Physical Performance and Performance Capacity in Microgravity: Evaluation of an Astronaut specific Fitness Assessment Battery

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Im Jahr 2006 wurde der erste Europaesche Astronaut Teil der Besatzung der Internationalen Raumstation ISS. Seitdem hat das ‚Space Medicine Office‘ der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) insgesamt zehn Astronauten während deren Langzeitmission auf der ISS betreut. Mehr als ein Drittel der täglichen Arbeitszeit auf der Raumstation ist dem sportlichen Training vorbehalten. Dieses soll die rasch einsetzenden schwerelosigkeits-bedingten Abbauprozesse der muskuloskeletalen Körpermasse und die Schwächung des Herzkreislaufsystems mit daraus resultierenden Leistungseinbußen der Astronauten vermindern. Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat sich das ESA Konzept auf der Basis seiner Erfahrungen deutlich weiterentwickelt. Das Training auf einer Raumstation ist mit vielschichtigen technischen Herausforderungen konfrontiert, welche zum einen Einfluss auf das Training der Astronauten haben, aber auch gleichzeitig die Erfassung deren Leistungsentwicklung stark einschränken. Obwohl noch nicht alle Methoden wissenschaftlich evaluiert wurden, findet auf der Raumstation routinemäßig tägliches ‚Countermeasure‘ Training statt. Vor und nach dem Raumflug werden medizinische und funktionale Gesundheits- und Fitnesschecks durchgeführt. Eine genaue Beschreibung der Methoden war bisher nicht verfügbar. Methoden. Der ESA Astronauten-Fitnesstest (AFA) wurde hinsichtlich zuverlässiger Aussagekraft (Reliabilität) anhand einer Test-re-test Studie untersucht. Der aktuelle ISS ‚Countermeasure‘ Trainingsplan wurde in einer weiteren Studie ausgewertet und eine Fallstudie zu Vor- und Nachflug- Rekonditionierung eines ESA Astronauten vorgestellt. Ergebnisse. Die Untersuchung der ESA Astronauten Testbatterie (AFA) ergab einige Empfehlungen hinsichtlich der Zusammenstellung der Trainings-abläufe, z.B. die Eliminierung einiger Gleichgewichts- und einbeiniger Sprungübungen. Die Evaluierung des ISS Trainingsplans zeigte, dass alle Astronauten die Trainingsintensität im Verlauf der Mission steigerten, allerdings ausgehend von relativ niedrigen Ausgangswerten. Genaue Leistungsverläufe auf der ISS konnten allerdings nicht erhoben werden, auch beeinflussen die technischen Kapazitäten der ISS Trainingsgeräte das Training erheblich. Die Fallstudie ermöglichte Einblicke in die Leistungsfähigkeit des Astronauten kurz nach dem Raumflug und zeigte, dass selbst bei einem gut trainierten Astronauten eine Verschlechterung der Leistung unmittelbar nach der Rückkehr aus dem All besteht. Weitere Trainingsmethoden zum Erhalt der Explosivkraft z.B. bei Sprungbewegungen sollten erprobt werden. Grundsätzlich wäre eine Vereinheitlichung der Testmethoden aller ISS Partner wünschenswert, um einen größeren vergleichbaren Datensatz zur Feststellung grundsätzlicher Leistungsveränderungen während und nach einem Raumflug zu erhalten.

OriginalspracheEnglisch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang57
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2016

Bibliographische Notiz

Disputation am 22.6.2017

ID: 3030247

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