Sportentwicklungsbericht 2007/2008. Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. Kurzfassung

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Die Sportentwicklungsberichte haben zum Ziel, die Entscheidungsträger im organisierten Sport zeitnah mit politikfeld- und managementrelevanten Informationen zu versorgen. An der bundesweiten Online-Erhebung 2007 haben sich n=13.068 Sportvereine von N=90.467 (27.315.184 Mitgliedschaften) beteiligt. Die Sportvereine in Deutschland leisten einen erheblichen Beitrag zum Gemeinwohl. Ohne sie wäre eine adäquate Sportversorgung der Bevölkerung kaum denkbar. So bieten 56.500 Sportvereine Sportangebote für Kleinkinder oder Kinder im Vorschulalter an, 84.000 für Kinder und/oder Jugendliche und gut 84.000 für Senioren über 60 Jahre. Darüber hinaus sind 2,8 Mio. Personen mit Migrationshintergrund ebenfalls in den organisierten Sport integriert. Zudem bieten 30 % der Sportvereine in Deutschland (gut 27.000) Programme mit expliziten Zielsetzungen der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation an und leisten somit einen essentiellen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Mit 11.800 eigenen Turn- und Sporthallen sowie 23.500 eigenen Sportplätzen entlasten sie überdies in signifikant wachsendem Ausmaß Kommunen und Länder in der Bereitstellung von Sportanlagen. Für die Nutzung kommunaler Sportanlagen mussten die Sportvereine in Deutschland 2006 jedoch signifikant häufiger Sportstätten-Nutzungsgebühren bezahlen als noch im Jahr 2004. Nur noch für 29,1 % der Vereine, die kommunale Sportanlagen nutzen, ist deren Nutzung sowohl kostenfrei als auch nicht an Gegenleistungen wie Schlüsselgewalt, Pflegeverantwortung etc. gebunden. Obwohl die Probleme im Bereich der Gewinnung und Bindung ehrenamtlicher Mitarbeiter wachsen, stellt der organisierte Sport nach wie vor den quantitativ bedeutsamsten Träger bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland dar. Insgesamt engagieren sich in den Sportvereinen der Bundesrepublik Mitglieder in etwa 2,1 Mio. ehrenamtlichen Positionen. Der durchschnittliche Arbeitsumfang pro ehrenamtlich Engagiertem ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Die arbeitsmarktpoltische Bedeutung der Sportvereine ist gewachsen. Im Bereich bezahlte Führungskräfte ist die Anzahl an Vereinen, die solche beschäftigt haben, signifikant um das Eineinhalbfache gestiegen. Auch bilden die Sportvereine in Deutschland signifikant mehr aus als noch vor zwei Jahren. Die Sportvereine haben zudem maßgeblich zur Repräsentation Deutschlands im Ausland beigetragen. Rund 21.000 Sportvereine haben regelmäßige internationale Kontakte. Im Hinblick auf die Finanzen fällt auf, dass sowohl die durchschnittlichen Ausgaben für Trainer, Übungsleiter und Sportlehrer als auch die durchschnittlichen Kosten für Versicherungen innerhalb von zwei Jahren um jeweils 14 % angestiegen sind. Problemerhöhend kommt hinzu, dass im gleichen Zeitraum keine Entlastung durch einen Rückgang eines anderen Kostentyps erfolgte. Zu optimieren sind aus Sicht der Sportvereine die Unterstützungsleistungen auf den Feldern finanzielle Unterstützung der Vereinsarbeit generell, Hilfen im Bereich Förderung ehrenamtlicher Mitarbeit, Information und Beratung in Sachen Mitgliederbindung und –gewinnung sowie Hilfen im Bereich Talentsuche/-förderung. Verf.-Referat
OriginalspracheDeutsch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inSportverlag Strauß
ISBN (Print)976-3-86884-501-3, 976-3-86884-502-0, 976-3-86884-503-7, 978-3-86884-501-3, 978-3-86884-502-0, 978-3-86884-503-7
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2009

ID: 54990

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