(Partner-)Interaktionsmuster – Das Fitts’sche Gesetz²

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Das Fitts’sche Gesetz (Fitts, 1954) beschreibt die Abhängigkeit zwischen den Leis-tungsparametern Bewegungsgeschwindigkeit und -genauigkeit bei der Ausführung motorischer Handlungen. Experiment 1 (Exp.1) prüft, ob Interaktionskosten zwischen zwei Akteuren mit Hilfe des Fitts‘schen Gesetzes für gleiche Aufgabenschwierigkeiten abgebildet werden können. Experiment 2 (Exp.2) untersucht emergente Koordinationsmuster für unterschiedliche Aufgabenanforderungen. In Exp.1 und in Exp.2 sollten jeweils 24 Vpn in einer Einzelbedingung oder in wechselseitiger Interaktion mit einem Partner acht Scheiben zwischen zwei Stäben umsetzen. Die systematische Variation des Scheibeninnendurchmessers (9.1 vs. 12.3 vs. 18.5 mm) und der Distanz zwischen Start- und Zielstab (100 vs. 200 vs. 300 mm) ergab auf Basis des Fitts’schen Gesetzes neun Schwierigkeitsindizes (SI’s) mit Werten von 4.0 bis 7.6 (Einheiten/Sekunde). Dabei waren die SI’s für beide Akteure in den Partnerbedingungen entweder identisch (Exp.1) oder verschieden (Exp.2). Die Bewegungszeiten (BZ) und die Bewegungsfehler (BF) wurden als abhängige Variablen erfasst. Lineare Regressionsanalysen bestätigten den signifikanten Zusammenhang zwischen den BZ und der Aufgabenschwierigkeit für beide Experimente (Exp.1: R²= .869; p< .01 / Exp.2: R²= .850; p< .01). Die Bewegungsgeschwindigkeiten nahmen mit zunehmendem SI ab, während die BF auf konstant niedrigem Niveau blieben (alle <1%). Im Exp.2 wirkte sich nicht die gemittelte Aufgabenschwierigkeit der Partner, sondern der jeweils höhere SI der Aufgabe auf die Koordinationsmuster aus. Nach diesen Ergebnissen lassen sich Interaktionskosten in (Partner-)Interaktionsaufgaben über das Fitts’sche Gesetz abbilden. Dabei beeinflussen interpersonelle Synchronisationsprozesse die Interaktion zweier Partner/innen auch dann, wenn dies nicht explizit verlangt wird. Aus Sicht der Informationstheorie scheinen Vpn nicht nur ihre eigene (begrenzte) Informationsverarbeitungskapazität (Einheiten/Sekunde), sondern auch die des Partners zu berücksichtigen. Fitts, P. M. (1954). The information capacity of the human motor system in controlling the amplitude of movement. Journal of Experimental Psychology, 47, 381–391.
OriginalspracheDeutsch
TitelAngewandte Sportpsychologie
Seitenumfang1
Herausgeber/inFeldhaus Edition Czwalina
Erscheinungsdatum2015
Seiten64
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2015
VeranstaltungJahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie - Halle a.d. Saale, Deutschland
Dauer: 09.05.201311.05.2013
Konferenznummer: 45

ID: 540771

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