Metabolische und hormonelle Reaktionen bei Krafttraining mit und ohne Elektromyostimulation

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Die kumulative Dissertation umfasst drei Studien aus denen insgesamt sechs Publikationen in sportwissenschaftlichen Fachzeitschriften resultieren. Die generelle Bedeutung des anaeroben Stoffwechsels bei Krafttraining wird in einer Vielzahl von Untersuchungen herausgestellt, häufig wird als Marker die Blutlaktatkonzentration erhoben. Allerdings fehlen Daten zur Beurteilung der Laktatkinetik bei Mehrsatzkrafttraining. Des Weiteren steht Elektromyostimulation (EMS) im Fokus, eine besondere Form des Krafttrainings mit spezifischen metabolischen Anforderungen. In den letzten Jahren findet diese Methode in der Trainingspraxis als Ganzkörper-EMS vermehrt Anwendung. In der Literatur fehlen Daten zur Beurteilung der akuten metabolischen/hormonellen Reaktionen bei Krafttraining mit simultaner Ganzkörper-EMS und zur Beurteilung von Anpassungen an leistungssteigernde Ganzkörperübungen mit simultaner Ganzkörper-EMS.
Ein Hauptergebnis der Dissertation zeigt anhand einer kinetischen Betrachtung der Laktatkonzentration im Blut durch engmaschige Abnahmezeitpunkte bei aufeinanderfolgenden Krafttrainingssätzen derselben Muskelgruppe, dass die Kinetik von Laktat sich wesentlich von anderen hochintensiven Trainingsmethoden (z.B. auf dem Radergometer) unterscheiden. Eine wesentliche Kennzeichnung ist die signifikante Reduktion der Blutlaktatkonzentration während der Belastung. Die Reduktion liegt je nach Muskelgruppe ab dem 2./3. Trainingssatz vor. Der Unterschied wird im Wesentlichen auf die schlechte Durchblutungssituation am Produktionsort aufgrund der anhaltenden Muskelspannung zurückgeführt. Produktions-, Transport- und Eliminationskapazitäten beeinflussen Konzentrationsspitzen im Muskel, welche hinsichtlich möglicher metabolischer Signalwirkungen in Betracht gezogen werden.
Eine weitere Studie der Dissertation zeigt, dass eine Ganzkörper-EMS-Applikation simultan zu Kniebeugen mit Zusatzlast (10 Wiederholungsmaximum) keine signifikanten Unterschiede bei akuten metabolischen und hormonellen Reaktionen im Vergleich zum Training ohne EMS zeigt. Auch die Kraft- und Leistungsfähigkeit nach einer 6-wöchigen Intervention zeigen keine unterschiedlichen Anpassungen. Als physiologische Erklärung wird eine geringe zusätzliche muskuläre Aktivierung durch EMS aufgrund des hohen mechanischen Reizes vermutet. Die einzige EMS-spezifische Anpassung betraf die Kraftfähigkeiten der Hamstrings. Die Literatur zeigt übereinstimmend, dass die Aktivierung der Hamstrings bei Kniebeugen nicht mit zunehmender Zusatzlast ansteigt. Die Aktivierung durch EMS während einer Kniebeuge scheint bei dieser Muskelgruppe relevant für Anpassungen von Kraftfähigkeiten zu sein. Diese Effekte könnten präventiv hinsichtlich Verletzungen der Hamstrings wirken.
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang55
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2016

ID: 2786621

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