich stark an der Grundstruktur, der Agenda und den verfügbaren Ressourcen orientieren. Im Vergleich zeigt sich in den deutschen etablierten Vereinen ein flexibleres und dynamischeres Bild als in den englischen Klubs.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortCham
Herausgeber/inPalgrave Macmillan
Seitenumfang301
ISBN (Print)978-3-030-53746-3
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2020

Publikationsreihe

NameFootball Research in an Enlarged Europe
Herausgeber (Verlag)Palgrave Macmillan

ID: 5471814

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