The Formation of an Olympic Nation in the Persian Gulf: sociocultural history of the sport in Qatar, 1948-1984

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Derzeitige Studien im Bezug auf Sport in Katar fokussieren sich hauptsächlich auf Spitzensport und Mega-Events und analysieren speziell die nationale Repräsentation, die politische Legitimation und das Image-Making in einem globalen (post-modernen) Kontext (Amara, 2005; 2012; Foley et. al., 2012; Khodr, 2012; Scharfenort, 2012; Dun, 2014; Ginesta& San Eugenio, 2014; Brannagan & Giulianotti, 2014; 2016; Dorsey, 2014; Reiche, 2014). Historische Forschungen über das Sportphenomän in Katar sind nicht sehr weit fortgeschritten und deswegen zielt diese Studie darauf hinaus (1) die Einführung von Modesport in Katar zu verstehen, die Analyse der Aneignung durch die lokale Gemeinschaft als soziokulturelle Praxis; einschließlich der Schaffung einer nationalen Stuktur der Sportsverwaltung im Zuge der modernen Gesellschaft des Landes; und (2) die Analyse der Rolle des Sports in einem nationalen Aufbauprojekt von Katar, unter Berücksichtigung soziokultureller und politischer Praktiken in der nationalen Sportverwaltung, um die königliche Familie zu stärken und eine nationale Vertretung durch das internationale Sport- und Olympia-System zu erreichen. Wegen des Pionieraspekts der Dissertation war die erste methodologische Phase dieser Studie eine Inhaltsanalyse (Krippendorff, 2009) zur systematischen Organisation der schriftlichen Quellen. Die primär verwendeten Quellen (Briefe, Telegramme, Bücher, Bilder, Videos, etc.) waren größtenteils auffindbar in Archiven außerhalb Katars. Die sekundären Quellen sind Bücher, die als "offizielle Versionen" des Sports gelten und durch Regierungsinstitutionen veröffentlicht wurden. Die Studie macht unter anderem auch Gebrauch von mündlichen Quellen unter einer mündlich-historischen Perspektive (Abrams, 2010). Der analytische Leitfaden basiert auf dem hermeneutischen "circle of understanding" (Gadamer, 2004) und alle Quellen wurden unter dem post- strukturalistischen Paradigma der Kulturgrschichte analysiert (Chartier, 2000; Burke, 2004), Außerdem hat die Studie einen interdisziplinären Ansatz, einschließlich ethno- symbolischen und modernistischen Paradigmen von Nationsaufbau und nationaler Identität (Smith, 2009; Norman, 2006). Unter anderem wurde moderner Sport auch in dem Kontext der post-kolonialen Entwicklungsgesellschaften interpretiert (Riordan, 1986). Die Studie wirft einen Blick auf die historische Beziehung der Macht konsolidierung der katarischen königlichen Familie (der Hamad Al-Thani Linie) innerhalb der lokalen Gesellschaft und des modernen Sports. Daher fokusiert sich diese Forschung auf die staatlichen Praktiken v Zusammenfassung im Bezug auf Sport zum Zwecke der Nationsbildung, während Katars historischer Phase des politischen Wechsels vom britischen Protektorat in ein unabhängiges arabisch- muslimisches Land, in der persischen Golf Region. In diesem Sinne ist der Ursprung der katarischen Nation tatsächlich eine Al-Thani-Machtgenese, die als eines der „first visible signs of collective similarity and difference“ (Smith, 2009, S. 39) analysiert werden kann, welche historisch um arabisch-muslimische Änhlichkeiten aufgebaut wurden, wobei Sport eine entscheidente Rolle spielte. Die ersten Anzeichen moderne Sportaktivitäten tauchten in Katar (ca. 1946) auf den (1) Freizeiteinrichtungen der Erdölgesellschaft als Arbeitsaktivitäten für auslädische Arbeiter (wo 1948 der erste "Sportverein" des Landes, der Etihad Al-Arab, entstand) auf; welche später (2) von der örtlichen Gemeinde in Doha (Hauptstadt) als Teil ihrer Freizeitaktivitäten, vor allem durch "young kids" (shabab)genutz wurden, die viel Freizeit und "leeren" öffentlichen Raum in ihrere Nachbarschaft (farjan) genießen konnten; und auch (3) in das national Bildungssystem (Schulen) unter der Leitung von Sheikh Jassim bin Hamad Al-Thani eigefügt wurde. Als die britische Regierung (1968) den Austritt aus dem Persischen Golf ankündigte, spielte der Sport eine wichtige Rolle, um die nationale Autonomie unter den Protektoraten zum Ausdruck zu bringen. In Katar umfasste der moderne Staatsapparat (Gesetze, Verordnungen, Vorschriften usw.) den Sport und wurde zu einem "offiziellen" Regierungsinstrument für die königliche Familie. Der Zustrom von Ausländern stieg nach der Unabhängigkeit des Landes (1971) und dem Staatsstreich von Sheikh Khalifa am 22. Februar 1972 drastisch an. Obwohl Sheikh Khalifa die britische Gründung des "Al-Thani- Staates" während der Protektoratsperiode "erbte" und zu einer bin Hamad Al-Thani-Nation weiterentwickelte, fehlte der katarischen Gesellschaft ein Mythos. Trotz der Benennung von Straßen benutzte Sheikh Khalifa den modernen Sport, um (1) eine nationale Identität zu formen, (2) die Hamad-Linie an der Macht zu festigen und (3) die Souveränität von Katar weltweit anzuerkennen. In der katarischen Gesellschaft wurde die Ankunft der "Moderne" in der "Nation" durch die Ausübung des Sports "gefühlt". Um jedoch Teil des „Olympischen Systems“ zu werden, war eine „Anpassung“ des lokalen Sport-Regierungs- Systems erforderlich. Als das IOC das QOC (1980) vollständig anerkannte, begannen die Behörden von Katar mit der diplomatischen Nutzung des olympischen Netzwerks, während die "Nation" sich auf die Teilnahme an verschiedenen Sportveranstaltungen vorbereitete. Allmählich wurde eine multikulturelle Gesellschaft unter den "marron colours" vereint und gab der königlichen Regierung die uneingeschränkte politische Stabilität des Landes. Die erste Olympia-Teilnahme (Los Angeles 1984) war die vi Zusammenfassung Bestätigung der nationalen Autonomie Katars auf der globalen Bühne, die sich von den ehemaligen britischen Protektoraten der Persischen Golfregion unterscheidet. Zu diesem Zeitpunkt war Sport (1) bereits eine soziokulturelle Praxis, die in die Gesellschaft integriert war; (2) von der Regierung eingesetzt wurde, um nationale Überzeugungen zu schüren, die auf Hamad Al-Thani-Gefolgschaft und arabisch-muslimischen kulturellen Elementen beruhen; (3) ein Instrument der königlichen Familie, um eine multi-ethnische Jugend zu nationalen erzählerischen und sozialen Mobilitätsmöglichkeiten zu entwickeln; und (4) das Regierungsinstrument zur Durchsetzung nationaler Autonomie weltweit und regionaler politischer Einfluss. Durch die Beteiligung an Sport in der nationalen Erzählung, verstärkt durch die olympische Beteiligung, konnte der Emir schließlich der Gesellschaft gegenüber behaupten, dass Katar ein Teil der Welt mit modernen Nationen war. vii
OriginalspracheEnglisch
ErscheinungsortKöln
Herausgeber/inDeutsche Sporthochschule Köln
Seitenumfang416
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2019

ID: 3998201

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