Telefonbasiertes Gesundheitscoaching für Patienten mit Diabetes und KHK: Bewegungs- und Ernährungsverhalten

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Chronische Krankheiten, wie z.B. Diabetes mellitus Typ 2 und Koronare Herzerkrankung (KHK), stellen eine wachsende Belastung für das Gesundheitssystem dar und letzteres sogar die häufigste Todesursache in Deutschland (OECD, 2019). Beeinflussbare Risikofaktoren, die zu chronischen Krankheiten beitragen, sind u.a., eine geringe Gesundheitskompetenz, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährungsweise (Shrestha et al., 2012).

Eine patientenzentrierte Methode, um diesen Risikofaktoren entgegenzuwirken, sind Gesundheitscoachings. Diese haben das Ziel der Veränderung des Gesundheitsverhaltens und der Förderung des Selbstmanagements (Palmer et al., 2003; Wolever et al., 2013). Gesundheitscoachings sollen beispielsweise motivieren, das Bewegungs- und das Ernährungsverhalten positiv zu beeinflussen.

Konzepte von Gesundheitscoachings unterscheiden sich in der Praxis bezüglich ihrer Organisationsformen. Gruppen-Coaching-Gespräche sind vorteilhaft zur Abdeckung einer größeren Zahl von Patient*innen und zur Stärkung durch die Komponente der sozialen Unterstützung (Armstrong et al., 2013). Zugleich mangelt es dabei jedoch an der Individualisierung der Inhalte für die einzelnen Patient*innen (Noar et al., 2007). Ein persönlicher Kontakt bringt einen höheren Kosten- und Zeitaufwand mit sich, der bei web- und telefonbasierten Coaching-Konzepten geringer ausfällt (Lewis et al., 2017).

Auf Basis dieser Überlegungen wurde für das durch den Innovationsfonds geförderte Personalisierte Selbstmanagementunterstützungsprogramm (P-SUP) als eines der vier Module neben Peer-Support-Gruppen, einer motivationalen Online-Plattform und patientenzentrierten Arzt-Feedbackberichten ein telefonbasiertes individualisiertes Gesundheitscoaching entwickelt. P-SUP ist eine Weiterentwicklung der Disease-Management Programme (DMP) für Personen mit Diabetes mellitus Typ 2 und KHK entwickelt worden.

Da sich das Projekt P-SUP derzeit in der Akquisephase befindet, werden in diesem Abstract das grundlegende theoretische Konzept des telefonbasierten Gesundheitscoachings, die theoriegeleitete Vorgehensweise und die selbst-entwickelten Tools auf Basis von verschiedenen Verhaltensänderungsstrategien vorgestellt. Innerhalb von 18 Monaten werden 13 Coaching-Gespräche durchgeführt. Diese sind in den ersten acht Wochen engmaschig (ca. 30 min, jede zweite Woche ein Gespräch) organisiert, daraufhin zur Stärkung des Selbstmanagements weiter auseinanderliegend jede vierte Woche (20 min). Im Erstgespräch erfolgt die Zuordnung zu einer der drei Gruppen des sozial-kognitiven Prozessmodells des Gesundheitsverhalten (u.a. Schwarzer, 1996), die die Motivationsbereitschaft der Patient*innen widerspiegelt. Auf Basis dessen kann der Gesundheitscoach bei den folgenden Coaching-Gesprächen individuell auf die Bereitschaft der Patient*innen ihr Bewegungs- und Ernährungsverhalten zu ändern, eingehen. Je nach Motivationsbereitschaft werden verschiedene Verhaltensänderungstechniken angewendet (z.B. Zielsetzung, Routine-Entwicklung, Barriere-Management; Michie et al. 2011; Geidl et al. 2014).

P-SUP ist als RCT für ca. 1.700 Patient*innen konzipiert, die in Hausarztpraxen in Nordrhein in DMPs eingeschrieben sind. Als primäres Outcome werden die Krankenhausaufenthalte verwendet. Weitere Zielgrößen im Rahmen dieser Evaluation sind u.a. selbstberichteter körperlicher Gesundheitszustand, Selbstwirksamkeit bezüglich des Selbstmanagements, sowie das Bewegungs- und Ernährungsverhalten.
OriginalspracheDeutsch
TitelTALENTENTWICKLUNG & COACHING IM SPORT
Redakteure/-innenOliver Höner, Svenja Wachsmuth, Martin Leo Reinhard, Florian Schulz
Erscheinungsdatum05.2021
Seiten219-220
PublikationsstatusVeröffentlicht - 05.2021

ID: 6580420

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