Soziale und kulturellle Kontextbedingungen des Sportengagements von Mädchen in der Türkei

Publikation: ForschungDissertationsschrift

AutorInnen

  • Ebubekir Aksay

Forschungseinrichtungen

Details

Die Türkei ist ein Land voller Widersprüche zwischen Tradition und Moderne. Türkischen Frauen und Mädchen werden sowohl in der Forschungsliteratur als auch in den politischen Debatten als überaus problematische und konfliktreiche Randgruppe betrachtet. Die Lebenssituationen der Frauen und Mädchen unterschieden sich je nachdem woher sie stammen und wo und unter welchem kulturellen, soziallen und ökonomischen Bedingungen sie leben. Das Ziel dieser Arbeit soll ein Versuch sein, das breite Feld der Probleme und Hindernisse, warum türkische Mädchen sportlich kaum in Erscheinung treten und welche gesellschaftlichen Faktoren darauf Einfluss haben könnten, aufzuzeigen. Die Arbeit soll aber auch helfen zu verstehen, welche Rolle der Islam, die Tradition und die Familie in Bezug auf eine Sportbeteiligung der Mädchen und Frauen spielen. Im Zentrum dieser Studie stehen leitfadengestützte Interviews sowie eine schriftliche Befragung türkischer Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Als methodischer Ansatz für den ersten Teil dieser Arbeit wurde die qualitative Befragungsmethode als problemzentriertes Interview gewählt und im Februar und März 2008 in verschiedenen Stadtteilen von Istanbul durchgeführt. Es wurden 20 Schülerinnen in soziokulturellen Zentren, in Schulen und im familiären Umfeld interviewt. Für den zweiten Teil dieser Arbeit wurden die von den Interviews gewonnenen Ergebnisse als Anhaltspunkte für eine groß angelegte quantitative Erhebung genutzt und die Befragung wurde im August/Juni/Juli 2009 ebenfalls in verschiedenen Stadtteilen von Istanbul durchgeführt. Die Befragung wurde mit 572 Teilnehmerinnen in Schulen und Sportvereinen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die sportliche Aktivität der türkischen Frauen/Mädchen im Zusammenhang mit der Sportbeteiligung, dem Einkommen und dem Bildungsstand der Eltern steht. Die regionale Ansichten des sozialen Umfeldes und die Herkunft der Eltern beeinflussen auch das Verhältnis zum Sport. Junge Frauen/Mädchen, deren Familien aus dem Osten der Türkei nach Istanbul gekommen sind, leben häufig abgeschottet und traditionell und vor diesem Hintergrund fällt es jungen Frauen/Mädchen schwerer sich freier sportlich zu betätigen. Des Weiteren weisen die Ergebnisse darauf hin, dass Religion und Traditionen, insbesondere deren Auslegung durch die Eltern, einen bedeutenden Einfluss auf junge Frauen/Mädchen und ihr Verhältnis zum Sport haben. Schlüsselwörter: Stellung der Frauen/Mädchen, Sportbeteiligung, Religion, Tradition, Benachteiligung.
OriginalspracheDeutsch
Ort des ErscheinensKöln
Herausgeber (Verlag)Deutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang231
ZustandVeröffentlicht - 2010

ID: 3169841

Dokumente

Beziehungsdiagramm anzeigen