Motorische Testverfahren im Kindes- und Jugendalter.

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Bewegung, Spiel und Sport sind elementare Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung von Kindern/
Jugendlichen, insbesondere in den physischen, psychosozialen sowie emotionalen Bereichen. Motorische
Auffälligkeiten können sich daher negativ auf diese Entwicklung auswirken. Die Detektion motorischer
Defizite sowie eine adäquate Förderung sind daher essenziell. Motorische Testverfahren stellen dafür eine
einfache Möglichkeit dar, die körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern/Jugendlichen zu prüfen, und
erlauben auch longitudinal eine Aussage über potenzielle Verbesserungen infolge von Interventionsmaßnahmen.
Ein Vorteil gegenüber anderen Methoden stellt die hohe Praktikabilität und Ökonomie dar. Eine
Testbatterie sollte zielgruppenspezifisch ausgewählt werden, die Hauptgütekriterien (Validität, Reliabilität,
Objektivität) erfüllen sowie alters- und geschlechtsspezifische Normwerte vorweisen. Bei spezifischen
Fragestellungen sollten allerdings apparative Messmethoden (z.B. Spiroergometrie) vorgezogen werden.
Limitationen eines Motoriktests können sich in der Durchführung (z.B. Dauer, Testleitereffekt) sowie den
organisatorischen Bedingungen (z.B. passende Räumlichkeiten) ergeben. Zusätzlich müssen Testergebnisse
häufig zeitaufwendig über Normtabellen einzeln ausgewertet oder in einer Software aufgearbeitet
werden. Auch liegt nicht für jede Altersklasse eine normierte Testbatterie vor; so gibt es für das Vorschulalter
in Deutschland bislang nur wenige Verfahren; eine ist der Kindergarten Mobil-Test (KiMo). Für diesen
existieren alters- und geschlechtsspezifische Normwerte in Halbjahresschritten, die Ergebnisse können
online eingetragen und eine persönliche Urkunde erstellt werden. Ab dem Grundschulalter werden deutlich
häufiger motorische Testverfahren eingesetzt. Der Deutsche Motorik-Test (DMT), basierend u.a. auf
dem Motorik-Modul aus der KiGGS Studie, findet bundesweit sehr oft Anwendung. Ein weiterer Test für
diesen Altersbereich ist der Dordel-Koch-Test (DKT), der bislang an über 13.800 Kindern/Jugendlichen
durchgeführt wurde. Auch hier existieren alters- und geschlechtsspezifische Normwerte und Testergebnisse
können direkt online ausgewertet werden. Beide Tests sind Basistests zur Erfassung der motorischen
Hauptbeanspruchungsformen (Kraft, Ausdauer, Koordination, Schnelligkeit und Beweglichkeit). Trotz der
vielen Vorteile motorischer Testverfahren bleiben Schwierigkeiten und Grenzen bestehen. Die Durchführung
ist einerseits vom Testleiter aber auch von der Testperson und Testsituation beeinflussbar. Diese
Faktoren sollten bei Interpretationen unbedingt Berücksichtigung finden.
OriginalspracheDeutsch
Titel13. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin : Abstracts
Seitenumfang1
Herausgeber/inDeutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Erscheinungsdatum2013
Seiten141-146
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2013
VeranstaltungJahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin - Köln, Deutschland
Dauer: 08.03.201309.03.2013
Konferenznummer: 13

ID: 278347

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